Filmhandlung und Hintergrund

Drama nach dem gleichnamigen Roman von Virginia Woolf. Im Jahre 1923 erinnert sich Mrs.Dalloway an ihre Jugend.

Clarissa Dalloway gibt eine ihrer perfekten Parties. Dieses Mal bringt ein Mann, den sie seit 30 Jahren nicht mehr gesehen hat, alles durcheinander. Sein überraschendes Erscheinen läßt Erinnerungen an einen vergangenen Sommer aufleben, als Clarissa zwischen zwei Männern stand. Zweifel über ihre damalige Entscheidung kommen auf.

An einem schönen Sommertag im London des Jahres 1923 steckt die wohlsituierte Ministergattin Clarissa Dalloway mitten in den Vorbereitungen zu einer ihrer legendären Parties. Da taucht bei dem Umtrunk für die Upper Class unerwartet ihre Jugendliebe Peter Walsh auf. Wehmütige Erinnerungen an vergangene Tage werden wach, und Mrs. Dalloway fragt sich, ob sie wohl die richtige Entscheidung getroffen hat, als sie vor gut 30 Jahren den Heiratsantrag Peters ablehnte und sich für einen anderen Mann entschied.

Mrs. Dalloway bereitet wieder ein Mal eine ihrer perfekten Parties vor. Alles läuft wie geplant. Doch dann taucht aus heiterem Himmel ein alter Bekannter auf. Dessen Anwesenheit läßt Mrs. Dalloway in wehmütigen Erinnerungen an einen Sommer in ihrer Jugend schwelgen. Gefühlvolles Drama nach einem Roman von Virginia Woolf.

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Kritikerrezensionen

  • Mrs. Dalloway: Drama nach dem gleichnamigen Roman von Virginia Woolf. Im Jahre 1923 erinnert sich Mrs.Dalloway an ihre Jugend.

    Mit ihrem Oscar-prämierten Meisterwerk „Antonias Welt“ hatte die Holländerin Marleen Gorris weltweit Erfolg. Vom ländlichen Leben in der Dorfgemeinschaft wechselt sie in ihrem neuesten Werk „Mrs. Dalloway“, der Adaption des gleichnamigen Virginia-Woolf-Romans, ins mondäne London. Dort wird für die elegante Lady Mrs. Dalloway ein sonniger Junitag zur dramatischen Reise in die Vergangenheit.

    Als der Roman 1925 erschien, galt er durch seine unkonventionelle Erzähltechnik als Sensation, faßte er doch reale Existenz, innere und äußere Entwicklungen grandios zusammen. Mit ihrer Verfilmung gelingt es Marleen Gorris, die Seelenzustände und Erinnerungen, Vergangenheit und Gegenwart und die zwei unterschiedlichen Handlungsstränge geschickt zu verbinden - sowohl durch die Montage als auch inhaltlich.

    Ein Sommertag im Jahre 1923, zwei Geschichten: Die mondäne Clarissa Dalloway bereitet eine ihrer legendären Partys für die Mitglieder der Upper Class vor. Während sie einkauft und durch die Straßen schlendert, erinnert sie sich an den Sommer vor 30 Jahren, als sie mit ihrer Freundin Sally die unbeschwerte Jugend genoß und zwei Männer um ihre Hand anhielten - der spontane Hitzkopf und Abenteurer Peter Walsh und der zurückhaltende, Sicherheit repräsentierende Gentleman Richard Dalloway. Sie entschied sich für den Gentleman.

    Den jungen Septimus Warren Smith quälen Erinnerungen an den Ersten Weltkrieg, an die Schützengräben und Explosionen, an den Tod. Seine Frau sucht ärztliche Hilfe für den psychisch kranken Mann. Doch niemand kann ihn vor Selbstvorwürfen retten, er begeht Selbstmord.

    Obgleich Clarissa Dalloway dem Soldaten nie begegnete, hat sein tragisches Ende dennoch Einfluß auf sie. Abends empfängt sie an der Seite ihres Gatten die Gäste, darunter auch Peter Walsh und Sally, die sie Jahrzehnte nicht gesehen hat. Die perfekte Gastgeberin sorgt für gute Stimmung. Als sie vom Tod des Unbekannten erfährt, führt das zur Katharsis, realisiert sie plötzlich ihr eigenes Schicksal, ihre unerfüllten Wünsche, ihr in Wahrheit ungelebtes Leben.

    „Mrs. Dalloway“ ist ein Film der leisen Töne, eine Reise in eine andere Zeit, eine fast kontemplative Betrachtung der Suche nach und die Angst vor dem Glück. Marleen Gorris erzählt von verkrusteten Strukturen einer Gesellschaft, von einer Frau, die aus Furcht vor der unkalkulierbaren Freiheit den „Goldenen Käfig“ wählte. Clarissas Reflexion über das Sein als Mrs. Richard Dalloway ist gekennzeichnet durch Schmerz, Trauer und Selbsterkenntnis, auch wenn sie zuletzt ihr Schicksal, in dem jeder Tag „in Falschheit, Lügen und Geschwätz versank“, akzeptiert. Zwar hat „Mrs. Dalloway“ vielleicht nicht die urwüchsige Kraft und den Optimismus von „Antonias Welt“ und ist auch schwerer zugänglich, entwickelt aber dennoch eine Faszination, vor allem durch Vanessa Redgrave als Heroin zwischen Stärke und Schwäche. Schon aufgrund des Renommées der Regisseurin sollte ein Erfolg in Häusern mit Arthouse-Konzept garantiert sein. mk.

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