Morgen sind wir frei

   Kinostart: 14.11.2019

Morgen sind wir frei: Historisches Drama über das Schicksal einer deutsch-iranischen Familie, die Ende der 70er Jahre die Folgen der „Islamischen Revolution“ zu spüren bekommt.

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„Morgen sind wir frei“ im Kino

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Filmhandlung und Hintergrund

Historisches Drama über das Schicksal einer deutsch-iranischen Familie, die Ende der 70er Jahre die Folgen der „Islamischen Revolution“ zu spüren bekommt.

Beate (Katrin Röver) ist Chemikerin und lebt mit ihrem Mann Omid (Reza Brojerdi) und der gemeinsamen Tochter Sarah (Luzie Nadjafi) in der DDR. In Omids Heimatland, dem Iran, tobt die „Islamische Revolution“, ihr Anführer – Ruholla Chomeini – verspricht dem Volk bessere Lebensverhältnisse und Wohlstand.

Als Chomeinis Machtergreifung durch die Nachrichten geht, verfällt Omid in Jubel und teilt seiner Frau mit, er könne nun endlich in seine Heimat zurückkehren. Sie möchte ihr Versprechen halten und ringt sich zu einem Neustart ihrer Familie im Iran durch.

Dort angekommen verfliegt die anfängliche Aufbruchstimmung schnell, denn in der alten/neuen Heimat muss die Familie lernen, mit der alltäglichen Willkür, Gewalt und neuen religiösen Doktrinen zurechtzukommen. Wie kommen Beate, Omid und die kleine Sarah mit dem neuen Leben zurecht? Werden sie sich fügen oder gehen sie zurück in die DDR?

„Morgen sind wir frei“ – Hintergründe

Nach mehreren Kurzfilmen gibt Autor und Regisseur Houssein Pourseifi mit „Morgen sind wir frei“ sein Spielfilmdebüt. Sein historisches Drama basiert auf einer wahren Geschichte und zeigt die verheerenden Folgen der „Islamischen Revolution“; die Gewalt, den Terror und die Folter – nicht nur gegen Oppositionelle, sondern inbesondere auch gegen Frauen, die sich den neuen religiösen Reglementierungen widersetzten. Auch heute noch sind Menschenrechtsverletzungen und eine radikale Einstellung gegenüber Andersdenkenden im Iran prägend, auch durch das landeseigene Atomprogramm macht das sogenannte „Mullah-Regime“ immer wieder Schlagzeilen.

Pourseifis Film zeichnet sich durch eine besondere Authentizität aus, die nicht nur aus dem überzeugenden Schauspiel der beiden Hauptdarsteller Reza Brojerdi („Tatort“, „Saat des Terrors“) und Katrin Röver („SOKO Leipzig“) resultiert, sondern auch dadurch erzeugt wird, dass Pourseifi Original-Aufnahmen der Revolution, zum Beispiel als Fernseh-Bericht, in seinen Film einbindet.

„Morgen sind wir frei“ startet am 14. November 2019 in den deutschen Kinos.

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Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Wertvoll”

      MORGEN SIND WIR FREI erzählt nach wahren Begebenheiten die Geschichte von Beate und Omid, die zur Zeit der Islamischen Revolution, in den Iran gehen, um sich dort ein neues Leben aufzubauen. Doch die Konflikte des noch jungen Staates ziehen bald auch in die Familie ein.

