Filmhandlung und Hintergrund

TV-Verfilmung der gleichnamigen Romanvorlage von Frank Schätzing.

Die schwerreiche Konzernchefin Inka von Barneck ist ermordet worden. Ehemann Fritz scheidet als Verdächtiger aus, obwohl er das beste Motiv hat: Die Liebe war erkaltet, aber nach einer Scheidung hätte er keinen Cent gesehen. Der Gatte hat jedoch gleich zwei Alibis, was Kommissar Cüpper stutzig macht. In der Tat kann von Barneck dank eines verheimlichten Zwillingsbruders an zwei Orten gleichzeitig sein. Das allein ist aber nur die halbe Lösung.

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Kritikerrezensionen

  • Mordshunger: TV-Verfilmung der gleichnamigen Romanvorlage von Frank Schätzing.

    Selbst die Autoren der jeweiligen Romanvorlage halten es für Unfug, eine Verfilmung mit dem Buch zu vergleichen. Frank Schätzing macht gleichfalls lebhaft gute Miene zu dem Film „Mordshunger“; aber vielleicht verbirgt er dahinter auch nur sein Entsetzen.

    Viele der Gedanken, die seinem Helden, dem Gourmet-Kommissar Romanus Cüpper, im Roman en passant durch den Kopf gehen, hat ihm Dorothee Schön nun in den Mund gelegt. Dies führt zum Beispiel dazu, dass Cüpper am Rheinufer steht, wo kurz zuvor eine Leiche gefunden wurde, und über die ungleiche Höhe der beiden Türme des Kölner Doms sinniert. So was wirkt zwangsläufig unmotiviert und hat prompt zur Folge, dass man sich nun seinerseits so seine Gedanken macht; etwa über das Phänomen, dass sich in Filmen aus Köln das Leben und Sterben so oft auf der eigentlich falschen Rheinseite („Schääl Sick“) abspielt, weil man von dort den besten Blick auf den Dom hat.

    „Mordshunger“ war Schätzings erster Roman überhaupt. Auch wenn es paradox erscheint, weil ein späteres Werk wie „Der Schwarm“ mehr als doppelt so umfangreich ist: Wie allen Debütwerken haftet dem Krimi eine gewisse Redseligkeit an, die sich auch auf den Film übertragen hat. Im Gegensatz zur zweiten Schätzing-Adaption durch RTL, „Die dunkle Seite“, hat man in diesem Film nie das Gefühl, jede neue Szene berge ein neues Geheimnis. Das liegt sicher auch an einer gewissen Ungeduld, die sich irgendwann einstellt. Nostalgiker würden Robert Pejos Inszenierung vielleicht „im besten Sinne altmodisch“ nennen, aber tatsächlich mutet sie eher altbacken an.

    Dummerweise ahnt man außerdem lange vor dem Kommissar, wer hinter dem Komplott steckt, dem Inka von Barneck zum Opfer gefallen ist. Getreu der neuen Lust an optischer Gewalt wird der schwerreichen Konzernchefin zu Beginn die Kehle aufgeschlitzt, bevor sie über ein Geländer auf einen Flügel kracht. Gatte Fritz (Henry Hübchen) scheidet als Verdächtiger aus, obwohl er das beste Motiv hat: Die Liebe war erkaltet, aber nach einer Scheidung wäre er dank eines Ehevertrags so mittellos gewesen wie zuvor. Fritz von Barneck hat jedoch gleich zwei Alibis, was Cüpper dann doch stutzig macht: Dank eines verheimlichten Zwillingsbruders, den er auch bei der Gattin gern als Doppelgänger eingesetzt hat, kann von Barneck in der Tat an zwei Orten gleichzeitig sein. Das allein ist aber nur die halbe Lösung.

    Immerhin hat Autorin Dorothee Schön den trockenen Humor in den Film gerettet. Mit seinen Darstellern hingegen weiß Pejo nicht viel anzufangen. Henry Hübchen, der so genial sein kann, aber auch lustlos, wenn er nicht richtig geführt wird, spielt seine Doppelrolle mit uninspirierter Routine. Gerade im Vergleich zu „Die dunkle Seite“ und den weiteren RTL-Filmen der letzten Wochen („Das Papst-Attentat“, „Das jüngste Gericht“) mutet „Mordshunger“ zudem ungemein sparsam an; die Drehorte sehen zum Teil aus wie die Kulissen einer Daily Soap. tpg.

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