Nachtlärm

Kinostart: 23.08.2012

Nachtlärm: Roadmovie und turbulenter Trip durch die Nacht um ein Elternpaar, dessen Baby geklaut wird.

zum Trailer

Filmhandlung und Hintergrund

Roadmovie und turbulenter Trip durch die Nacht um ein Elternpaar, dessen Baby geklaut wird.

Babys können so süß sein. Doch wenn sie die ganze Nacht durchschreien, geht das bei den Eltern schnell an die Substanz. Ein Glück, dass der kleine Tim immer dann einschläft, wenn Livia und Marco mit ihrem Golf unterwegs sind. Doch eines Nachts, wieder mal zu dritt auf Einschlaftour, passiert das Unfassbare: An einer Raststätte wird in einem Moment der Unaufmerksamkeit ihr Golf mitsamt geliebtem Schreikind gestohlen. Sofort machen sich Livia und Marco an die Verfolgung, und erleben eine Nacht, die sie nie wieder vergessen werden.

Bilderstrecke starten(9 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Nachtlärm

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

0,0
0 Bewertung
5Sterne
 
(0)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

    1. Eine Autofahrt ist die beste Zeit für ein Beziehungsgespräch. Aber nicht in der Nacht, nicht, wenn die Eltern emotional eh am Rande des Vulkans tanzen, und nicht, wenn das schreiende Baby auf dem Rücksitz kräht. Andererseits: Das sind die Situationen, da muss alles raus und Livia hat eine Menge Vorwürfe vorzubringen, während Marco sich verschließt, wie er vielleicht sowieso mit der Gesamtsituation unzufrieden ist. Wenn das Liebespaar zu Eltern wird, bleibt manches auf der Strecke. Zumal bei einem Schreikind, das keine Minute Ruhe gibt und zumal, wenn die Normalität des Lebens völlig abhanden gekommen ist.

      In "Nachtlärm" erleben die beiden Hauptdarsteller Alexandra Maria Lara und Sebastian Blomberg als Livia und Marco das Schlimmste, was je passieren kann: Bei einem kurzen Halt an einer Raststätte wird ihr Auto mitsamt dem Baby gestohlen. Im folgenden verknüpft Regisseur Thomas Schaub recht geschickt eine Tragikomödie mit einem Roadmovie und erzählt vom Wiederfinden des Liebespaares in Zeiten ihrer größten Not. Zusammen mit seinem Drehbuchautor, dem Schweizer Schriftsteller Martin Suter ("Lila, Lila", "Small World") hat Schaub bereits mit "Giulias Verschwinden“ einen veritablen Erfolg verbucht.

      Recht locker und leicht hält Schaub die heitere Grundstimmung im Film, auch bei grundsätzlicher Missstimmung und größter Not, schalten sie geschickt zwischen den Verfolgern und den Verfolgten. Während die Eltern nun mal endlich nicht mehr auf ihre Beziehung zurückblicken, sondern einem Ziel nachjagen, muss sich ein Gangsterpärchen (Carol Schuler und Georg Friedrich), das eigentlich einfach nur Spaß haben wollte, mit einem lästigen Baby auseinandersetzen. Wobei Claire unbekannte Muttergefühle entwickelt und Jorge beim Wickeln und Flaschengeben väterliche Qualitäten offenbart. Bis ihm wieder mal irgendwelche Sicherungen durchbrennen. Im Hintergrund stets dabei: Der Mercedesbesitzer, dessen Wagen Livia und Marco in ihrer Not geschnappt haben und der eine ganz eigene Agenda betreibt.

      Das Geschehen entwickelt sich dynamisch-flott, doch die Gefühle fallen dabei unter den Tisch. Am stärksten zeigt sich der Mangel an emotionaler Tiefe in einer ohnehin eher überflüssigen Episode um einen Triebtäter, bei der aber nie die Gefahr wirklich spürbar ist, nicht zuletzt weil dem Zuschauer die Figuren nie wirklich nah sind. Zumal sich Livia und Marco als Eltern einfach falsch benehmen, als wäre keiner der beteiligten Personen Vater oder Mutter. Natürlich sind die Dreharbeiten mit einem Baby produktionstechnisch schwierig, dass aber weder Livia noch Marco ihr Kind jemals in den Arm nehmen, befremdet dann doch.

      Fazit: "Nachtlärm" ist ein Beziehungsdrama im Rahmen einer Tragikomödie und einem Roadmovie. Eine Mischung, die an den besten Stellen des Films ihre Spannung und ihren Witz entfaltet. Doch im Ganzen kann der Film den Charme der Idee nicht durchhalten.
    2. Nachtlärm: Roadmovie und turbulenter Trip durch die Nacht um ein Elternpaar, dessen Baby geklaut wird.

      Nach einem Drehbuch des Schweizer Bestsellerautoren Martin Suter inszeniert dessen Landsmann Christoph Schaub einen absurden Cocktail aus Familiendrama, Road-Movie-Krimi und Horrorthriller.

      Fast alles, was Martin Suter anpackt, wird zu Gold, vor allem auf literarischer Ebene. Hier liefert der Schweizer Literat einen Bestseller nach dem anderen ab. Für „Nachtlärm“ hat er sich nun erneut mit seinem Landsmann, dem Regisseur Christoph Schaub, zusammengetan. Der Film beginnt mit der detailgenauen Beschreibung eines jungen Paares (Alexandra Maria Lara und Sebastian Blomberg), dessen Nerven blank liegen, weil der frischgeborene Nachwuchs es vorzieht, eine Nacht nach der anderen durchzuschreien, dass sich die Balken biegen - eine Situation, die jeder, der Kinder großgezogen hat, problemlos nachvollziehen kann.

      Als das Auto mitsamt Baby an einer Autobahnraststätte - man war gerade auf Einschlaftour - geklaut wird, kippt das einfühlsame Familiendrama plötzlich in einen wilden Mix aus Road Movie, Verfolgungsjagdkrimi und Horrorthriller. Mit einem Mal finden sich die arglosen Protagonisten Livia und Marco in einem Gruselszenario wieder, in dem es vor fiesen Kleinkriminellen, als Polizisten getarnten Killern und psychopathischen Vergewaltigern nur so wimmelt, eine herrenlose Pistole und ein Sack voller Geld inklusive. Die einzelnen Szenen funktionieren dabei vor allem für sich genommen - hier punktet Österreichs Charakterkopf Georg Friedrich als Halunke mit Herz für Kleinkinder - doch finden sie nur selten zu einer Einheit zusammen. Das Ergebnis ist eine waghalsige Plot-Konstruktion und ein Genre-Durcheinander, das durch den Einsatz der Darsteller, die mit ihren zeitgemäßen Dialogen und viel Sprachwitz ins Schwarze treffen, abgefedert wird.

      Allerdings bleibt Schaub oftmals zu nahe bei seinen Darstellern, inszeniert kammerspielartig und vergisst darüber, richtige Kinobilder, Landschaften und Panoramen - für ein gutes Road Movie unabdinglich - zu zeigen. lasso.

    Kommentare

    1. Startseite
    2. Alle Filme
    3. Nachtlärm