Filmhandlung und Hintergrund

Witzige Komödie mit Bettina Zimmermann und Christoph M. Ohrt über einen Kulturkrieg am Gartenzaun.

Zunächst reagiert Familie Brücker noch positiv auf die neuen chinesischen Nachbarn, aber dann wird klar, dass sie Familie Wang unterschätzt haben. Vater Hua schnappt Michael den Posten als Geschäftsführer weg, Li ist nicht bloß Supermutter, sondern auch Professorin, und auch die Kinder müssen sich der neuen Konkurrenz schulisch und sportlich geschlagen geben. Im Nu steht es 4:0 für die Chinesen, doch die Brückers schlagen zurück. Prompt eskaliert der Wettstreit.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Nachbarn süß-sauer: Witzige Komödie mit Bettina Zimmermann und Christoph M. Ohrt über einen Kulturkrieg am Gartenzaun.

    Es gibt großartige Komödien über Konflikte am Gartenzaun; Sat.1 hat beispielsweise mit „Allein unter Nachbarn“ oder „Weihnachtskrieg“ bereits einige amüsante Beiträge zu diesem Subgenre geleistet. „Nachbarn süß-sauer“ geht noch einen Schritt weiter, denn diesmal resultiert der Kleinkrieg aus dem Zusammenprall zweier scheinbar unvereinbarer Kulturen.

    Die neuen Nachbarn der vierköpfigen Berliner Familie Brücker, der Titel deutet es an, kommen aus China; und sie können alles besser. Genüsslich konfrontiert die Geschichte sämtliche Mitglieder der Familie mit einem Antagonisten, gegen den sie keine Chance haben: Mutter Lisa (Bettina Zimmermann) ist eigentlich ganz stolz darauf, die Kinder und ihren kleinen Blumenladen unter einen Hut zu bekommen, aber Nachbarin Li Wang (Linda Chang) erzieht ihren Nachwuchs nicht nur zu Intelligenzbestien, sie ist nebenbei auch noch Professorin für Betriebswirtschaft; prompt desertieren sämtliche Freundinnen Lisas mit fliegenden Fahnen zur Supermutter. Vater Michael (Christoph M. Ohrt) hat die Solarfirma seines Chefs (Stephan Grossmann) gerettet, aber angesichts der wenig erbaulichen Entwicklung im Solargewerbe wird ihm ein Finanzchef zur Seite gestellt, und das ist selbstredend niemand anderes als Nachbar Hua Wang (Fang Yu), der ihm dann auch noch den Posten als Geschäftsführer wegschnappt. Den Kindern ergeht es nicht besser: Die beiden Töchter wetteifern um den gleichen Jungen, die beiden Söhne messen sich sportlich; und auch auf diesen Gebieten erweisen sich die Chinesen als unschlagbar.

    Das Drehbuch stammt von Martin Rauhaus, der neben Dramen wie „München 72“ oder zuletzt „Das Jerusalem-Syndrom“ immer wieder auch Komödien geschrieben hat, die vor allem durch ihre grandiosen Dialoge erfreuten, darunter „Ein starker Abgang“ oder zuletzt „Nichts für Feiglinge“; deshalb bekämpfen sich die verfeindeten Familien nicht nur durch Taten, sondern schicken auch eine Menge verbale Giftpfeile aufs Nachbargrundstück. Dabei beginnt die Geschichte harmonisch, und zunächst sind es auch nur Kleinigkeiten wie der über Nacht regelmäßig in die Höhe schießende Bambus, die den Frieden stören; aber mit geradezu boshafter Freude am Detail beschreibt Rauhaus, wie die Lage eskaliert, bis es schließlich zum offenen Krieg kommt, der auch vor der Ruhestätte der Wangs für ihre Vorfahren nicht Halt macht.

    Die Geschichte ist derart abwechslungsreich, dass Granz Henman („Teufelskicker“) bei seiner Inszenierung nicht für zusätzliche Dynamik sorgen muss. Turbulent wird es erst am Ende, als sich die Wut im Nahkampf entlädt und Henman die Zweikämpfe zwischen den Brückers und den Wangs als köstliche Parodie auf Kung-Fu-Filme inszeniert. Besonders frech ist das Zitat jenes berühmt gewordenen Bildes aus der Zeit des Mauerbaus, als ein junger NVA-Soldat beherzt in die Freiheit springt. Den Schauspielern ist zudem förmlich anzumerken, wie viel Freude ihnen die Dialoge bereitet haben müssen. Großartig ausgedacht und gespielt ist zum Beispiel eine Szene, in der Zimmermann und Ohrt einen lautstarken Streit des Nachbarpaares „synchronisieren“. Auch die Jugendlichen hat Henman gut geführt; vor allem seine hübsche Tochter Cosima empfiehlt sich für weitere Aufgaben. Das Schlussbild mit Tom Gerhardt als neuem russischen Nachbarn lässt auf eine Fortsetzung hoffen. tpg.

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