Nanga Parbat

  1. Ø 2.7
   2009

Nanga Parbat: Visuell gewaltiges Bergdrama von Joseph Vilsmaier über Triumph und Tragödie der Messner-Brüder Reinhold und Günther 1970 im Himalaja.

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Filmhandlung und Hintergrund

Nanga Parbat: Visuell gewaltiges Bergdrama von Joseph Vilsmaier über Triumph und Tragödie der Messner-Brüder Reinhold und Günther 1970 im Himalaja.

1957 erklettern Reinhold und Günther Messner noch Friedhofsmauern in Südtirol, 1970 wollen sie am Nanga Parbat die höchste Steilwand der Welt meistern. Von Beginn an gibt es Spannungen zwischen den zwei Individualisten und Expeditionsleiter Karl Maria Herligkoffer. Doch auch er stimmt nach wochenlangen Verzögerungen unter Erfolgs- und Zeitdruck schließlich Reinholds Vorschlag zu, bei schlechtem Wetter allein zum Gipfel gehen zu wollen. Dass Günther ihm folgen und eine Tragödie einleiten wird, ahnt keiner von beiden.

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Kritikerrezensionen

  • Die besten Geschichten schreibt das Leben. Die tragischsten auch. Joseph Vilsmaier bekannt für seine historischen Filme und Biopics hat sich dieses Mal daran gemacht, einen Teil von Reinhold Messners Leben zu verfilmen. Messner, rekordgekrönter Bergsteiger und Bergsteigerstar ist ein Mann der Superlative. Er hat alle 14 Achttausender der Erde bestiegen und darüber selbst 40 Bücher geschrieben.

    Reinhold Messner, dem wahrscheinlich bekanntesten Bergsteiger unserer Tage ist nicht alles gelungen. Seine Ziele hat er meist erreicht, die höchsten Gipfel dieser Erde, doch ihn hat das Schicksal auch schon hart gebeutelt. Auf einer Expedition zum Nanga Parbat, im Himalaja, verliert er seinen jüngeren Bruder Günther. Dieser Schuldfrage geht der Film „Nanga Parbat“ nach.

    Der Nanga Parbat hat das Leben von Reinhold Messner verändert. Vor dem tragischen Unfall seines Bruders Günthers fühlte er sich unbesiegbar, „seitdem weiß ich, dass das Leben begrenzt ist. Seitdem lebe ich intensiver, geradliniger“, sagt er. Dort war er an der Grenze zum Tod.

    Nanga Parbat heißt Nackter Berg. Er ist mehr als 8000 Meter hoch und der neunthöchste Gipfel der Erde. Aus Sicht eines Bergsteigers gilt er als der anspruchsvollste.
    Ab 7000 Metern fängt die so genannte Todeszone an, wo kaum noch Sauerstoff in der Luft ist. Den Zustand beschreibt Messner, als ob das Gehirn leer sei und mit Watte gefüllt. 40 Grad Minus und Stürme mit bis zu 100 Stunden km/h toben dort oben. Auch Regisseur Vilsmaier lernte bei den Dreharbeiten den Respekt vor dem Berg kennen. Den Nanga Parbat nennt er einen Berg zum Fürchten. Gedreht wurden die Landschaftsaufnahmen vor Ort im Himalaja, die Kletterszenen überwiegend in Tirol.

    Die Zusammenarbeit zwischen Vilsmaier und Messner wurde letztendlich durch den Letzteren angestoßen. Er hat Vilsmaier einen Brief geschrieben und angefragt, ob dieser sich eine Zusammenarbeit vorstellen könne. Zur Realisierung kam es dann erst einige Jahre später. Vilsmaier fungierte als Produzent und Regisseur. Bei den Dreharbeiten war Messner als Berater mit vor Ort dabei.

    Den ersten Dreitausender hat Messner mit 5 Jahren zusammen mit seinem Vater bestiegen. Er ist in den Dolomiten groß geworden.
    Der heute 65-jährige Reinhold Messner sagte in einem Interview im September 2009, dass er noch am Stück 2000 Höhenmeter ersteigen könne.

