Nach Fünf im Urwald

  1. Ø 5
   1995
Nach Fünf im Urwald Poster

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Filmhandlung und Hintergrund

Nach Fünf im Urwald: Mit völlig unverkrampften Dialogen und Charakterzeichnungen gelingt Regisseur Hans-Christian Schmid eine sensationell unterhaltsame Geschichte über das Jungbleiben.

Nach einer eskalierten Geburtstagsfete erhält Anna von ihren recht spießigen Eltern Stubenarrest. Um dennoch bei einem geplanten Vorsingen im entfernten München dabeisein zu können, büchst die 17jährige kurzentschlossen aus. Während Anna in München eine Reihe von Abenteuern erlebt, entdecken ihre Eltern bei ihrer besorgten Suchen nach der Tochter, daß sie auch einmal jung gewesen sind.

Als die spießigen Eltern der 17jährigen Anna nach Hause kommen, finden sie die Wohnung völlig verwüstet vor. Annas erste große Geburtstagsfete ist ganz offensichtlich aus dem Ruder geraten. Nach einem Streit zwischen Vater und Tochter nimmt Anna Reißaus und fährt mit Simon, ihrem scheuen Verehrer, nach München, wo sie sich als Janis-Joplin-Double für einen Werbespot bewerben will. Während die beiden in der Bayernmetropole eine Reihe von Abenteuern erleben, stellen die Eltern auf der Suche nach ihren Kindern fest, daß auch sie einmal jung gewesen sind.

Die spießigen Eltern von Anna, die unbedingt an einem Vorsprechen in der Großstadt teilnehmen will und die Kurve kratzt, wandeln sich in Gesellschaft der Eltern eines anderen Ausreißers zu ultracoolen Späthippies. Urkomischer Generationskonflikt der unverkrampften Art mit Shootingstar Franka Potente.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mit „Nach Fünf im Urwald“ ist Hans-Christian Schmid ein erstaunliches Kunststück gelungen: ein vollkommen unverkrampfter deutscher Film, der mit dem Finger am Puls der Zeit eine Geschichte erzählt, in der sich Kinozuschauer über die Altersschranken hinweg wiederfinden werden. Mehr noch: Der urkomische Generationenkonflikt wirbt erfolgreich und sehr entspannt für Verständnis für die vorhergehende bzw. nachfolgende Generation.

    Nicht eine Komödie, sondern eine Geschichte über das Erwachsenwerden, nannten die Produzenten Jakob Claussen und Thomas Wöbke ihren Film im Vorfeld. Damit wird der Wahrheit nur zur Hälfte Genüge getan, denn „Nach Fünf im Urwald“ ist vor allem eine wunderbar witzige Story über das Jungbleiben. Im Mittelpunkt steht zu Beginn die junge Anna (Franka Potente), die im Haus ihrer recht spießigen Eltern Geburtstag feiert. Es ist ihr siebzehnter, und die Geschehnisse nehmen in einer ländlichen Kleinstadt ihren Lauf. Am folgenden Morgen finden die Eltern (Axel Milberg und Dagmar Manzel) ein Schlachtfeld vor. Es gibt ein Donnerwetter, und Anna ergreift die Flucht: Simon, ein Junge aus der Nachbarschaft, nimmt sie mit nach München.

    An dieser Stelle beginnt der Film zwei Geschichten zu erzählen, denn Autor und Regisseur Hans-Christian Schmid begnügt sich nicht mit einer herkömmlichen coming-of-age-story, ihn interessieren nicht nur die Erfahrungen seiner wunderbaren Protagonistin Anna in der Großstadt, sondern vor allem auch, wie ihre Eltern diese Phase des Erwachsenwerdens ihrer Tochter erleben und welche Veränderungen sie bei ihnen auslöst. Besorgt folgen Wolfgang und Karin ihrer Tochter nach München, suchen sie auf Techno-Parties und treffen auf Leidensgenossen: Oliver und Johanna suchen ihrerseits ihren Sohn Simon. Während Anna eine Kleinodyssee in der Großstadt antritt, erinnern sich die vier Erwachsenen ihrer eigenen Jugend. Als Anna am nächsten Tag geläutert heimkehrt, bietet sich ihr ein ähnliches Bild der Verwüstung, wie ihre Eltern es am Tag zuvor vorgefunden hatten.

    Die Zweiteilung des Plots beschert dem Film einen virtuos genutzten Spannungsbogen und beachtliches humoristisches Potential. Dabei bleibt Hans-Christian Schmid mit seinen wunderbaren Dialogen und stimmigen Handlungsorten immer der Realität verpflichtet. Auch die Charaktere sind sorgfältigst ausgearbeitet. Daß den Erwachsenen, die zu Beginn die „Aggressoren“ darstellen, die lustigsten Szenen vorbehalten bleiben, während die etwas weniger interessanten Erlebnisse Annas eher Grund zum Nachdenken geben, kann mit Blick auf die dadurch entstehenden Identifikationsmöglichkeiten fürs Publikum nur als Geniestreich beklatscht werden. Großes Glück hatte Regisseur Schmidt bei der Wahl seiner Darsteller, allen voran Axel Milberg, der seiner Wandlung vom gestreßten Bürgermeisterkandidaten zum versierten Jointbastler Glaubwürdigkeit verleiht, ohne jemals lächerlich zu wirken, und die junge Falkenberg-Schülerin Franka Potente, die sich mit ihrem natürlichen Spiel als Neuentdeckung des Jahres empfiehlt. Trotz der auf TV-Bedürfnisse zugeschnittenen Optik wird „Nach fünf im Urwald“ Kinobedürfnissen immer gerecht: Die Figuren und Dialoge sind von einer überschäumenden Vitalität beseelt, die jede noch so große Leinwand spielend ausfüllt. sas.

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