Filmhandlung und Hintergrund

Drama über einen jungen Soldaten, der nach seinem Afghanistan-Einsatz nicht mehr ins Leben zurückfindet.

Bundeswehrsoldat David (Hanno Koffler) kehrt nach seinem Auslandseinsatz in Afghanistan in das heimatliche Schwarzwalddorf zurück, wo ihn Familie und Freundin Kirsten (Petra Schmidt-Schaller) in die Arme schließen. Doch die Erlebnisse in der Krisenregion haben den 25-jährigen Sanitäter schwer erschüttert und einen Traumatisierten zurückgelassen, der die Nähe zu seinem jungen Halbbruder Benni (Jona Ruggaber) sucht. Eine gefährliche Beziehung.

Gut gespieltes Kriegsheimkehrerdrama um einen Soldaten, dessen posttraumatische Belastungsstörung eine Psychose auslöst, die in einem Gewaltausbruch zu eskalieren droht. Debütantin Brigitte Bertele verschärft den psychoanalytischen Zugang mit alptraumhaften Rückblenden.

David ist Mitte 20 und Bundeswehrsoldat. Als er von seinem Afghanistan-Einsatz in sein beschauliches Dorf im Schwarzwald heimkehrt, feiern ihn seine Familie und Freunde als Held. Doch David wird geplagt von dunklen Kriegserlebnissen, die er mit niemandem teilen kann. Als eine Art Selbsttherapie fordert er seinen kleinen Halbbruder zu gefährlichen Mutproben auf.

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Kritikerrezensionen

  • Nacht vor Augen: Drama über einen jungen Soldaten, der nach seinem Afghanistan-Einsatz nicht mehr ins Leben zurückfindet.

    Etwas boshaft könnte man dem SWR mangelnde Professionalität vorwerfen. Andererseits belegt der Vorfall, wie virulent das Thema ist: Zur gleichen Zeit wurden in verschiedenen Redaktionen Filme über einen Afghanistan-Heimkehrer entwickelt. Als man die Doublette bemerkte, war es zwar noch nicht zu spät, aber offenbar wollte keiner von seinem Projekt lassen. Und da zwischen den Ausstrahlungen über acht Monate lagen, können Sender und Zuschauer mit den Parallelen leben.

    Tatsächlich aber erzählt Brigitte Maria Bertele mit ihrem Erstlingsfilm „Nacht vor Augen“ (Buch: Johanna Stuttmann) fast exakt die gleiche Geschichte wie Andreas Senn mit „Willkommen zuhause“: Ein Soldat kommt traumatisiert in den Schwarzwald zurück, will nicht wahrhaben, dass er eine Gefahr für seine Umwelt und sich selbst darstellt, schlägt alle Warnungen in den Wind und entwickelt sich zur wandelnden Zeitbombe. Die „Bloch“-Episode „Tod eines Freundes“ (eine SWR-Koproduktion) befasste sich ebenfalls mit dieser Thematik.

    Die beiden Absolventinnen der Ludwigsburger Filmakademie konzentrieren sich in ihrem „Debüt im Dritten“ ganz auf David, einen durchtrainierten attraktiven jungen Mann, den scheinbar nichts erschüttern kann. Im Gegenteil: Nach einem Zwischenfall in Afghanistan wurde ihm sogar eine Medaille verliehen, weil er 22 Menschen das Leben gerettet hat. Trotzdem hat ihn das Erlebnis sichtbar aus der Bahn geworfen. Den Verführungskünsten seiner hübschen Freundin (Petra Schmidt-Schaller) kann er nichts abgewinnen, schon Kleinigkeiten wecken seinen Jähzorn, und immer wieder wacht er auf, weil er ins Bett gepinkelt hat. Ausgerechnet sein acht Jahre alter Halbbruder bringt dunkelste Seiten zum Vorschein: Weil der kleine Benni (großartig geführt: Jona Ruggaber) im Fußball ein Weichei ist und von seinen Mitschülern gemobbt wird, will David einen harten Kerl aus dem Jungen machen. Er soll Lernen, wie man „Frieden für immer“ stiftet („Enduring Freedom“ heißt die Militäraktion im Rahmen des amerikanischen Kampfes gegen den Terrorismus). Beim Fußballtraining lässt David den Bruder immer wieder seine Wut spüren. Dann stiftet er ihn an, sein schwerverletztes Kaninchen mit einem Stein zu erschlagen; und schließlich drückt er ihm eine geladene Pistole in die Hand.

    Hanno Koffler legt die Darstellung des traumatisierten Soldaten völlig anders an als Ken Duken seine fast identische Rolle in „Willkommen zuhause“, verkörpert die psychischen Schäden aber nicht minder eindringlich. Auch Bertele und Stuttmann enthüllen in ihrem mit überschaubarem optischen Aufwand und entsprechend langen Einstellungen inszenierten Film erst nach und nach, was wirklich in Afghanistan passiert ist. Die Spiegelung des Traumas in dem kleinen Jungen hingegen ist ein dramaturgisch höchst bedeutsamer Unterschied; und die Erkenntnis, dass die Auszeichnung für David, der in der Lokalpresse als Held gefeiert wird, der pure Hohn ist, eine bittere Auflösung. tpg.

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