Filmhandlung und Hintergrund

TV-Drama um einen jungen Sexualmörder, der nach der Haft in sein Heimatdorf zurückkehrt, wo ihm mit Angst und Hass begegnet wird.

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Kritikerrezensionen

  • Nichts ist vergessen: TV-Drama um einen jungen Sexualmörder, der nach der Haft in sein Heimatdorf zurückkehrt, wo ihm mit Angst und Hass begegnet wird.

    Mit eindrucksvollen Darstellern erzählt dieser Debütfilm von einem Elternpaar, das zehn Jahre nach dem Tod der Tochter mit ihrem Mörder konfrontiert wird.

    Es ist der pure Horror. Vor fast zehn Jahren hat sich das Leben von Familie Wagner für immer verändert. Damals haben sie Paula verloren, ihre erste Tochter; ermordet von einem Nachbarjungen. Die Wagners sind umgezogen und haben ein zweites Kind bekommen, Lilli. Doch dann sind die Erinnerungen und mit ihnen der Schmerz plötzlich wieder da: Olaf, Paulas Mörder, mietet sich ein Zimmer ganz in der Nähe. Die Wagners sind schockiert und wütend, ohnmächtig sogar im Wortsinne: Als Kai Wagner (Jörg Schüttauf) den Mörder seiner Tochter aus heiterem Himmel vor sich sieht, kippt er um. Auch der durchaus bemühte Polizist (Peter Franke) kann nichts tun: Solange Olaf keine Straftat begeht, ist er machtlos.

    „Nichts ist vergessen“ ist der erste Langfilm von Nils Willbrandt. Er erzählt seine Geschichte, die auf einem eigenen Drehbuch basiert, mit enormer Intensität, verzichtet aber völlig auf spekulative Bilder. Die wären auch gar nicht nötig: Alles, was man wissen und fühlen muss, liest man in den Gesichtern der vortrefflich geführten Schauspieler. Auch denen genügt ein leises Spiel: Selbst wer keine Kinder hat, wird ohne Weiteres nachvollziehen können, was in den Wagners vorgehen muss. Während Maria (Inka Friedrich) bereit wäre, sich auf ein Gespräch mit Olaf (Volker Bruch) einzulassen, wandelt sich Kais Angst in Hass: Aus Furcht um Lilli besorgt er sich eine Pistole.

    Großen Anteil an der Atmosphäre des Films hat der niederrheinische Drehort nahe Kleve. In der scheinbaren Idylle der Provinz haben Verbrechen grundsätzlich eine andere Wirkung als vor dem Hintergrund fiebriger Metropolen. Auch deshalb genügen Willbrandt wenige prägnante Einstellungen, die die Sicherheit, in die sich die Wagners geflüchtet haben, als trügerisch entlarven.

    Zur Lakonik des Films gehört außerdem der Verzicht auf eine Suche nach Motiven. Olafs Tat wird nie erklärt; vermutlich lässt sie sich auch gar nicht erklären. Vergewaltigung und Mord zeigen Willbrandt und seine Kamerafrau Eva Fleig bruchstückhaft, aber gerade dadurch um so erschütternder. Das Werk passt damit vortrefflich in die Tradition der WDR-Fernsehfilmredaktion, sich an große Emotionen zu wagen, dabei aber auf große Gesten zu verzichten. Willbrandts Geschichte spielt sich vor allem im Kopf des Betrachters ab, weil man sich natürlich unwillkürlich immer wieder fragt: Wie würde ich mich verhalten? tpg.

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