Nemez

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   2012
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Filmhandlung und Hintergrund

Nemez: Coming-of-Age-Drama um einen jungen Russlanddeutschen in Berlin.

Dima, ein junger Russlanddeutscher, kommt aus dem Jugendknast und möchte in Berlin ein neues Leben anfangen. Sein Vater will mit der Familie wieder zurück in die alte Heimat, er möchte in der Fremde bleiben, hofft auf gesellschaftliche Akzeptanz in der neuen Heimat. Die Liebe zu einer deutschen Kunststudentin aus gutem Hause scheint eine Wende einzuleiten. Doch sein früherer Brötchengeber, ein perfider Kunstdieb, will nicht auf seine Dienste verzichten. Nemez setzt alles aufs Spiel, um die Vergangenheit abzuschütteln und neu anzufangen.

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    Dima ist halb Russe, halb Deutscher. Doch so richtig dazugehören kann er nirgendwo. Für die Russen ist er immer nur der "Nemez", was auf Russisch so viel wie Deutscher heißt. Für die Deutschen ist er immer der Ausländer, der sein Leben nicht auf die Reihe kriegt. Und so landet Dima im Abseits, stiehlt für Georgij, einen organisierten Kunstdieb, Wertgegenstände aus fremden Wohnungen. Doch eines Tages passiert bei einem Überfall ein Unglück, welches Dima schockiert. Und dann kommt auch noch die Liebe ins Spiel, als Nadja in sein Leben tritt. Für sie ist Dima bereit, sein Leben zu ändern und auf die Reihe zu kriegen. Doch er hat nicht mit Georgij gerechnet. Es sind aktuelle und gesellschaftsrelevante Themen, denen sich Nachwuchsregisseur Stanislav Güntner in seinem Langfilmdebüt widmet. Die Problematik Jugendlicher mit Migrationshintergrund wird durch die Augen Dimas deutlich gemacht. Seine Zerrissenheit und Hilflosigkeit, eine Existenz im Niemandsland der Herkunft aufzubauen, stellt Güntner, der selbst Russlanddeutscher ist, mit intensiven Dialogen in ruhigen Bildern dar, wobei Mark Filatov in der Hauptrolle als tragischer Held, der sich am Ende ein Stück Hoffnung erkämpft, besonders überzeugt. Authentisches und bewegendes Nachwuchskino.

    Jurybegründung:

    In Deutschland gilt der Russlanddeutsche Dima als Russe, in Russland als Deutscher. Es gelingt Stanislav Güntner, diese existentielle Heimatlosigkeit seines Titelhelden spürbar zu machen. Dima lebt in Berlin am Rand der Gesellschaft. Seine Eltern waren in Russland Akademiker, hier arbeiten sie als Taxifahrer und Putzfrau. Dima schlägt sich als Spieler und Mitglied einer Bande von Kunstdieben durch, und als einer der Einbrüche schief geht, wandert er in den Knast. Er verrät die anderen nicht, behält aber eine wertvolle Münze. Aus dieser Grundsituation entwickelt Güntner eine spannende Geschichte, die zum Teil Thriller, Romanze und Coming of age Story ist. Die Eltern wollen zurück nach Russland, der Boss seiner Bande will die Beute und Dima weiter unter seiner Kontrolle halten, und außerdem lernt er eine junge Kunststudentin kennen, durch die er eine ganz neue Zukunftsperspektive bekommt. Die Milieuzeichnungen wirken sehr authentisch, Güntner inszeniert atmosphärisch reich und von der ersten Einstellung im Treppenhaus an fällt die außergewöhnlich gute Kameraarbeit von Bernhard Keller auf. Auch die Darsteller sind durchweg überzeugend und Mark Filatov verkörpert den Titelhelden zugleich so komplex, vital und verletzlich, dass er als Figur immer glaubwürdig bleibt, auch wenn in der letzten Hälfte einige Ungeschicklichkeiten im Drehbuch die Geschichte zunehmend unplausibel werden lassen. So stellt sich schon die Frage, warum Nadja nicht zur Polizei geht, nachdem sie von Dima erfahren hat, wer ihren Kunstprofessor umgebracht hat, und auch das große Finale auf und vor dem Kirchendach lässt es an innerer Logik mangeln. Von diesen dramaturgischen Schwächen abgesehen, ist dies ein bemerkenswertes Debüt, dem man die Intensität anmerkt, mit der der Regisseur von den Menschen und ihren Problemen erzählt.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Ein junger Russlanddeutscher zwischen neuer Liebe und krimineller Vergangenheit kämpft in Berlin um seine Zukunft.

    „Nemez“ ist das russische Wort für „Deutscher“ und der Spitzname von Dima, einem jungen Russlanddeutschen, der für einen durchtriebenen Kunstdieb arbeitet. Das ist zwar nicht das, was er sich erträumt hat, aber vielleicht eine Möglichkeit, der Isolation und Ausgrenzung zu entkommen, etwas Geld zu verdienen. Sein Vater fühlt sich unglücklich in Deutschland und will mit der Familie wieder zurück in die alte Heimat. Nemez möchte in der Fremde bleiben, hofft auf gesellschaftliche Akzeptanz in der neuen Heimat. Die scheint erst einmal weit weg nach der Entlassung aus dem Jugendknast. Als sich Dima in die Kunststudentin Nadja aus gutem Hause verliebt, könnte er raus aus dem Sumpf von Kriminalität. Doch sein früherer dubioser Brötchengeber zwingt ihn weiterhin zu Diensten, pocht auf seine Loyalität und zieht ihn gar in einen Mordfall. Der junge Russlanddeutsche muss einen Schlussstrich ziehen. Wenn ihm das nicht gelingt, wird er seine Liebe für immer verlieren. Regisseur und Drehbuchautor Stanislav Güntner, in Russland geboren und als Zwölfjähriger mit seiner Familie nach Dresden übergesiedelt, bringt persönliche Erfahrungen ein, was eine Distanz schwierig macht, aber dafür Authentizität spüren lässt. Stärke entwickelt der Film, wenn er die Konfrontation aufgreift zwischen Migrant und Arroganz der Arrivierten, sei es der von Nadjas Vater, der keinen „hergelaufenen“ Ausländer als Partner der Tochter duldet oder des eifersüchtigen Exfreund, der dem Konkurrenten seine Verachtung nach dem Motto „ich da oben, du da unten“ zeigt. Manchmal kippt „Nemez , der etwas unentschieden zwischen Liebesgeschichte, Identitätssuche und Krimi pendelt, dabei in Klischees und weniger Einsatz von Metaphern hätten nicht geschadet, aber dann überzeugt das Drama wieder durch schlagfertige Dialoge, wenn der „Loser“ den „Gewinnern“ treffsicher ein paar Wahrheiten um die Ohren haut. Güntner ist noch kein Fatih Akin oder Thomas Arslan, aber auf dem besten Weg. mk.

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