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Oben ist es still

   Kinostart: 13.06.2013
zum Trailer

Filmhandlung und Hintergrund

Berührendes Drama um einen Mittfünfziger, der einen Neuanfang wagt. Nach dem gleichnamigen Roman von Gerbrand Bakker.

Der Landwirt Helmer verfrachtet seinen über 80jährigen Vater, mit dem ihm mehr Hass und Gleichgültigkeit als Liebe verbindet, zum Sterben nach oben in den ersten Stock. Es ist ein Schritt der Befreiung für ihn. Dass er sich nie wirklich für Frauen interessiert hat, wollte sich der Mann Mitte Fünfzig nie eingestehen, so wie er auch die zaghaften Annäherungsversuche des Milchfahrers abblockt. Erst als ein junger Knecht auf den Hof kommt, entdeckt er die physische Liebe zwischen Männern. Nach dem Tod des Vaters ist er bereit für einen Neuanfang.

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Darsteller und Crew

  • Nanouk Leopold
    Nanouk Leopold
    Infos zum Star
  • Jeroen Willems
  • Henri Garcin
  • Wim Opbrouck
  • Martijn Lakemeier
  • Lies Visschedijk
  • Job Steenman
  • Xander Steenman
  • Aal Ceelen
  • Gerbrand Bakkerm
  • Marc van Uchelen
  • H.J. Bijman
  • Jack de Voogt
  • Stienette Bosklopper
  • Ada Goossens
  • Els Vandevorst
  • Christine Kiauk
  • Frank van den Eeden
  • Paul M. van Brugge
  • Janusz Gosschalk
  • Harm van der Sanden

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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2 Bewertungen
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Kritikerrezensionen

    1. Es gibt selten Filme, in denen so wenig geredet wird wie in dem atmosphärisch dichten Drama "Oben ist es still". Die niederländische Regisseurin Nanouk Leopold ("Wolfsbergen", "Brownian Movement") beobachtet darin mit dokumentarischer Präzision den Alltag eines einsamen Bauern. Die schwierige Beziehung zu seinem Vater, die unterdrückte Homosexualität werden als Gründe für sein Schweigen angedeutet. Die verbale Armut der Geschichte macht sie umso spannender. Man folgt Helmer besonders genau, rätselt über seine Gedanken und kommt ihm emotional nahe. Leopold hat in ihrem Drehbuch sehr viel weggelassen, wovon der gleichnamige Roman von Gerbrand Bakker erzählt. Dennoch entsteht eine so intensive Stimmung wie im Original.

      Helmer trägt den Vater unter die Dusche, wechselt die Bettwäsche. Er mistet den Kuhstall aus, schaut nach den Lämmern, füttert die Esel. Er faltet die Wäsche, bringt dem Vater das Essen. Helmer hat viel zu tun, wirkt zielstrebig und routiniert. Aber wenn er aus dem Fenster schaut oder sich in den leblosen Wohnräumen umsieht, scheint er unsicher, gar ratlos zu werden. Die Handkamera folgt ihm unermüdlich, hinaus in den strömenden Regen, ans Fenster mit den Gardinen, als wolle sie erforschen, was Helmer von alldem hält. Was ihn hier draußen hält, in der flachen Landschaft mit den hohen Bäumen und dem Schilf. Ein dumpfes Gefühl von Langeweile und Schwermut drängt sich auf, aber dahinter entsteht neues Interesse, so etwas wie sinnliche Entdeckungslust.

      Was in Helmer vor sich geht, erschließt sich indirekt und häppchenweise. Ob er seinen Vater hasst, bleibt dabei offen. Oder ob er ihm etwas sagen möchte, wenn er bei ihm im Zimmer sitzt. Einmal öffnet er sich ein wenig – aber nur, weil der Vater schläft. Helmers Kindheitserinnerungen, die im Buch geschildert werden, bleiben ausgeblendet. Der durch vorenthaltene Erklärungen erzeugte Suspense mündet in einen Schluss, in dem minimale Gesten vieles klären. Der Film ist seinem hervorragenden Hauptdarsteller Jeroen Willems gewidmet, der kurz nach den Dreharbeiten überraschend starb.

      Fazit: Nanouk Leopolds Drama "Oben ist es still" nach dem gleichnamigen Roman von Gerbrand Bakker besitzt erstaunlich viel Spannung und Atmosphäre für seine wenigen Worte.
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    2. Oben ist es still: Berührendes Drama um einen Mittfünfziger, der einen Neuanfang wagt. Nach dem gleichnamigen Roman von Gerbrand Bakker.

      Kongeniale Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Gerbrand Bakker mit dem kürzlich verstorbenen Jeroen Willems in einer seiner letzten Rollen.

      Zärtlich streichelt er die Hand seines toten Vater, die Hand, die ihn immer nur geschlagen hat. Das ist eine der berührendsten Momente in einem berührenden Film über einen Menschen, der mit Mitte fünfzig die letzte Chance zur Änderung ergreift. Der im Dezember 2012 überraschend und viel zu früh verstorbene Jeroen Willems verkörpert diesen Mann, der allein mit seinem Vater auf einem Bauernhof lebt. An ihm, Helmer, blieb alles nach dem Tod seines Zwillingsbruders hängen, dem Lieblingssohn des Alten. Irgendwann hat Helmer genug davon, verfrachtet den über 80Jährigen, mit dem ihm mehr Hass und Gleichgültigkeit als Liebe verbindet, zum Sterben nach oben in den ersten Stock: Ein Schritt der Befreiung. Dass er sich nie wirklich für Frauen interessiert hat, wollte er sich nicht eingestehen, so wie er auch die zaghaften Annäherungsversuche des Milchfahrers abblockt. Erst als ein junger Knecht auf dem Hof beginnt, entdeckt Helme die physische Liebe zwischen Männern.

      Mit der Verfilmung des gleichnamigen internationalen Bestsellers von Gerbrand Bakker, der sich in Deutschland über70 000 Mal verkaufte, erzählt Regisseurin und Drehbuchautorin Nanouk Leopold wie in ihrem vorherigen Film „Brownian Movement“ von emotionalen Verwerfungen, nur sind die hier besser nachzuvollziehen. Die aus der Hand gedrehten Bilder und oft langen Einstellungen von Kameramann Frank van den Eeden lassen Distanz zwischen den Figuren zu und dennoch Augenblicke größter Nähe. Das Unausgesprochene und das Angedeutete drückt sich in minimaler Gestik und verlorenen Blicken aus, oder auch nur in Stille und wird zum wesentlichen, die Handlung bestimmenden Faktor. Die Regisseurin nahm einige Erzählstränge aus dem Roman heraus, fokussiert sich auf das überschaubare Universum der Hauptfigur, die Alltagskleinigkeiten. Die seltenen Dialoge kommen auf den Punkt, selbst wenn sie fragmentarisch bleiben. Die Sprachlosigkeit zwischen Vater und Sohn, das Unverständnis füreinander, die emotionale Kälte schmerzen. Das Wenige, was erzählt wird, wird fassbarer in Bildern und Tönen, eine subtile Methode, die sich schon im Vorspann ankündigt, wenn bei wehenden Grashalmen nur der Klang des Windes zu hören ist. Atmosphärisch intensiver kann Kino nicht sein. mk.
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