Filmhandlung und Hintergrund

Viel war zu erwarten von dieser Theaterverfilmung, die sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz unschematisiert beleuchten wollte. „Oleanna“ wurde in über 50 Ländern aufgeführt und nun vom Autor selbst für die Leinwand aufbereitet. Mit langen Einstellungen, sich im wesentlichen auf drei Schauplätze beschränkend, konserviert David Mamet den theaterhaften Ursprung seines Stückes, das er gänzlich in die Hände seiner...

Professor John hadert mit seinem Beruf und sieht sich in einer auswegslosen Situation gefangen. In dem Moment läuft ihm die junge Studentin Carol über den Weg. John verbringt mehr Zeit mit ihr, als es seine Stellung als Lehrer verlangt. Obwohl keine sexuelle Annährung stattfindet, konfrontiert Carol ihren Lehrer kurz darauf mit einer Anzeige wegen sexueller Belästigung.

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  • Viel war zu erwarten von dieser Theaterverfilmung, die sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz unschematisiert beleuchten wollte. „Oleanna“ wurde in über 50 Ländern aufgeführt und nun vom Autor selbst für die Leinwand aufbereitet. Mit langen Einstellungen, sich im wesentlichen auf drei Schauplätze beschränkend, konserviert David Mamet den theaterhaften Ursprung seines Stückes, das er gänzlich in die Hände seiner zwei engagiert agierenden Schauspieler legt. Doch die Probleme von „Oleanna“ sind nicht in der manchmal etwas ermüdenden Inszenierung, sondern in der Charakterisierung und dem Verhalten der Hauptfiguren begründet. Mamet-Veteran William H. Macy („Homicide“) spielt John, einen kurz vor der Professur auf Lebenszeit stehenden Philosophie-Dozenten an einer amerikanischen Universität, der in einer streßfördernden Phase beruflich-privaten Umbruchs eines Tages unangemeldeten Besuch einer seiner Studentinnen erhält. Carol (Debra Eisenstadt), eine verunsicherte Einzelgängerin, befürchtet, in Johns Kurs den Anschluß zu verlieren. Sie fühlt sich den philosophischen Inhalten intellektuell nicht gewachsen und bittet John um Verständnishilfe. Obwohl unter Druck stehend, nimmt dieser sich Zeit, bietet Nachhilfe an, versucht Carols Minderwertigkeitskomplexe zu relativieren, indem er von seinen eigenen erzählt, die Distanz zwischen Student und Dozent aufzubrechen versucht. Mit der verständnisvollen Zeichnung Johns beginnen die Probleme von „Oleanna“, denn keine seiner Aktionen rechtfertigt die aggressiven Reaktionen Carols, die sich von ihm als Frau und nicht als Studentin angesprochen und sexuell belästigt fühlt. Beide Figuren wirken künstlich und ihr Verhalten konstruiert, was eine Auseinandersetzung mit den im Mametschen Sprachduktus vorgetragenen Inhalten erschwert. Für Diskussionen wird Mamets Provokation, die Polarisierung auf einen weiblichen Aggressor, sorgen, aber „Oleanna“ verzerrt die realen Gegebenheiten, schießt sich auf ein vergleichsweise rares Szenarium ein, während männliche Aggression kaum diskutiert wird. Aber letzteres, das zeigten die Reaktionen auf dem Münchner Filmfest, mag eine Frage individueller und auch geschlechtsspezifischer Empfindlichkeiten sein. kob.

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