Morgen räum ich auf

  1. Ø 4
   2008
Morgen räum ich auf Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Morgen räum ich auf: TV-Tragikomödie über eine Messie-Mutter.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Und plötzlich ist man „Messie“: Eine Frau wird durch einen Schicksalsschlag aus der Bahn geworfen und bekommt ihr Leben nicht mehr in den Griff.

    Die Ehe endet mit einem Schock. Hals über Kopf zieht Ellen aus und nimmt neben ihrer Tochter Nina alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist. In der neuen Wohnung muss das Mädchen hilflos mit ansehen, wir ihre Mutter das neue Zuhause vermüllen lässt: Alles steht voller Umzugskartons. Anstatt auszupacken, kauft Ellen lieber neu ein. Unfähig, den Schock zu verdauen und ihr Leben in den Griff zu bekommen, hält sie zwanghaft an allem fest. Selbst die Reklame aus dem Briefkasten hebt sie auf.

    Martina Elbert (Buch und Regie) hat aus den typischen „Messie“-Symptomen ein Drama gestrickt, das durchaus auch seine komischen Seiten hat, dank Esther Zimmerings intensiver Verkörperung aber in erster Linie bedrückend ist. Viele Situationen muten absurd an, entsprechen jedoch dem klassischen Krankheitsbild. So ist Ellen geradezu besessen vom Gedanken der „Grundreinigung“ und macht sich mit der Zahnbürste an den Fugen der Badezimmerkacheln zu schaffen, während sich in der Küche das gammelige Geschirr stapelt. Um so akribischer reinigt sie die wieder verwertbaren Verpackungen, bevor sie sie entsorgt. Einmal wäscht sich Tochter Nina (gespielt von den Zwillingen Sandy und Gina Holzapfel) die Füße im Klo, weil die Badewanne bis oben voll mit Kram ist. Kennzeichnend ist auch die zunehmende Vereinsamung: Da man niemanden mehr in die Wohnung lassen kann, hat Ellen kaum noch private Kontakte. Zur Arbeit jedoch erscheint sie nach wie vor adrett. Niemand käme auf die Idee, dass diese Frau ein erhebliches Problem hat.

    Als Laie fragt man sich natürlich, warum Ellen nicht einfach aufräumt und das ganze Gerümpel wegwirft. Sie versucht es ja, tut mit Hilfe eines Feng-Shui-Ratgebers den ersten Schritt und bringt eine Zeitung zum Altpapier-Container; um mit einem Arm voller Zeitschriften zurückzukommen. Das später nachgereichte Erklärungsmuster wirkt allerdings etwas schlicht. Es dauert ohnehin eine ganze Weile, bis Elbert endlich zur Sache kommt, und mitunter wünscht man der Geschichte auch mehr Spannung. Andererseits wird auf diese Weise das Schleichende des Prozesses deutlich. Das packende Finale, als eine Frau (Franziska Walser) vom Jugendamt auftaucht und Nina mit einem waghalsigen Plan ihrer Mutter ein letztes Mal helfen will, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, entschädigt etwas für den langen Anlauf. tpg.

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