Nelly & Monsieur Arnaud

  1. Ø 0
   1995
Nelly & Monsieur Arnaud Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Nelly verläßt ihren lethargischen Mann und lernt den älteren Monsieur Arnaud kennen. Sie soll einen autobiographischen Reisebericht des Ex-Richters zu Papier zu bringen. Durch die täglichen Besuche Nellys lernen sich die beiden vom bisherigen Beziehungsleben Enttäuschten näher kennen und bauen eine fragile Beziehung auf.

In einem Pariser Café lernen sich zwei einsame Menschen kennen. Pierre Arnaud ist ein reicher Geschäftsmann im Ruhestand, der nicht recht weiß, was er mit seiner Freizeit anfangen soll. Nelly ist eine Aushilfskellnerin, die gerade ihren lethargischen Mann verlassen hat. Arnaud macht Nelly ein verlockendes Angebot. Er bietet sich an, all ihre Schulden zu begleichen, wenn diese sich bereit erklärt, seine Memoiren abzutippen. Schon bald entsteht aus der distanzierten Arbeitsbeziehung eine zärtliche Freundschaft.

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Kritikerrezensionen

  • Nach „Ein Herz im Winter“ nun also zwei Herzen im Herbst. Die Jahreszeit des Wechsels, der Klimaverschiebungen meteorologischer und emotionaler Art, ist wie geschaffen für Claude Sautets neuen Film, wird doch das Leben der beiden zentralen Charaktere „Nelly & Monsieur Arnaud“ tiefgreifende Veränderungen erfahren. Nelly (Emmanuelle Béart) verläßt ihren lethargischen, arbeitslosen Mann und findet in Monsieur Arnaud (Michel Serrault) einen unerwarteten Fixpunkt in ihrer Neuorientierung, eine kommunikative Anlaufstelle zum Austausch von Gedanken, ein Mann, der ihr alle Aufmerksamkeit schenkt, ohne ihr zu nahe kommen zu können. In einem Bistro – wie schon in „Ein Herz im Winter“ einer der dominierenden Schauplätze – lernen sich die beiden Einsamen kennen. Nelly soll einen autobiographischen Reisebericht des Ex-Richters und Geschäftsmannes mit kritischer Stimme für eine endgültige Fassung zu Papier bringen. Die täglichen Besuche der schönen, jungen, verschlossen wirkenden Frau nehmen im Leben des kultivierten, aufmerksamen und familiär enttäuschten Mannes eine Bedeutung an, die ihn zunehmend schreckt. Mit der von ihm gewohnten emotionalen Zurückhaltung, dem Verzicht auf Theatralik und melodramatische Gesten, beobachtet Sautet die Annäherung der beiden. Doch nur Arnaud läßt sie wirklich zu, und als Nelly sich ihrer Gefühle endlich bewußt wird, hat Arnaud aus Selbstschutz schon die Konsequenzen gezogen. Von Serraults trockenem Witz einmal abgesehen, ist wenig Heiterkeit in diesem inhaltlich zu spartanischen Film. Optimismus kapituliert, Herbst dominiert – auch in den Farben. Sautets Inszenierung ist einfach gehalten: wenig Bewegung, viele Nahaufnahmen, ein paar Blenden ins Schwarz. Obwohl viel geredet wird, ist „Nelly & Monsieur Arnaud“ ein Film der Stille, in den man hineinhorchen kann. Nichts lenkt ab von den exzellenten Darstellern, nicht einmal die Musik Philippe Sardes, die vielleicht an fünf Stellen zum Einsatz kommt. Zu kammerspielartig wohl für ein großes Publikum. Wer aber „Ein Herz im Winter“ mochte, wird auch in diesem Epilog trotz Leerlauf Momente intimster Schönheit finden. kob.

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