Filmhandlung und Hintergrund

Neue "Otto"-Komödie von "7 Zwerge"-Macher Sven Unterwaldt Jr., die als Parodie auf "Ocean's 11" ihre Gagtreffer landet.

Otto, Pit, Mike, Oskar und Artur sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Die fünf leben zusammen auf der kleinen Insel Spiegeleiland. Um ihre finanzielle Situation zu verbessern, drehen sie ein Werbevideo fürs Internet, das den Tourismus auf ihrem Eiland ankurbeln soll. Angelockt wird aber nur der arglistige Casinobesitzer und Kunstsammler Jean Du Merzac, der Otto ein wertvolles Gemälde klaut. Um es zurückzuholen, hecken Ottos Freunde mit einigen Verbündeten einen tollkühnen Plan aus.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Während die sieben Zwerge in ihrem dritten Auftritt demnächst als Trickfiguren auferstehen sollen, schart Otto Waalkes ein weiteres Mal populäre Komödianten wie Mirko Nontschew, Rick Kavanian, Max Giermann („Switch“, „Schillerstraße“) oder den Münchner Arnd Schimkat um sich, um seine erfolgreiche Leinwandpräsenz mit einem neuen Ensemblestück fortzusetzen. Nach „Oceans Eleven“ und „Ossis Eleven“ treten nun „Ottos Eleven“ zu einem (fast) unmöglichen Coup an, wobei es erst allmählich offenbart wird, wie sich diese Elf eigentlich zusammen setzt. Schließlich werden zu Beginn nur die fünf Bewohner von Spieleiland Opfer des skrupellosen Kunstsammlers Du Merzac (Sky du Mont wiederholt seine alerte Gaunerrolle aus „Der Schuh des Manitu“).

      Um seinen unbezahlbaren Gemäldezyklus „Die vier Jahreszeiten“ vervollständigen zu können, raubt der selbst süchtige, rassistische Krösus kurzerhand das vierte Gemälde aus dem Besitz des mittellosen Otto. Diese Landschaftsimpressionen weisen die Handschrift des Berliner Künstlers Michael Sowa auf (dem im Nachspann gedankt wird) – mit dem Unterschied, dass seine obligatorischen Schweine und Hunde hier durch Ottifanten ersetzt wurden. Beim Versuch, das wertvolle Erbstück zurück zu bekommen, gewinnt das weltfremde Team besonders weibliche Verstärkung für seine Pläne. Da das verärgerte Personal von Du Merzacs Casino auf Rache sinnt, ergibt sich Raum für verhaltene Liebesbeziehungen. Wenn Ottos erklärter Anhänger Olli Dittrich schließlich als Sensationsreporter Harry Hirsch die Szenerie betritt, darf man sicher sein, dass der friesische Altstar bald wieder selbst in seine Paraderolle schlüpft. Diese bewährte Doppelgängereinlage lässt Platz für eine Hommage an den zweifachen Groucho in „Die Marx Brothers im Krieg“.

      Ansonsten bleiben die Kinoanspielungen reichlich überschaubar. Selbst das im Titel zitierte Vorbild liefert nur die Ausgangssituation des zahmen Plots. Angesiedelt wurde die Geschichte in einer Art paralleler Mischwelt. Der gagreiche Start auf Spiegeleiland findet ähnlich dem märchenhaften „Sieben Zwerge“-Reich in bewusst künstlicher Kulisse statt, wo die Blue Screen verstärkt zum Einsatz kommt. Während in Bad Reibach moderne Elektronik wie Überwachungskameras und Computer auftauchen, erscheinen Architektur, Karosserie und Plakatwerbung dagegen wie aus den Sechzigern entsprungen.

      Weil es mit den beiden „Sieben Zwerge“-Filmen an der Kasse bestens funktionierte, richtet sich der Humor an die ganze Familie. Lediglich in einer Sequenz mit Otto als Aktmaler fallen einige klamaukhaft-zotige Wortspielereien. Ansonsten kramen Waalkes mit seinem vertrauten Autor Bernd Eilert und Regisseur Sven Unterwaldt manche bewährte Nummer wie der Pantomimen-Skatkurs aus dem Repertoire, während sich die Kollegen jeweils einzeln einbringen dürfen, wie Max Giermann mit seiner Stefan Raab-Imitation. Die Zeiten, als der blonde Blödelbarde noch mit satirischen Einlagen und Medienparodien glänzte, sind allerdings schon längst vorüber.

