Filmhandlung und Hintergrund

Eine Art "Rashomon" im Golfkrieg inszenierte Regisseur Ed Zwick ("Legenden der Leidenschaft") unter solch namhafter Beteiligung wie Meg Ryan und Denzel Washington.

Seitdem er im Irakkrieg im Nachtkampf Befehl zum Feuer auf eigene Leute gegeben hat, leidet Lt.-Col. Serling unter Gewissensbissen. Umso fanatischer sucht er die Wahrheit bei der Klärung, ob die Helikopterpilotin Walden posthum eine Tapferkeitsmedaille erhalten soll. Kein leichtes Unterfangen, denn jeder aus ihrem Trupp erzählt eine andere Geschichte.

Im Verlauf eines unübersichtlichen Gefechts während des Golfkriegs läßt Panzerkommandant Nathaniel Serling versehentlich auf einen US-Panzer feuern. Dessen Besatzung kommt dabei ums Leben. Nach Washington zurückbeordert soll Serling nun herausfinden, ob die im Kampf gefallene Hubschrauberpilotin Karen Walden den höchsten US-Militärorden verdient. Widersprüchliche Aussagen der Augenzeugen erschweren Serlings Recherche. Der Berufssoldat setzt alles dran, diesmal keinen Fehler zu begehen.

Im Golfkrieg unterläuft Kommandant Nathaniel Serling ein folgenschwerer Fehler: Er gibt versehentlich das Kommando, auf eigene Leute zu schießen; ab nun plagen ihn Gewissensbisse. Aber nicht nur er muß in Zukunft darunter leiden, auch eine Helikopterpilotin bekommt seine neue Gewissenhaftigkeit zu spüren. Akribisch genau wird deren Einsatz im Irak untersucht.

Bilderstrecke starten(5 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Mut zur Wahrheit

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

3,0
1 Bewertung
5Sterne
 
(0)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(1)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • Mut zur Wahrheit: Eine Art "Rashomon" im Golfkrieg inszenierte Regisseur Ed Zwick ("Legenden der Leidenschaft") unter solch namhafter Beteiligung wie Meg Ryan und Denzel Washington.

    Start frei für die neue Oscar-Saison: Denzel Washington („Crimson Tide“) darf mit seiner superben Darstellung des von Gewissenskonflikten zerfressenen Army-Colonels Nathaniel Serling als sicherer Anwärter für eine der goldenen Statuetten gelten. In dem von Ed Zwick („Legenden der Leidenschaft“) intelligent inszenierten Militärdrama ist er mit der Untersuchung über das Führungsverhalten der im Golfkrieg gefallenen Hubschrauberpilotin Captain Karen Walden (Meg Ryan) beauftragt.

    Bereits 1989 arbeiteten Zwick und Washington bei dem historischen Kriegsfilm „Glory“ auf militärischem Terrain, das dem afro-amerikanischen Ausnahmeschauspieler einen Oscar als bester Nebendarsteller einbrachte. Im Fall von „Mut zur Wahrheit“ handelt es sich zwar um reine Fiktion, doch ist die von Patrick Sheane Duncan („Mr. Holland’s Opus“) verfaßte, vielschichtige Story ein Amalgam aus (mehr oder weniger) bekannten Fakten, so daß das Gefühl von fesselnder Authentizität - eingeläutet mit den realen Desert-Storm-Szenen der Opening Credits - bis zur letzten 115ten Minute aufrechterhalten werden kann.

    Die authentische Kriegs-Footage mündet übergangslos in die Szene, in der Lt.-Col. Serling (Washington) im Feindeskessel den Feuerbefehl auf einen nicht eindeutig identifizierten Panzer gibt. Dieses fatale feuer auf die eigenen Leute kostet einen seiner besten Männer das Leben und Serling, von seinem Vorgesetzten General Hershberg (Michael Moriarty) zu Stillschweigen verpflichtet, leidet fortan an schneidenden Schuldgefühlen. Sechs Monate später sucht er bei einer Investigation umso verbissener nach der Wahrheit, ob die erste für den Tapferkeitsorden posthum vorgeschlagene Frau, Captain Karen Walden (Ryan), die Medaille auch tatsächlich verdient. Mit einer an Akira Kurasawas „Rashomon“ erinnernden Erzählstruktur wird der von Serling anhand individueller Zeugenaussagen durchleuchtete Tathergang aus widersprüchlichen Perspektiven präsentiert. Er interviewt Waldens überlebende Crew-Mitglieder Ilario (Matt Damon), Altameyer (Seth Gilliam) und Sgt. Monfriez (Lou Diamond Phillips ausgezeichnet als Gung-Ho-Macho), deren individuelle Rückblenden Walden nach dem dramatischen Absturz ihres Choppers entweder als couragierte Kriegsheldin oder feige Heulsuse porträtieren. Die Wahrheit läßt sich schließlich in kein simples Schwarzweiß-Schema pressen.

    Seine obsessive Suche nach Wahrheit wird für Washingtons Figur, die sich in Alkoholismus flüchtet und sich zunehmend von ihrer bis dato harmonischen Familie distanziert, zur persönlichen Ehrenfindung. Washington spielt den innerlich zerrissenen Charakter mit kraftvollem Understatement, und seine Emotionen ergreifen, ohne schmalzig zu wirken. Die ansonsten auf romantische Rollen abonnierte Meg Ryan überzeugt in ihrer prägnanten Nebenrolle als stahlharte Soldatin. Auch der Rest der Besetzung ist ausnahmslos erste Güteklasse und verleiht dem emotionsgeladenen Konfliktfilm moralische Tiefe. Im Kern schwingt in „Mut zur Wahrheit“ eine überraschend verhaltene patriotische Note: An den höllischen Kriegsgeschehnissen wird nichts beschönigt, und auch das Militär wird von weniger vorteilhaften Seiten gezeigt. Zudem mit absoluter Stilsicherheit von Roger Deakins („Fargo“) fotografiert, kann es das packend-ambitionierte Integritätsdrama in jeder Hinsicht mit „Eine Frage der Ehre“ aufnehmen, dessen Einspiel erreichbar scheint. ara.

News und Stories

Kommentare