Filmhandlung und Hintergrund

Dokumentarfilm über Oldies, die in Pariser Tanzbars nach einem Partner suchen.

Die Pariser Clubszene mal anders: Ältere Damen und Herren treffen sich schick gewandet zum Tanz, bei Walzer, Tango oder Paso Doble. In schummrigen Etablissements mit Namen wie „Memphis“ oder „Chalet du lac“ kommen sich die Herrschaften näher oder auch nicht, suchen Zweisamkeit und ein bisschen Zuneigung. Und manchmal zahlen betuchte Ladies auch einen schicken „Taxiboy“, der mit ihnen für 60 Euro die Stunde über das Parkett gleitet. Ein Gentleman gegen Geld. Mit der Metro fahren die meisten am Ende nach Hause. Allein.

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Kritikerrezensionen

  • Parcours d'amour: Dokumentarfilm über Oldies, die in Pariser Tanzbars nach einem Partner suchen.

    Liebevoller Blick auf Menschen, die in nostalgischen Pariser Tanzcafés das späte Glück suchen.

    Lange Schlangen schon nachmittags vor Tanzcafés, das weckte Bettina Blümners Interesse und sie wagte sich hinein, in eine unbekannte Szene. In schummrig beleuchteten Etablissements unter blitzender Discokugel entdeckte sie ihre betagten Protagonisten, die sich nicht vor den Fernseher zurückziehen, sondern das Tanzbein schwingen bei Walzer, Tango oder Paso Doble. Da sind Gino und Eugène, Anfang 70 und Anfang 80, die flirten wie die Weltmeister und immer wieder verkünden, mit einer einzigen Frau könnten sie nicht zusammen sein, und sich als überzeugte Machos gerieren, auch wenn die Potenz perdu ist. Ganz anders die beiden Frauen Christiana und Michelle, die offen zugeben, noch auf Prinz Charming zu hoffen und nichts von schnellen Abenteuern halten. Und da ist noch Michel, der schicke verheiratete „Taxiboy“, der mit betuchten Damen gegen Geld über das Parkett gleitet, ihnen die richtige Schrittfolge beibringt und den Gentleman alter Schule gibt. Bettina Blümner zieht locker den Bogen von den kessen Mädels im mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichneten „Prinzessinnenbad“ hin zu den nicht mehr taufrischen, aber fein gewandeten Damen und Herren im legendären „Memphis“ oder „Chalet du lac“, und irgendwann merkt man, die Gefühle und Sehnsüchte sind die gleichen, ob in der Jugend mit Zahnspange oder als Oldie mit den dritten Zähnen. Auch bei den vom Leben gezeichneten, aber immer noch Energie geladenen Silver Agers kribbelt es, nur wissen die um die Endlichkeit ihrer Zeit. Die Regisseurin begegnet den Figuren mit großem Respekt, baut große Nähe zu ihnen auf, erkennbar an den vertrauensvollen Erzählungen über Erfahrungen und Enttäuschungen in der Liebe, auch Krankheiten und Folgen des Alters werden nicht ausgespart. So entstehen kleine, warmherzige und sehr individuell ausgerichtete Porträts einer Generation, die ihren Träumen auf dem „Parcours d’amour“ immer wieder eine Chance gibt. Wenn am Ende eines Nachmittags die tanzenden Glückssucher allein mit der Metro nach Hause fahren und die Kamera sensibel ihre Gesichter abtastet, ahnt man, Alter ist nichts für Feiglinge. mk.

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