    „Bergsteigen ist der Widerstand gegen den herausgeforderten Tod. Die Kunst dabei ist, nicht umzukommen“, so Messner. Er ist ihm nicht nur dort noch einmal davongekommen.

    Fazit: Auf Tatsachen beruhender, spannender Bergsteigerfilm mit gigantischen Landschaftsaufnahmen, der sich mit der Schuldfrage am Tod eines Menschen in einer Extremsituation auseinandersetzt.
  • Die Verbundenheit und Tragödie der Brüder Reinhold und Günther Messner im Massiv des Himalaja stehen im Mittelpunkt von Joseph Vilsmaiers optisch gewaltigem Bergdrama.

    Wie 1970 das Leben Günther Messners endete und welche Rolle dabei seinem Bruder zufiel, beschäftigte die Medien noch Jahrzehnte. Reinhold Messner, Expeditionsleiter Karl Maria Herligkoffer und einige Teammitglieder duellierten sich mit Vorwürfen in Prozessen oder in Büchern. Dramatischer Sprengstoff und ein perfektes Basislager für großes Kino. Bilder aus den Dolomiten sorgen für einen starken Einstieg, zeigen die Brüder 1968 in der Wand und Reinhold als Kletterer mit mehr Talent und Risikobereitschaft. In drei weiteren Zeitstationen entfaltet sich die Messner-Chronik. 1957, in der Jugend in Südtirol, wird skizziert, wie nah sich beide standen, wie sehr der Jüngere aber im Schatten des Älteren stand. September 1970 unterbricht Reinhold einen Vortrag Herligkoffers über den tragisch erkauften Erfolg am Nanga Parbat, setzt ihn mit seinen eigenen Erinnerungen fort. Die zentrale Rückblende zum Titelschauplatz führt nun, exklusiv aus Messners Perspektive, einige Monate zurück. Sichtbar werden die Spannungen zwischen den Individualisten aus Südtirol und dem vom großen deutschen Auftrag schwärmenden Herligkoffer (Karl Markovics) – ein Selbstvermarktungsprofi, wie Messner es später auch wurde, aber hier manchmal an der Grenze zur Witzfigur angelegt. Deutlich wird auch die Ambition von allen Bergsteigern, die neue Route und damit die dreifache Höhe der Eiger Nordwand als Erster zu meistern. Nach wochenlangen Verzögerungen durch das Wetter geht es unter Zeitdruck los. Als Günther auf Wunsch Herligkoffers nicht den Gipfel stürmen, nur den Abstieg Reinholds und des zweiten Teams sichern soll, nimmt die Katastrophe ihren Lauf. Übereilt folgt er dem allein voraus gestiegenen Bruder, bis sie gemeinsam den Gipfel erreichen, durch Günthers Kraftverlust und mangelnde Ausrüstung aber gezwungen werden, den unbekannten Abstieg über die andere Seite des Bergs zu wagen, auf dem eine Lawine schließlich Günther begräbt.

    In der Dramaturgie wagt der Film keine Experimente, im überzeugenden Gitarren-lastigen Score von Gustavo Santaolalla aber schon. Auf den Spuren von „K2“ oder „Sturz ins Leere“ erreicht „Nanga Parbat“ Intensität, lässt aber auch Chancen verstreichen, emotional noch mehr zu packen. So wirkt der Fund von Günthers Leiche 2005 durch eine Zeile im Nachspann nicht angemessen gewertet, bestätigt er doch im Ansatz Reinholds Aussagen über den Ablauf der Ereignisse und führt die Brüder zudem ein letztes Mal zusammen – eine Möglichkeit, die Fred Zinnemanns „Am Rande des Abgrunds“ noch mit einer unvergesslichen Sequenz nutzte. Ungeachtet einiger leicht artifiziell aussehender Inserts, Nahaufnahmen am Studioberg, die es ähnlich auch in „Nordwand“ gab, hat Vilsmaier hier mit einem limitierten Budget von sieben Mio. Euro durchaus Gewaltiges auf die Leinwand gestemmt. Die Naturkulisse, ob in Pakistan oder in Südtirol, dem Berg-Double für die Kletterszenen, ist spektakulär eingefangen, mit vielen majestätischen Helikopterbildern, für die Cinemascope und das Kino erfunden wurde. kob.

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