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Kritikerrezensionen

    1. Es ist alles nur Illusion. Es ist alles nicht wahr. Diese eigentlich beruhigenden Worte denkt der joggende Nachwuchs-Star Bo, als er über seine neue Situation nachdenkt. Doch leider dürften große Teile des Films trotz verzerrter Medienwahrnehmung zumindest wahrscheinlich, wenn nicht sogar sehr nah an der Realität sein. Es ist ein geradezu psychopathisches Spiel, das die Paparazzi des Films dazu treibt, den Objekten ihres Interesses auch in die entlegendsten Winkel hinterher zu spionieren.

      Auch illegale Methoden werden ohne Skrupel verwendet, wenn dadurch nur die richtigen Fotos gelingen. Ob die Geschichten, die durch die Fotos in der Yellow-Press vermittelt werden, wahr sind oder nicht, ist dabei zweitrangig. Nach der Wahrheit fragen ohnehin die wenigseten, denn sie wäre nur halb so interessant. Und schließlich bedienen die Paparazzi nur, was gefordert wird.

      Glaubt man dem Film, dann ist die Macht der unliebsamen Fotografen in Hollywood derart groß, dass einem Star kaum eine Möglichkeit bleibt, sich zur Wehr zu setzen. Eine dürfte sein, mit dem Teufel zu tanzen und die Macht der Medien für eigene Zwecke zu nutzen. Bo tut das nicht. Er nutzt ganz im Gegenteil die Methoden der Paparazzi, und das mit tödlichen Folgen.

      Und genau aus diesem Grund eigenen sich weder Bo noch Rex oder einer der anderen Paparazzi, um als Sympathieträger zu funktionieren. Gewalt gebiert Gewalt und die Spirale dreht und dreht sich. Genaugenommen propagiert der Film die Selbstjustiz. Ob er das mit einem Augenzwinkern tut oder ob er es ernster meint, als man befürchten möchte, ist kaum auszumachen.

      Doch auch Detective Burton – eine Art Columbo mit Schnauzer – wird zu einer Bedrohung. Schließlich richtet sich seine Spürnase auf das vormalige Opfer, dem nun – zusätzlich zu seinem familientragischen Martyrium – auch noch eine Gefängnisstrafe zu drohen scheint, ganz im Gegensatz zu den unbehelligt bleibenden Paparazzi.

      Der Film präsentiert eine Seite von Hollywood, die zwar jeder zu kennen meint, die nun aber auch auf der Kinoleinwand selbst thematisiert wird. Die Schattenseiten des Starruhms und die brutalen Auswirkungen menschlicher Neugier auf das Leben anderer. Und genau dieses Thema ist auch die größte Stärke des Films. Es ist etwas neues. Die Psychopath-Opfer-Cop-Konstellation erhält einen neuen Ansatz, da die „Psychopathen“ staatlich akzeptiert und bezahlt sind, und das Opfer selbst zum Täter wird.

      Außerdem erweckt der Film den Eindruck, man könne hier einen Blick hinter die Leinwand des Star-Daseins werfen, was besonders in Zeiten der Superstar-Suchen und Newcomer-Riegen Erfolg versprechend sein dürfte.
      Gleichzeitig beweist der Regisseur, dass er das Hollywood-Fach durchaus beherrscht. Der Film ist wie aus dem Handbuch. Im richtigen Moment ein wenig spannend, im richtigen Moment ein wenig tragisch. Wahrscheinlich ist das Ende für viele vorhersehbar und die Moral, die man zwischen den Zeilen entdecken könnte, reichlich makaber, doch letzten Endes ist „Paparazzi“ solides Popcorn-Kino.

      Fazit: Solides und unterhaltsames Popcorn-Kino, das einen Blick hinter die Kulissen der (Alb)Traumwelt Hollywood wagt.

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