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My Own Love Song

Poster

Darsteller und Crew

  • Renée Zellweger
    Renée Zellweger
  • Forest Whitaker
    Forest Whitaker
  • Elias Koteas
    Elias Koteas
  • Nick Nolte
    Nick Nolte
  • Annie Parisse
    Annie Parisse
  • Olivier Dahan
    Olivier Dahan
  • Alain Goldman
    Alain Goldman
  • Madeline Zima
  • Jordan Carlos
  • Andrea Powell
  • Del Pentecost
  • Matthew Libatique
  • Stan Collet
  • Richard Marizy

Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Der französische Regisseur Olivier Dahan – der so unterschiedliche Filme wie „Die Purpurnen Flüsse II“ und die Piaf-Biographie „La Vie en Rose“ gedreht hat – inszeniert mit „My Own Love Song“ ein Stück Americana. Renè Zellweger spielt eine gelähmte frühere Sängerin, Forest Whitaker einen Irren, der von Engeln und Geistern faselt. Beide sind Außenseiter, Zellweger als Joey versucht, im Rollstuhl ihr Leben einigermaßen zu managen, Joey leidet unter Anfällen von Realitätsverweigerung, er ist sozusagen der Dorftrottel. Das schweißt zusammen, und vor allem Joey ist es, der sich an Jane hängt, die er zu trösten versucht, der er zu helfen versucht; auch, um selbst Trost und Hilfe zu erfahren.

      Diese beiden schickt Dahan auf die Reise, hinunter in den Süden der USA, vorbei an St. Louis, an New Orleans nach Baton Rouge. Eine uramerikanische Szenerie, das Roadmovie zur Erforschung der Landschaft und zur Erforschung des eigenen Ich, des Ich der anderen. Hier sind die Gehandicapten unterwegs, der Irre, die Frau im Rollstuhl, eine Verlorene schließt sich ihnen an: Billie, die vom Ehemann schnöde verlassen wurde: Drei Menschen mit verschiedenen inneren Wunden, als Freaks isoliert vom Außen, von den anderen. Und doch zugehörig, denn immer wieder wird ihnen Gastfreundschaft, Freundschaftlichkeit zuteil. Und immer wieder sind sie selbst, die Mühseligen und Beladenen, in der Situation, Freundschaftlichkeit auszuteilen. Ein altes Ehepaar auf einer letzten Reise bittet die gelähmte Jane um Zigaretten, oder wenigstens um ein Lächeln; als Dank bieten sie ein Lied: „I Believe in You“.

      Das ist nun wider Erwarten alles andere als kitschig. Es ist herzerwärmend und berührend, es geht ums Gefühl, nicht um die Sentimentalität. Dafür sorgt Dahan durch bizarre Elemente, durch riesige Zeichentrickvögel, die durch New Orleans marschieren; und durch eine Episode mit Nick Nolte als alterndem Bluesmusiker, die in ihrer Skurrilität heraussticht, ohne aus dem Film herauszufallen. Nolte ist ein völlig verlotterter, behaarter Typ mit tiefgrollender Stimme, er spielt Gitarre wie ein Gott – nein, eher wie der Teufel, deshalb gibt er eine Anekdote zum Besten von Robert Johnson, dem legendären Bluesmusiker des amerikanischen Südens, der für seine perfekt gestimmte Gitarre und sein perfektes Spiel dem Teufel seine Seele verkauft haben soll… Im Anschluss essen die Reisenden Kekse, ganz besondere Kekse, und eine phantastisch-eigenwillige Psychedelic-Sequenz schließt sich an…

      Auch Nolte ist ein Wegweiser für Jane, die unterwegs ist zu ihrer inneren Heilung, ohne es zu wissen. Doch sie hat sich schon geöffnet, sie singt wieder Lieder vor Publikum, seit Jahren hat sie das nicht getan. Und sie willigt ein, mitzugehen, als sie merkt, wohin Joey sie führt: Zur Kommunion ihres Sohnes, den sie nach dem Autounfall, nach ihrem Koma einer Pflegefamilie überlassen hatte. Und auch das, die Familienzusammenführung, ist nicht schnulzig: weil der Film sich immer mehr in Gefilde jenseits der Realität begeben hat, weil hier eine überhöhte Utopie von Gemeinschaft und Gegenseitigkeit gezeigt wird – die Kommunion ist Teil dieser Geschichte von community; und natürlich singt Jane auch das eine, große, allumfassende Lied: „This Land is Your Land, This Land is My Land“…

      Fazit: Road Movie der Gehandicappten durch den Süden der USA, eine Bewegung der Mühseligen und Beladenen zu sich selbst, zu einer Erfahrung von Gemeinschaft.
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