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Orphans

Kinostart: 16.03.2000
Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Schwarzhumorige, schottische Familiengeschichte um vier Geschwister, die eine harte Nacht vor der Beerdigung ihrer Mutter durchstehen müssen.

Die erwachsenen Kinder Thomas, Michael, Sheila und John kommen in Glasgow zusammen, um die Beerdigung ihrer Mutter vorzubereiten. Nach eine Kneipenschlägerei hat John aber statt Trauer nur Rache für seinen verletzten Bruder Michael im Sinn. Der wiederum gerät in die Gewalt eines rabiaten Kneipenwirts, während der älteste Bruder Thomas am Sarg seiner Mutter wacht und Sheila versucht, in ihrem Rollstuhl alleine nach Hause zu kommen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Orphans: Schwarzhumorige, schottische Familiengeschichte um vier Geschwister, die eine harte Nacht vor der Beerdigung ihrer Mutter durchstehen müssen.

    Glasgow scheint immer neuen Filmstoff zu bieten. Nachdem ihm mit der Hauptrolle in Ken Loachs „My Name is Joe“ der internationale Durchbruch gelang, wechselt Peter Mullan nun hinter die Kamera und tüftelt eine anarchisch anmutenden Tragikomödie zusammen, die - wie könnte es anders sein - in seiner Heimatstadt Glasgow spielt.

    Zu sehen war der knorrige Schauspieler u.a. in „Trainspotting“, „Braveheart“ und „Riff Raff“. Bei seinem ersten Spielfilm als Regisseur profitiert er von den Erfahrungen mit Ken Loach. Mit seinen Protagonisten möchte man nicht tauschen: Die vier erwachsenen Kinder von Mrs. Flynn bereiten die Beerdigung für den nächsten Tag vor. Bei dem Quartett keine einfache Angelegenheit. Erst mal geht’s gemeinsam in den nächsten Pub. Als Thomas ein Lied zu Ehren seiner Mutter singt, fängt ein Gast an, spöttisch zu lachen. Bei der daraus resultierenden Schlägerei verletzt der unsensible Typ auch noch Thomas‘ jüngeren Bruder Michael mit einem Messer, was den dritten Bruder John Rache schwören und auf die Suche nach einer Waffe gehen lässt, um den Messerstecher umzulegen. Während Thomas bis zum Morgengrauen am Sarg der Mutter in der Kirche Totenwache hält, sitzt die Schwester mit dem Rollstuhl auf der Straße fest und ist auf fremde Hilfe angewiesen, legt sich der verletzte Michael mit einem durchgedrehten Kneipenwirt an. Nach einer stürmischen Nacht, bei dem der Orkan sogar das Kirchendach wegfegt, treffen sich alle vier lädiert in letzter Minute bei der Trauerfeier wieder.

    Familie sucht man sich nicht aus, man wird hineingeboren. Und darum geht es Mullan. Er fragt nach dem Sinn von Familienbanden, inwieweit Familienmitglieder Konflikte und Gegensätze aushalten. Mit schwärzestem Humor und bitterböser Ironie garniert der Schotte seinen Blick auf die „dark side“ von Glasgow mit den skurrilsten und traurigsten Gestalten. Ein Panoptikum von Verrückten und Verlorenen treibt sich in der Dunkelheit auf den Straßen herum, furcht- und gleichzeitig mitleiderregend. Geschickt fügen sich die verschiedenen Erzählstränge ineinander, trotz sozialem Realismus verzichtet Mullan nicht auf surreale Momente. Die Geschichte funktioniert über Gefühle. Schmerz, Verlustangst, Einsamkeit und Verzweiflung lassen die Figuren in ein tiefes emotionales Loch fallen, aus dem sie sich mit eigener Kraft befreien. Wenn am Ende doch so etwas wie Familienzusammenhalt möglich scheint, sieht sogar Glasgow gleich freundlicher aus. „Brit Pic“-Anhänger sollten dieses herbe Vergnügen genießen. mk.
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