Mutters Courage

  1. Ø 0
   1995
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Mutters Courage Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Mutters Courage: In eindringlichen Bildern beschreibt Michael Verhoeven den Versuch einer Frau, ihre Familie vor den Nazis zu retten.

1944 ist Budapest von den Nazis besetzt. Als Elsa Tabori ihre Schwester besuchen will, wird sie von Geheimpolizisten verhaftet und in einen Zug gepfercht, der sie mit 4000 weiteren Juden in ein Vernichtungslager transportieren soll. Während die Gefangenen an der Grenze auf den Anschlußzug warten, trifft Elsa den Wissenschaftler Kelemen. Entsetzt über ihre Anwesenheit schiebt dieser die betagte Frau aus dem Wagon. Daraufhin nimmt Elsa all ihren Mut zusammen und verwickelt den verantwortlichen SS-Offizier in ein Gespräch…

Michael Verhoevens einfühlsame Verfilmung von George Taboris Erzählung über das Schicksal seiner Mutter, die genau den ironischen Ton des Autors trifft, der selbt als Kommentator der Handlung auftritt.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Neben Wim Wenders und Volker Schlöndorff gehört Michael Verhoeven wohl zu den profiliertesten Regisseuren des zeitgenössischen deutschen Films. Dabei gilt das Interesse des Filmemachers, der zum Broterwerb regelmäßig fürs Fernsehen arbeitet („Die schnelle Gerdi“, „Lilli Lottofee“) und mit seiner Firma Sentana Fremdproduktionen betreut, von jeher vornehmlich dem „politischen“ Film. Auch der neue Film von Michael Verhoeven, „Mutters Courage“, vom Regisseur nach einer Erzählung George Taboris für die Leinwand adaptiert, führt ihn wie schon „Die Weiße Rose“ zurück in Deutschlands nationalsozialistische Vergangenheit.

    Im von den Nazis besetzten Budapest des Jahres 1944 wird Elsa Tabori eines Tages, als sie sich gerade auf dem Weg zu ihrer Schwester befindet, von der ungarischen Geheimpolizei verhaftet. Kurz darauf findet sie sich, neben 4000 anderen Juden, in einen Zug eingepfercht wieder, der sie in ein Vernichtungslager transportieren soll. In einem kleinen Grenzort wird ein Zwischenstop eingelegt, weil auf einen anderen Zug umgestiegen werden muß. Während der Wartezeit trifft Frau Tabori auf Kelemen, einen alten Bekannten ihres Mannes, der empört ist, auch die Frau seines ehemaligen Gönners hier zu sehen. Von Kelemen aus ihrer Lethargie wachgerüttelt, faßt sich Elsa Tabori ein Herz und stellt den verantwortlichen SS-Offizier wegen ihrer Verhaftung zur Rede. Mit List, Mut und ungewohnter Unbotmäßigkeit gelingt ihr die Rückkehr in die Heimatstadt. Michael Verhoeven legt seinen Film als bittere Überlebensgroteske an, begeht dabei aber nicht den Fehler, das ernste Thema als schwermütiges Drama zu inszenieren. Er setzt George Tabori vielmehr als wortgewandten, ironischen und auch witzigen Erzähler ein, der die Geschichte seiner Mutter – und damit auch die Geschichte der Judenverfolgung in Budapest – aus heutiger Sicht kommentiert. So ist ein differenziertes Bild der Banalität des Bösen entstanden. Tabori selbst hat einmal treffend gesagt, daß jeder gute Witz eine Katastrophe, und jeder wirkliche Humor schwarz ist. Durch die Verbindung von Scherz und Schmerz wird das Tragische nicht triefend. „Mutters Courage“ ist ein wichtiger, brisanter und hochaktueller Film für ein aufgeklärtes Publikum.

    Hinzu kommt, daß die Geschichte auch handwerklich perfekt umgesetzt ist und von ausgezeichneten Darstellern getragen wird, wobei es besonders die Britin Pauline Collins („Shirley Valentine – Auf Wiedersehen, mein lieber Mann“) als Elsa Tabori und Ulrich Tukur als kunstsinnigen Offizier hervorzuheben gilt. geh.

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