      Im Handlungsverlauf dünnt die anfangs verstärkt auf Wortspiele setzende Komik zwar etwas aus, doch insgesamt stimmen Tempo und Timing eher als bei den „Zwerge“-Einsätzen oder Unterwaldts missglücktem Tom Gerhardt-Vehikel „Siegfried“. Bislang blieb TV-Comedy-Experte Sven Unterwaldt den Beweis einer perfekten Kinokomödie schuldig, aber „U-900“ und „Ottos Eleven“ lassen diesbezüglich immerhin hoffen.

      Fazit: Altbewährtes aus Kalau: Annehmbare, kurzweilige Komikerparade zwischen netten Pointen und uralten Gags.
    2. Otto's Eleven: Neue "Otto"-Komödie von "7 Zwerge"-Macher Sven Unterwaldt Jr., die als Parodie auf "Ocean's 11" ihre Gagtreffer landet.

      Das Traumteam Sven Unterwaldt/Otto Waalkes hat die Märchenwelt zu den Akten gelegt und blödelt sich nun mit hoher Gagtrefferquote durch eine „Ocean’s Eleven“-Persiflage.

      Unterwaldt hat sich zum dritten Mal mit Otto Waalkes, der unantastbaren Galionsfigur deutscher Komikerkunst, zusammengetan. Dank der ostfriesischen Hitgarantie wurden „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ (6,7 Mio.) sowie dessen Fortsetzung „7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug“ (3,5 Mio.) zu Kassenknüllern. Eine vergleichbare Success Story könnte nun auch „Otto’s Eleven“ schreiben. Denn nach dem bewährten Motto „Never Change a Winning Team“ hat sich Otto erneut mit seinem langjährigen, kongenialen (Drehbuch-)Partner Bernd Eilert sowie einer Handvoll Comedian-Kollegen umgeben, mit denen er dieses Mal statt der Märchenwelt das Sub-Genre des Heist Movie im Allgemeinen bzw. das George Clooney/Brad Pitt-Vehikel „Ocean’s Eleven“ im Besonderen aufs Korn nimmt.

      Ihren Ursprung nimmt die Geschichte auf einer kleinen, kaum fußballfeldgroßen Insel namens Spiegeleiland. Dort versucht Otto mit seinen vier Freunden, darunter „7 Zwerge“-Kumpel Mirco Nontschew als Fitness-Guru Mike im körperbetonten „Muscle toff“-T-Shirt und Rick Kavanian als dialektgewandter Kabeljaukoch Pit, mehr schlecht als recht vom Tourismus zu leben. Doch der einzige, der dort tatsächlich Urlaub macht, führt nur Böses im Schilde: Es ist der schmierige Casino-Besitzer Jean Du Merzac (Sky Du Mont, wer sonst?) – lautmalerisch für „dummer Sack“ -, der nur deshalb gekommen ist, um Otto um ein wertvolles Gemälde zu erleichtern. Als der den Diebstahl bemerkt, beschließt er mit seinen Kumpels, Du Merzacs Etablissement in Bad Reibach einen Besuch abzustatten – und schon sind wir mittendrin in der „Ocean’s Eleven“-Parodie.

      Diese wiederum dient Regisseur Unterwaldt nur als hauchdünne Handlungsschnur, auf die seine Komiker eine Gagperle an die andere reihen. Darunter befinden sich Highlights wie der köstlich-komische Tourismus-Werbespot für Spiegeleiland, die originelle Reklame für Spind Entertainment sowie die Pantomimen-Einlage, in der Otto als Spiegelbild von Olli Dittrich dessen Bewegungen imitiert. Dittrich wiederum belebt mit seinem Auftritt als rasender Reporter Harry Hirsch eine populäre Figur, die Waalkes schon seit Jahrzehnten in seinem Repertoire hat. Das heißt, in „Otto’s Eleven“ funktioniert vieles über Humor-Recycling, bei dem Altbewährtes „reloaded“ wird wie es neudeutsch so schön heißt. Apropos deutsch: Wortspiele, Wortverdrehungen und phonetische Verballhornungen gibt es ebenfalls eine Menge, was beim sprachaffinen Publikum den einen oder anderen Schmunzler provoziert. Dies gelingt auch Nachwuchsmann Max Giermann (gehört zum Team von „Switch Reloaded“) ein ums andere Mal, der vor allem deshalb besetzt wurde, weil er wie kein Zweiter Stefan Raab (bekommt mit seiner Show „tv egal“ als „Schlafmittel“ einer alten Oma sein Fett weg) imitieren kann. Vergleichsweise spaßfrei bleibt dagegen Rick Kavanian, der früher im Schatten von Michael Bully Herbig stand und nun dafür sorgt, dass Otto der Chef im Ring bleibt und die Lacher abbekommt. Kavanian brilliert zwar einmal als Koch mit viererlei Akzent (griechisch-indisch-französisch-japanisch), sammelt ansonsten aber mit seiner wallenden Haarpracht eher auf optischer Ebene Pluspunkte. So wie Germanys Next Top Model Sara Nuru und Berufskollegin Jennifer Weller, die dem ansonsten doch recht männerlastigen Film einen nicht zu verachtenden Hauch von Sinnlichkeit verleihen. lasso.
      1. Ja mei, ein weiterer Otto-Film halt: kindgerechter Klimbim zwischen nett und fadem Uralt-Recycling.
      2. „Wertvoll”

