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Monks - The Transatlantic Feedback

Monks - The Transatlantic Feedback: Sie waren schräg, sie waren laut, sie waren erfolglos. Vor vierzig Jahren lärmten die Monks durch Deutschland und nahmen nach Ansicht ihrer Bewunderer Industrial, Techno und Metal vorweg. Ein Dokumentarfilm erzählt ihre Geschichte. Die schlimmste Frisur, die dem Manne zustoßen kann, ist die Halbglatze. Jeder, den die geschlagen hat, versucht sie schamhaft zu verbergen. Unter einem Hut, einem Toupet, schlimmstenfalls...

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Filmhandlung und Hintergrund

Sie waren schräg, sie waren laut, sie waren erfolglos. Vor vierzig Jahren lärmten die Monks durch Deutschland und nahmen nach Ansicht ihrer Bewunderer Industrial, Techno und Metal vorweg. Ein Dokumentarfilm erzählt ihre Geschichte. Die schlimmste Frisur, die dem Manne zustoßen kann, ist die Halbglatze. Jeder, den die geschlagen hat, versucht sie schamhaft zu verbergen. Unter einem Hut, einem Toupet, schlimmstenfalls...

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Darsteller und Crew

  • Dietmar Post
  • Lúcia Palacios
  • Dieter Jaufmann
  • Monks

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Sie waren schräg, sie waren laut, sie waren erfolglos. Vor vierzig Jahren lärmten die Monks durch Deutschland und nahmen nach Ansicht ihrer Bewunderer Industrial, Techno und Metal vorweg. Ein Dokumentarfilm erzählt ihre Geschichte.

    Die schlimmste Frisur, die dem Manne zustoßen kann, ist die Halbglatze. Jeder, den die geschlagen hat, versucht sie schamhaft zu verbergen. Unter einem Hut, einem Toupet, schlimmstenfalls unter langen Seitenhaaren. Ja, selbst die Vollglatze ist der Halbglatze vorzuziehen, tagtäglich danken Plattenopfer den Hiphop-Trendsetzern auf Knien dafür, dass sie auf der Suche nach Abwechslung vom Afro die Billardkugel flächendeckend en vogue machten. Was also müssen das für Leute gewesen sein, die sich 1965 auf dem Höhepunkt von Beat und im Wiegenjahr der Hippiebewegung alberne Tonsuren auf den Schädel rasierten? Und in deutschen Kleinstadtgasthöfen für wenig mehr als rote Heller einen Sound anrührten, der argloser Dorfjugend wie irritierten Veranstaltern Tränen der Entgeisterung in die Augen trieb und Jahrzehnte später so notorische Krachschläger wie John Spencer oder Genesis P. Orridge zu glühenden Dankesadressen veranlasst.

    Es waren freundliche, wertkonservative, aus Amerika stammende Tanzdielenmusikanten, die der Wind des Kalten Krieges in Uniform nach Hessen geweht hatte. Außer ihren Army-Laufbahnen vereinte sie ein Faible für monotone Gitarrenriffs, kreischenden Singsang und Rhythmusbrüche, wie sie erst Jahre bis Jahrzehnte später in Mode kommen sollten. Eine Zeitlang tingeln sie als „The 5 Torquays“ durch die Lande, dann kommt ein deutscher Manager auf die Idee, sie in Uniformen zu stecken, auf dass sie rund um die Uhr nach Checkliste ein Monk zu sein haben. Eine Filmdokumentation von Fans für Fans beschreibt, wie diese Männer am Unverständnis ihrer Umwelt scheitern und teilweise wie geprügelte Hunde in ihre jeweiligen Privatexistenzen zurückkehren mussten, aber auch in Berührung kamen mit bildenden Künstlern, Folkwang-Absolventen, die in den Hinterbänkler-Kinks das Potential für eine aufsehenerregende Live Action Performance witterten. Wie später auch Polydor, die Werbefritzen von Afri Cola, und ein paar Krautrocker, die sich vom Geprügel der Mönche inspiriert fühlten. Von der Geburt des Heavy Metal wird da gesprochen, Parallelen zu Techno gezogen und zu Industrial, die innovative Überlegenheit gegenüber Beatles und Stones behauptet.

    An Ansprüchen hat es den Beteiligten nie gemangelt, um so härter trifft sie ihr Scheitern. Das unmelodische Schrammeln im Marschrhythmus, breit grinsend vorgetragen in bizarren Kostümen und garniert mit naiver Protestprosa, stößt in Konzerten vor tanzfreudigen Party People auf Unverständnis. Eine Langspielplatte und drei Singles liegen wie Blei in den Regalen, ein Auftritt im TV-„Beat Club“ bleibt der einsame Karrierehöhepunkt. Zum Moment der Wahrheit gerät eine (wie so vieles hier) leider nur im Wortlaut der Erinnerung dokumentierte Begegnung mit Jimi Hendrix. Hier erkennen die Monks, wie man es richtig krachen lässt, und sehnen sich plötzlich nach langen Haaren. Kurz darauf ist Schluss, eine 1968 geplante Vietnam-Tournee (!) fällt zum Glück für alle ins Wasser. Im Film erinnern sich die gesetzte Herren ihrer wilden Zeit, stolz sind sie alle, auch wenn die Nachbarn in Amerika keine Ahnung von ihrer Vergangenheit haben. Der Kulturmensch im Programmkino aber erfährt von einer interessanten Fußnote der Musikgeschichte und bekommt ansonsten viel von deutschen Verhältnissen erzählt. Von fünf amerikanischen Jungs, die zu halben Deutschen wurden, und ihrer Zeit vielleicht voraus waren. ab.
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