Mord in Eberswalde - Der Fall Hagedorn

  

Filmhandlung und Hintergrund

Historischer Polizeithriller nach einem wahren Fall: Der DDR-Bürger Erwin Hagedorn tötete zwischen 1969 und 1971 drei Kinder und wurde dafür hingerichtet.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mord in Eberswalde - Der Fall Hagedorn: Historischer Polizeithriller nach einem wahren Fall: Der DDR-Bürger Erwin Hagedorn tötete zwischen 1969 und 1971 drei Kinder und wurde dafür hingerichtet.

    Fesselnde Rekonstruktion eines authentischen Kriminalfalls: Weil Kindsmörder im Sozialismus nicht vorgesehen waren, musste ein Junge sterben.

    Der Fall des ostdeutschen Kindermörders Hagedorn erregte auch im Westen großes Aufsehen: Er war 1972 der letzte Bürger der DDR, an dem die Todesstrafe vollzogen wurde. Seine Taten lieferten kurz darauf die Vorlage für einen „Polizeiruf“-Film, der jedoch unmittelbar nach der Fertigstellung im Giftschrank verschwand. Natürlich funktioniert „Mord in Eberswalde“ auch ohne dieses Hintergrundwissen, aber es verleiht dem sehenswerten Film einen zusätzlichen Reiz. Hauptfigur ist Heinz Gödicke (Ronald Zehrfeld), Hauptmann der Volkspolizei im brandenburgischen Eberswalde, dessen Ermittlungsansatz für die damalige Zeit revolutionär ist, erst recht in einer ostdeutschen Kleinstadt: Als im Wald die grausam zugerichteten Leichen zweier Jungs gefunden werden, versucht er, sich in den Täter hineinzuversetzen und dessen Motive zu verstehen. Stasi-Major Witt (Florian Panzner) lässt Gödicke nur widerwillig gewähren. Als die Methode keinen unmittelbaren Erfolg hat, kommt der Fall zu den Akten. Monate später, nach einem weiteren Mord, stellt sich raus, dass Gödicke kurz vor dem Ziel war.

    Ob der Kommissar wirklich ein Verhältnis mit der Frau (Ulrike C. Tscharre) des Majors haben muss, ist vermutlich Geschmackssache, aber als die Liaison auffliegt, treibt der daraus resultierende Konflikt die Rivalität zwischen den beiden Männern naturgemäß auf die Spitze. Von einer entsprechenden Schlägerei abgesehen inszeniert Stephan Wagner den Film dennoch ausgesprochen geduldig. Er kann sich sogar den Verzicht auf die genreüblichen Spannungsverstärker leisten: Die Drehbücher von Holger Karsten Schmidt („Mörder auf Amrum“) sind bekannt für starke Figuren, Wagners Inszenierungen sind stets von großer Dichte; zu ihren gemeinsamen Projekten gehören unter anderem „Der Stich des Skorpion“ und „In Sachen Kaminski“. Die detailgetreue Rekonstruktion des alltäglichen Sozialismus (Produktionsdesign: Zazie Knepper) geschieht beiläufig und drängt sich nie in den Vordergrund, der Film lebt vor allem von der überzeugenden Zeichnung der Figuren, der treffenden Besetzung auch der Nebenrollen (allen voran Martin Brambach als Gödickes Partner) sowie den verblüffend authentisch wirkenden Komparsen. Dennoch werden Ausstattung und Handlungsort mehr und mehr zweitrangig. Wagner nimmt sich statt dessen viel Zeit, den Kommissar beim Denken und Warten zu beobachten, was den interessanten Nebeneffekt hat, dass sich der Film auch stilistisch den Siebzigerjahren anpasst. tpg.

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