          Auf dem malerischen Spiegeleiland fristen Otto und seine vier Freunde ihr Dasein und sehnen vergeblich den Besuch von Touristen herbei. Als dann auf einmal der Spielbankbesitzer Jean Du Merzac auf der Bildfläche erscheint, ist die Freude zunächst groß, doch dann stellt sich heraus: Er will nur ein wertvolles Gemälde stehlen, welches seit Jahrhunderten schon Ottos Familie gehört. Nun ist guter Rat teuer. Doch die eingeschworene Inselgemeinschaft hat schon einen Plan, wie das Sttilleben wieder zurückerobert werden kann. Es gibt wenige Komiker, die es geschafft haben, mit ihrem Humor einen konstanten generationsübergreifenden Erfolg zu erzielen. Bei Otto Waalkes ist dies sicherlich der Fall. Warmherzig, in improvisatorischem Tonfall erzählt und mit jeder Menge witziger Einfälle. Wo Otto draufsteht, ist Otto drin! Ein Spaß für die ganze Familie.

          Jurybegründung:

          Eine Insel, ohne zwei Berge, ohne Eisenbahn drum herum, das ist Spiegeleiland. Von hier brechen Otto und seine Mitbewohner in die Stadt auf, um in ihrer ganz eigenen Art der Gerechtigkeit zum Erfolg zu verhelfen.

          Es gibt wohl keinen anderen deutschen Komiker, der die Nation gleichermaßen spaltet aber auch vereint. Die einen sehen in Otto nur noch den erfolgreichen Blödelbarden der 70er und 80er Jahre, der sich in der jüngsten Vergangenheit und auch in seinen letzten Filmen immer nur noch selber zitiert und nicht mehr weiter entwickelt hat. Die anderen sehen in dieser Konstanz gerade Ottos Stärke und Qualität, sich nicht jedem humoristischen Zeitgeist angepasst zu haben, nicht zu versuchen, auf jeder neuen Comedy-Welle mit zu reiten, sondern als eine feste Größe der deutschen Unterhaltung da zu stehen. Einen Humor darzubieten, der gerne mal derbe, aber nie schlüpfrig, daher kommt. Ottos großer Verdienst ist es, auch heute noch drei Generationen gleichermaßen unterhalten zu können und so generationsübergreifende Unterhaltung zu bieten. Die ersten zwanzig Minuten machen es Otto und seine Mitspieler – wieder einmal schart er einen bunten Strauß der deutschen Comedy-Szene um sich herum – den Zuschauern nicht leicht, sich für das Gesehene zu begeistern. Die Scherze sind altbacken, eine Slapsticknummernrevue wird abgefahren. Doch nach und nach setzt eine Geschichte ein, für die man sich als Zuschauer zu interessieren beginnt. Der Filmtitel dient nur als Klammer, zum Glück befreit sich das Autorenteam von der Vorlage weitestgehend und erspinnt eine eigene Story. Und immer wieder sieht man, dass Ottos Scherze nicht altbacken sind, sondern dass er anfängt, mit seinen eigenen Markenzeichen zu spielen und sich damit selbst zu karikieren. Dies ist ihm besonders gut in den verschiedenen Fassungen seines berühmten Sprunggangs gelungen oder den billigen optischen Kopien seiner selbst mit Schirmmütze und angenähtem Haarkranz. Auch soziale Aspekte kommen nicht zu kurz, etwa der Widerstand der Casinoangestellten gegen den mürrisch-tyrannischen Chef und seine Sicherheitschefin oder die unterschiedlichen Paarungsfindungen. Ebenso überzeugt das visuelle Konzept, die Künstlichkeit der Insel und auch des Kellers entsprechen dem fast schon bühnenhaften, an Improvisationstheater erinnernde Spiel der Darsteller.

          Otto’s Eleven erfindet den deutschen Unterhaltungsfilm nicht neu, aber er ist gerade durch seine Humorkonstanz eine Bereicherung in der Sparte generationsübergreifende Familienunterhaltung, wie sie jenseits US-amerikanischer CGI-Produktionen immer seltener zu finden ist.

          Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
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