Filmhandlung und Hintergrund

TV-Verfilmung von Michael Degens Autobiografie "Nicht alle waren Mörder - Eine Kindheit in Berlin".

Als die Lage im Berlin des Jahres 1943 immer gefährlicher wird, taucht die Jüdin Anna Degen mit ihrem Sohn Michael unter. Während über ihnen immer die Angst entdeckt zu werden schwebt, verbringen sie die Zeit bei bestenfalls entfernten Bekannten, die ihnen helfen. Ein Luftangriff zwingt sie erneut zur Flucht, bis sie schließlich in Kaulsdorf landen. Die einmarschierenden Russen glauben ihnen nicht, dass sie aus Berlin geflohene Juden sind.

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Kritikerrezensionen

  • Nicht alle waren Mörder: TV-Verfilmung von Michael Degens Autobiografie "Nicht alle waren Mörder - Eine Kindheit in Berlin".

    Mit Jo Baiers Verfilmung der Kindheitserinnerungen von Michael Degen setzt die ARD erneut ein zeithistorisches Zeichen.

    Degens autobiografische Beschreibung der letzten beiden Kriegsjahre sind ein Denkmal für die vielen „stillen Helfer“, die ihm und seiner verwitweten Mutter geholfen haben, sich in Berlin vor den Nazis zu verstecken. Manche taten es, um sich ein bisschen zu bereichern, andere aus Solidarität; aber alle riskierten ihr Leben. Natürlich versteht Baier auch seinen Film als Hommage an diese Zivilcourage, ohnehin ein Motiv, dass sich wie ein roter Faden durch sein Gesamtwerk („Der Laden“, „Schwabenkinder“, vor allem aber „Stauffenberg“) zieht. Dass sich „Nicht alle waren Mörder“ zwar bestens in diese Filmografie einfügt, aber trotzdem nicht so ein großer Film geworden ist wie etwa „Wambo“, liegt nicht zuletzt daran, dass sich die Komplexität der Vorlage nicht umsetzen ließ. Degens Buch wirft einen zutiefst menschlichen Blick auf die Jahre im Untergrund, hat trotz aller Tragik auch seine komischen Seiten und vermischt auf ungeheuer reizvolle Weise die kindliche Perspektive mit der Rück-Sicht des Erwachsenen. Baier aber reduziert die zwei Jahre zwangsläufig auf die wenigen ereignisreichen Tage. Durch die episodische Erzählweise vergehen die 25 Monate wie im Flug. Anders als etwa die Verfilmungen des Tagebuchs von Anne Frank spart Baier die langweilige Zwischenzeit völlig aus. Seine Adaption suggeriert, Mutter und Kind seien permanent auf der Flucht gewesen und hätten quasi täglich ihr Quartier wechseln müssen.

    Trotzdem ist „Nicht alle waren Mörder“ ein überdurchschnittlich guter Fernsehfilm geworden. Das liegt nicht zuletzt an der Bildgestaltung von Gunnar Fuß, dem Stammkameramann von Stefan Krohmer. Fuß filmt die Kehrseite des „Dritten Reichs“ zwar im üblichen satten Sepia, sorgt aber auch dafür, dass die Bilder das Fernsehformat mitunter sprengen. Dabei ist ausgerechnet die Reduktion der Kriegsbilder buchstäblich verblüffend effektvoll: Einen Bomberangriff erspäht man kurz durch eine Dachluke, dann genügen Detonationen, Lichtreflexe und vor allem die Reaktionen der Figuren, um das Ausmaß der Bedrohung darzustellen.

    Ohnehin sind schon allein Nadja Uhl und der zur Drehzeit neun Jahre alte Aaron Altaras Grund genug, diesen Film anzuschauen. Degen selbst bescheinigt der Schauspielerin „eine große, frappierende Leistung“. Prominent besetzt (Hannelore Elsner, Katharina Thalbach, Richy Müller und Dagmar Manzel) sind auch die wichtigen Nebenrollen. Natürlich verstärkt das noch den episodischen Charakter des Films. Andererseits will Baier ja gerade jenen Menschen, „die sich dem Nazisystem und seinen Schergen verweigert“ haben, ein Denkmal setzen; und dafür sind die besten Schauspieler gerade gut genug. tpg.

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