München Mord: Wo bist Du, Feigling

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   2016
München Mord: Wo bist Du, Feigling Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

München Mord: Wo bist Du, Feigling: Vierter Fall für das höchst ungewöhnliche Münchner Ermittlertrio.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Nach einem Zufallsmord im Park macht sich das ungewöhnliche Ermittlertrio auf die aussichtslose Jagd nach einem Phantom.

    Viele deutsche TV-Kommissare leiden unter irgendeiner Deformation. Die muss nicht immer im Vordergrund stehen, oft handelt es sich auch nur um eine kleine Abweichung von der Norm; aber gerade bei den Ermittlern der abendlichen Krimireihen hat fast jeder eine Macke. Es ist also beiliebe kein Alleinstellungsmerkmal von „München Mord“, dass das zu Beginn des ersten Films („Wir sind die Neuen„) aufs Abstellgleis in den Keller geschobene Trio charakterlich etwas sonderbar ist. Trotzdem sind Abteilungsleiter Ludwig Schaller (Alexander Held) sowie seine Mitarbeiter Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen) und Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier) mehr als bloß eine Ansammlung schräger Vögel. Das zeigt, wie gut Alexander Adolph und seiner Koautorin Eva Wehrum die Konzipierung der Figuren gelungen ist. Gut möglich, dass die Geschichte über einen Zufallsmord im Park, die Friedrich Ani und Ina Jung einem authentischen tragischen Ereignis nachempfunden haben, mit keinem anderen Ermittler-Team derart glaubhaft funktionieren würde. Die Suche nach dem Täter wird zur Jagd nach einem Phantom.

    Schon die Abkehr vom üblichen Schema macht „Wo bist du, Feigling“ äußerst reizvoll, denn die Frage nach typischen Krimimordmotiven wie Eifersucht, Rache oder Habgier spielt hier keine Rolle. Stattdessen nimmt sich der Film Zeit für die Trauer der untröstlichen Verlobten (Karoline Teska) des Toten. Dass das Drama dennoch heitere Momente hat, die weder aufgesetzt noch unangebracht wirken, ist ein weiterer Beleg für die herausragende Qualität der Reihe: Die Figuren sind nicht schräg, sie folgen nur ihrer eigenen Logik. Ihr Verhalten mag mitunter komisch sein, aber immer in sich schlüssig. So etwas klappt nur mit entsprechenden Schauspielern. Alexander Held, bereits 2014 für seine Rolle in „München Mord“ mit dem Bayerischen Fernsehpreis belohnt, verhindert gekonnt, dass der Abteilungsleiter zum schrulligen Ermittler verkommt. Fast noch besser ist die Leistung von Bernadette Heerwagen. Schon ihre Körpersprache ist ein Genuss, weil sie die von ihrem Chef „Fräulein Flierl“ genannte verhuschte Kommissarin konsequent von Kopf bis Fuß in die Defensive zwingen muss. Ein kleines darstellerisches Meisterwerk ist die Szene, in der Schaller sie auffordert, ihn anzuspucken, was sie einfach nicht fertigbringt. Bei seinem Freundfeind, dem Kriminaloberrat Zangel (Christoph Süß), gelingt ihm das besser. Die Provokation „intriganter Feigling“ genügt völlig. Da der neue Staatsanwalt (Simon Schwarz) zufällig Zeuge des Vorfalls wird, hat Schallers Vorgesetzter nun eine erste Abmahnung in seiner Personalakte.

    Sehenswert ist „Wo bist Du, Feigling“ nicht nur wegen der Schauspieler, auch bei der Bildgestaltung setzen Regisseur Anno Saul und Kamerafrau Nathalie Wiedemann immer wieder Akzente, ohne dabei den Fluss der Handlung zu stören. Selbst aus Schallers schlichtem Schreiten durch die Flure des Präsidiums machen die beiden kleine Kunstwerke. Ähnlich gut integriert sind einige skurrile Momente, etwa die Doppelbefragung zweier Taxifahrer, wobei der eine (Gerhard Wittmann) den anderen (Kim Ill-Young) völlig überflüssigerweise dolmetscht. Die Dialoge sind ohnehin wunderbar lebensnah und mitunter nur haarscharf nicht absurd. Gleiches gilt für Schallers wunderlich anmutende Recherchemethoden. Seine Fähigkeiten als Ermittler stehen allerdings außer Frage. Einmal zeigt Saul ihn von draußen abends in einer Kneipe, in der der Täter womöglich nach der Tat eingekehrt ist; das Licht lässt ihn wie eine Erscheinung wirken.

    Fazit: Der konsequente Verzicht auf die üblichen Krimimotive und die großartigen Leistungen der Darsteller belegen erneut die ungewöhnliche Qualität der ZDF-Krimireihe mit Alexander Held. tpg.

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