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Mutter und Sohn

Kinostart: 25.09.1997

Filmhandlung und Hintergrund

Einfühlsames Mutter-Sohn-Porträt und Beschreibung vom Sterben in schöne, ausdrucksvolle Bilder verpackt.

In abgeschiedener Herbstidylle verbringt ein Sohn die letzten Tage und Wochen mit seiner schwerkranken Mutter. Sie schwelgen in gemeinsamen Erinnerungen, nehmen aber auch den Alltag im Jetzt bewußt wahr. Er liest ihr aus Märchen, Briefen und Postkarten vor, trägt sie nach draußen und läßt sie die nebelverhangene Landschaft betrachten.

Zentrum des ruhigen einsfühlsamen Dramas ist die tiefe innige Beziehung zwischen einer sterbenskranken Frau und deren Sohn. Regisseur Sokurov wählt romantische Landschaftsaufnahmen, um die tiefe Traurigkeit der beiden zu symbolisieren.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Das Drama "Mutter und Sohn" ist ein besonders eindrucksvolles Beispiel für den neuen rumänischen Film. Das intensive Porträt einer Frau, die ihren längst erwachsenen Sohn nicht loslassen will, gewann 2013 den Goldenen Bären der Berlinale. Regisseur und Co-Autor Calin Peter Netzer ("Maria", "Ehrenmedaille") liefert gleichzeitig tiefe Einblicke in eine traditionell korrupte Gesellschaft.

      Der zynische Unterton, mit dem der tödliche Unfall wie eine geschäftliche Angelegenheit geregelt wird, erzeugt eine hohe Ausgangsspannung. Trotz seiner moralischen Fragwürdigkeit wird Cornelias Handeln mit der Zeit verständlicher, erscheint gar legitim. Denn ihrer Überzeugungskraft können sich nicht nur ihre Gesprächspartner kaum entziehen. Cornelia wächst an ihrer Aufgabe, ebenso wie der lange nur lethargische Barbu. Eigentlich passt dieses Thema einer zu engen Mutter-Sohn-Beziehung, die in Bewegung gerät, so gar nicht zum tragischen Aufhänger der Geschichte. Aber der Kontrast bezieht den Zuschauer emotional stark ein.

      Offensiv sucht Cornelia die Grenzen des Machbaren und interpretiert sie so, dass sie gerade noch moralisch oder legal vertretbar erscheinen. Dabei tut sie nur besonders geschickt und mit übersteigertem Ehrgeiz, was in ihrem Umfeld gang und gäbe ist. Ihre minutiös geplante Taktik bespricht sie mit ihren einflussreichen Freunden und ihrem Mann. Man spürt die existenzielle Spannung, die die Menschen in korrupten Gesellschaften antreibt: das Misstrauen dem System gegenüber und die Erfahrung, dass der individuelle Spielraum recht groß ist und genutzt werden sollte.

      Die besondere Kraft, die die Filme der neuen rumänischen Welle verströmen, liegt in der genauen Beobachtung: Im unscheinbaren individuellen Alltag legen sie die Reibungsflächen des Gemeinwesens frei. So bekommen die Geschichten einen emotionalen Wiedererkennungswert weit über die eigene Gesellschaft hinaus. Netzers meisterhafter Film kommt mit wenigen, pointiert ausgesuchten Szenarien aus. Und ist dabei so verdichtet, dass einen das Entpacken seiner vielen Aspekte noch lange beschäftigt.

      Fazit: Ein 35-jähriger Unfallfahrer kommt nicht ins Gefängnis, weil er eine rührige Mutter hat: Der rumänische Berlinale-Gewinner "Mutter und Sohn" ist eine kraftvolle Psychostudie und verhandelt moralische Fragen mit meisterhafter Spannung.
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    2. Mutter und Sohn: Einfühlsames Mutter-Sohn-Porträt und Beschreibung vom Sterben in schöne, ausdrucksvolle Bilder verpackt.

      Für Alexander Sokurow sind die Grenzen von Dokumentar- und Spielfilm fließend. Mit „Mutter und Sohn“ liefert der russische Regisseur ein einfühlsames Porträt einer Mutter-Sohn-Beziehung und Beschreibung vom Sterben. Dem Sterben entspricht die Stimmung der Landschaft, die Sokurow in an Caspar David Friedrichs Gemälde erinnernde Bilder verpackt.
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