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Nowhere

Kinostart: 08.01.1998

Filmhandlung und Hintergrund

Grell überzeichnete Trashstudio über verrückte 24 Stunden im Leben einer Teenagerclique, das von Drogen und Sex bestimmt wird.

Der Punk Dark macht sich Sorgen um ein bevorstehendes Armageddon und die Untreue seiner sexy Freundin Mel. Ungläubig muß er auch noch mitansehen, wie seine Freunde von einem Alien entführt werden und andere aus Verzweiflung Selbstmord begehen. Auf einer Party stellt ihn Mel vor vollendete Tatsachen, so daß er sich in die Einsamkeit seines Zimmers zurückzieht. Dort erwartet ihn eine Überraschung.

Der Punker Dark Smith sucht die große Liebe. Von seiner Freundin Mel regelmäßig betrogen läßt er sich verzweifelt durch den Tag treiben, trifft sich mit den aufreizenden Girlies Kriss und Kozy, bespricht die letzten Vorbereitungen für die nächtliche Riesen-Party bei Jujyfruit und kümmert sich um den Drogen-Nachschub. Schon halb im Delirium geht er auf das Fest und findet sich dort in einem Universum vergnügungssüchtiger Egozentriker wieder, die alles dafür tun, um endlich den ultimativen Kick zu erleben. Doch da beginnt die Party zu kippen…

Grell überzeichnete Trashstudio über verrückte 24 Stunden im Leben einer Teenagerclique, das von Drogen und Sex bestimmt wird.

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Kritikerrezensionen

  • Nowhere: Grell überzeichnete Trashstudio über verrückte 24 Stunden im Leben einer Teenagerclique, das von Drogen und Sex bestimmt wird.

    Mit „Nowhere“ beschließt Gregg Araki seine „Teen Apocalypse Trilogy“. Visuell, stilistisch und inhaltlich schließt er nahtlos an den direkten Vorgänger „The Doom Generation“ an. Anders allerdings als jener gallige Roadtrip über die Highways eines bis ins Knochenmark verfaulten, gewalttätigen Amerika, macht diese halluzinatorische, grell überzeichnete Trash-Studie über 24 Stunden im Leben einer Gruppe von tödlich gelangweilten Teenagern im sonnigen Südkalifornien ihrem Titel alle Ehre. Wie seine Protagonisten ist auch der Film ohne erkennbares Ziel: ein kunterbuntes Update von „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ im Stil einer Aaron-Spelling-Fernsehserie.

    Subtilität kann man Araki bei seiner exaltierten Abrechnung mit der Scheinheiligkeit des American way of life nicht vorwerfen. Wie der uneheliche Sohn einer Vereinigung von Jean-Luc Godard und Sid Vicious haut das selbsterklärte Enfant terrible des amerikanischen Underground-Kinos dem Zuschauer dieses filmgewordene Stück Punk-Rock-Attitüde als omnisexuelle Hommage an TV-Serien wie „Beverly Hills, 90210“ oder „Melrose Place“ um die Ohren - ein filmischer Terroranschlag, der mit seinen plakativen Dekors, überdrehter Mode und einem unflätigen, selbst erfundenen Jugendslang, der fast Körperverletzung gleichkommt, da Volltreffer landet, wo es weh tut.

    Sofern man bei Arakis bewußtseinsstromartiger Szenenkollage von einer Handlung sprechen kann, erzählt er hier von dem Punk Dark (Arakis Hausdarsteller und Alter ego James Duval aus „ID4“), der sich Sorgen über ein bevorstehendes Armageddon und die Untreue seiner attraktiven Freundin macht. In bester Seifenoper-Manier streift „Nowhere“ eigentlich alle Themen, die das Teenage Wasteland zur apokalyptischen Hölle machen: Nihilismus, Narzißmus, Selbstmordgedanken, Todessehnsucht, gewalttätiger Sex, Drogenmißbrauch, unverständige Eltern - am besten alles gleichzeitig. Daß auch noch ein Alien durch die Straßen streift und eliminiert, was ihm im Weg steht, nimmt man bei der konstanten Reizüberflutung aus dem Niemandsland gerne als weitere Vignette hin. Zahlreiche Cameo-Auftritte - die besten von den ehemaligen „Brady Bunch“-Darstellern Christopher Knight und Eve Plumb als schwedisch sprechendes Elternpaar, „Baywatch“-Muskelmann Jaason Simmons als gewaltgeiler Mädchenliebling und Traci Lords, Rose MacGowan und Shannen Doherty als arrogante Beach-Schnepfen - erhöhen den Absurditätsquotienten. Während die zahllosen Miniplots in alle Richtungen zu explodieren scheinen, entpuppt sich Darks Sehnsucht nach Liebe und Vertrauen als rettender Anker in diesem lautstarken Amoklauf, der in einer bizarren Referenz an Kafkas „Metamorphose“ kulminiert. Die Frage ist nur, ob das deutsche Publikum schon bereit ist für das wilde, witzige und wahnsinnige Kamikaze-Kino des Gregg Araki, eine Art Hardcore-Ausgabe von David Lynch. Wünschenswert wäre es allemal. ts.

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