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Palookaville

Kinostart: 28.11.1996

Filmhandlung und Hintergrund

Palookaville, der Titel ist Programm. Das Wort heißt übersetzt Ort der Spinner, Ort der Tagträumer, und weist somit gleich die Richtung des Films. Im Brennpunkt stehen drei arbeitslose Männer, die von einem aller Sorgen entledigenden Coup träumen, jedoch keinerlei Voraussetzungen mitbringen, einen solchen durchzuziehen. Regisseur Alan Taylors mit leichter Hand in Szene gesetztes Komödiendebüt wurde bei den letztjährigen...

„Palookaville“, das ist New Jersey, der Ort der Tagträumer, an dem sich die Looser-Freunde Russ, Sid und Jerry versammeln, um über den Coup ihres Lebens zu sinnieren, der sie aus Alltagstrott und Kleinstadtmief befreien soll. Als sie sich frisch ans Werk machen, um einen Juwelierladen zu plündern, landet das Trio beim Wanddurchbruch stattdessen in einer Bäckerei. Für den nächsten Coup bereiten sie sich besser vor, indem sie sich Gangsterfilme ansehen….

Die Looser Russ, Sid und Jerry träumen von einem großen Coup. Bei ihrem ersten Versuch ihre Tagträume zu verwirklichen landen sie fälschlicherweise in einer Bäckerei. Der Juweliersladen nebenan bleibt unbehelligt. Witzige kleine Gaunerkomödie mit Charme.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Palookaville, der Titel ist Programm. Das Wort heißt übersetzt Ort der Spinner, Ort der Tagträumer, und weist somit gleich die Richtung des Films. Im Brennpunkt stehen drei arbeitslose Männer, die von einem aller Sorgen entledigenden Coup träumen, jedoch keinerlei Voraussetzungen mitbringen, einen solchen durchzuziehen. Regisseur Alan Taylors mit leichter Hand in Szene gesetztes Komödiendebüt wurde bei den letztjährigen Filmfestspielen von Venedig als bester Erstlingsfilm ausgezeichnet.

    Große Rosinen haben sie im Kopf, die Freunde Russ, Sid und Jerry, die in New Jersey in den Tag hineinleben. Daß sie aber tatsächlich nur kleine Brötchen backen, wird gleich zu Beginn des Films deutlich. Als sie nämlich bei einem Juwelier einbrechen wollen und dafür ein Loch durch die Wand bohren, landen sie - ihre Berechnungen waren wohl irgendwie falsch - in einer Bäckerei. Doch auch durch diesen Fehlschlag lassen sie sich nicht von ihrem Plan abbringen, mittels eines gewagten Raubüberfalls an das große Geld zu kommen. Und um für den Tag X ordentlich vorbereitet zu sein, sieht sich das Trio Richard Fleischers „Armored Car Robbery“ (1950) auf Video an.

    „Palookaville“, zu dem sich der Drehbuchautor David Epstein von drei Italo-Calvino-Geschichten und Mario Monicellis „Diebe haben’s schwer“ (1958) beeinflussen ließ, lebt vor allem von der stimmigen Atmosphäre. Taylor versteht es, den Kleinbürgermief, in dem sich seine Hauptfiguren bewegen, auf der Leinwand sichtbar zu machen. Als geborene Verlierer treten Russ und Co. in jedes nur denkbare Fettnäpfchen und haben auch mit der holden Weiblichkeit so ihre Probleme. Dabei denunziert der Regisseur seine Anti-Helden nie, er porträtiert sie vielmehr als liebenswerte Zeitgenossen, die sich ganz einfach in einer hektisch und moderner gewordenen Welt nicht mehr zurechtfinden. Für diese Welt, das altbackene, nostalgische Jersey City, in das die Neuzeit inzwischen Einzug gehalten hat, findet der Kameramann John Thomas wunderbare Bilder, in denen warmes Braun und Grün plötzlich von grellen Neonlichtern durchbrochen wird. Überzeugend zudem das Spiel der drei Hauptfiguren. Vincent Gallo als Russ meistert präzise den Part des harten Jungen, ohne dabei zu einem ernstzunehmenden Ganoven zu werden, Adam Trese glänzt als gebeutelter Ehemann, und der liebenswerte William Forsythe gewinnt als verlassener Gatte spielend sowohl das Herz der Betreiberin eines Second-Hand-Ladens als auch das der Zuseher.

    Arsenal hat hier eine wohltuend intelligente Komödie im Verleih, die ganz ohne Spektakel, grelle Effekte und bekannte Namen auskommt. Letztgenannter Punkt macht jedoch ein entsprechendes Marketing schwierig und läßt wohl nur eine kleinere Auswertung in Gilde-Kinos zu. geh.

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