      Iran, Februar 1979: Die Revolution hat das Land von der Monarchie befreit, der Schah tritt ab, die „Islamische Republik“ wird ausgerufen. Geflohene Dissidenten kehren zurück. Darunter auch Omid, der seit 12 Jahren in der DDR lebt und mit seiner deutschen Frau Beate und ihrer gemeinsamen Tochter Sarah glücklich ist. Zusammen mit seiner Familie möchte er helfen, den Iran zu einem stolzen und friedlichen Staat aufzubauen, doch ihre Hoffnung wird schon bald erschüttert. Denn während Beate schon früh feststellen muss, dass das dortige Leben eine Anpassung von ihr fordert, die sie nicht bewältigen kann, sieht auch bald Omid, dass die nun herrschenden radikal-islamischen Kräfte das Land nicht etwa stärken, sondern den Menschen genau das nehmen, was er sich so sehr wünscht: Freiheit. Das Regiedebüt von Hossein Pourseifi greift historisch sehr genau die geschichtlichen Ereignisse rund um die Iranische Revolution 1979 auf und erzählt eine spannende, ergreifende und auch erschütternde Geschichte. Beate und Omid werden von Katrin Röver und Reza Brojerdi überzeugend intensiv gespielt. Fern von Klischees oder überzeichneter Dramatik wird der Konflikt zweier Menschen deutlich, die aus verschiedenen Kulturen stammen und die sich ihren Werten und Grundsätzen nie ganz entziehen können. Dass religiöser Fanatismus immer in die Katastrophe führt, macht der Film deutlich, ohne es direkt aussprechen zu müssen. Die oftmals eingesetzten historischen Originalaufnahmen verstärken das Gefühl der Authentizität und lassen den Zuschauer die Bedrohung durch Unterdrückung spüren. Setting, Kostüm und Bildgestaltung sind bis ins kleinste Detail stimmig, und die exzellente Kamera ist immer ganz nah bei den Figuren. Ein reifes, starkes und mitreißendes Regiedebüt.

      Jurybegründung:

      Die FBW-Jury hat dem Film das Prädikat besonders wertvoll verliehen.

      Es herrscht Kulturrevolution in Teheran im Februar 1979. Der iranische Kommunist Omid (Reza Brojerdi) hat mit Frau und Tochter viele Jahre in der DDR gelebt. Nun nimmt er seine Frau bei ihrem Versprechen, mit ihm in seine Heimat zurück zu kehren. Die 37jährige Chemikerin Beate (Katrin Röver) und ihre gemeinsame Tochter Sarah (Luzie Nadjafi) richten sich ihr Leben in der fremden Kultur zunächst neu ein. Nach der anfänglichen Aufbruchstimmung stellt sich die Lage innerhalb des gnadenlosen Revolutionsregimes jedoch schnell problematischer als gedacht heraus. Es wird zunehmend schwerer, die Ideale von Freiheit und Gleichheit aufrecht zu erhalten, denn die Garden Khomeinis wachen über die Einhaltung der Scharia und terrorisieren zunehmen Andersdenkende. Erfasst von Willkür und Gewalt gerät das Land kontinuierlich zur Diktatur eines radikalen Gottesstaates. Beate und Omid müssen eine verhängnisvolle Entscheidung treffen, die dramatische Konsequenzen haben wird.

      In einer fatalen Abwärtsspirale zeigt der Film Morgen sind wir frei konsequent die islamistische Umformung des Staates zu einem totalitären Gottesstaat. Mehr und mehr wächst der Einfluss der Glaubenswächter auf den Alltag der Bevölkerung. Die Großmutter fungiert dabei als religiöse Instanz innerhalb der Familie. Im Stil der Politthriller von Costa-Gavras zeigt der Film, wie ein totalitäres System eine Gesellschaft vergiftet und eine Familie zerstört.

      Der dicht und spannend konzipierte Film glänzt mit einer sehr stringenten Entwicklung der Frauenfigur, während der Ehemann der Jury zeitweise ein wenig inkonsistent gezeichnet erscheint. Innerhalb des Systems jedoch wirkt er durchaus gefestigt in seinem Changieren zwischen Politik und Tradition, das er mit zahlreichen Kompromissen meistert. Am Ende jedoch muss er eine fatale Entscheidung treffen, das macht die deterministische Dramaturgie gnadenlos deutlich. Die Erzählperspektive hält sich an die weibliche Protagonistin, ist aber für mehrere Ansätze offen.

      Außergewöhnlich mutig und inszenatorisch sicher, ist der Film vor allem hervorragend gespielt. Morgen sind wir frei ist ein wichtiger Film in einer Zeit, die sich schwer damit tut, mit einem nüchternen Blick auf die fließenden Grenzen zwischen Ideologie und Religion zu werfen. Umso relevanter erscheint er daher der Jury, die die audiovisuelle Inszenierung und die Schauspielkunst gleichermaßen würdigt und das Prädikat „besonders wertvoll“ vergibt.

      Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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