Filmhandlung und Hintergrund

Gangsterfilm und Coming-of-Age-Drama aus Taiwan.

Mosquito ist Schüler in Taiwans Millionenmetropole Taipeh und wird bereits gehänselt, solange er denken kann. Erst als er die Schule wechselt und dort unter die Fittiche der Streetgang von Dragon Lee kommt, scheint sich seine Situation zu bessern. Das Quintett prügelt sich im vermeintlich ehrenvollen Faustkampf mit der Konkurrenz. Erst als Mosquito sich in die Hure Ning verliebt, fängt er an, von gemeinsamer Romantik zu träumen. Doch auch innerhalb der Gang kommt es zu Veränderungen, als die Jungs merken, dass sie lediglich Schachfiguren im Spiel der Großen sind.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Leider sind die großen Tage des asiatischen Gangsterkinos „Made in Hongkong“ längst vorbei, obwohl Regisseure wie Johnny To oder Derek Yee gelegentlich mit ausgefallenen Großstadtmelodramen aufwarten. Dagegen lernte man in Taiwan inzwischen ebenfalls, aufwändige kommerzielle Produktionen auf die Beine zu stellen. Schon aufgrund der Länge von 140 Minuten will „Monga – Gangs of Taipeh“ epischen Atem beweisen, wobei einige Längen letztlich nicht ausbleiben. Doch inhaltlich und formal braucht sich die dritte Regiearbeit des Schauspielers Doze Liu, der sich nach dem Arthouse-Hit „Millennium Mambo“ aufs Inszenieren verlegte, durchaus nicht vor den Vorbildern zu verstecken.

      Im Grunde findet man alle typischen Elemente moderner Gangsterballaden, wobei schon die Warner-Klassiker für ihre zwiespältigen Protagonisten einen gemeinsamen Knotenpunkt in der Vergangenheit setzten – seien es nachhaltig prägende Jugenderinnerungen oder einschneidende Kriegserlebnisse. „Fünf Finger geben eine Hand“, heißt es an einer Stelle, an welcher der Zusammenhalt der Jugendbande beschworen wird. Die „Prince Gang“ verleiht Außenseiter Mosquito Sicherheit und Autorität, wobei homoerotische Motive bei seiner Beziehung zum Anführer Dragon Lee anklingen, was bei vielen filmisch überhöhten Männerfreundschaften mitschwingt.

      Ansonsten sind alle Ingredienzien des Gangepos vertreten: von Kameradschaft, Zusammenhalt und Verrat, den schwierigen Pfaden des Erwachsenwerdens, Vatersuche und Ersatz-Autoritäten in Person der Triadenführer, der wachsenden Liebe zu einer Prostituierten, ausufernde Straßenschlachten über Ausläufer des Achtziger-Discofiebers und obligatorische Karaoke-Abende bis hin zu blutigen Ausschreitungen vor sakraler Kulisse. Doze Liu, selbst im kleinen, aber wichtigen Part des Gangster Grey Wolf zu sehen, beweist Stilwillen, indem er filmische Mittel bewusst verdichtet, um Emotionen zu erzeugen. So untermalt er zu Beginn die Straßenschlachten in Zeitlupe gegenläufig mit symphonischen Klängen und färbt ganze Sequenzen vom grau bis zu farbig ein.

      Bestimmte Motive wie sich in Kirchblüten verwandelnde Blutstropfen kehren wieder und bilden die Klammer des nostalgischen Geschehens. Zu den Eigenheiten des asiatischen Kinos gehört es, mehrfach Stimmung und Tonfall zu wechseln. Den Slapstickeinstieg folgen zahlreiche komödiantische Intermezzi, bevor sich der Konflikt sowohl intern als auch extern im Kampf um territoriale Ansprüche zuspitzt - bis sich Freunde als Feinden gegenüber stehen. „Scheiß auf den Sinn – für mich zählt nur die Bruderschaft“, tönt es noch zu Beginn, was bald nicht mehr zählt.

      Einige redundante Passagen muss man jedoch in Kauf nehmen, und den zu dick aufgetragen Kitsch des Finales hätte Doze Liu besser etwas zurück genommen, aber ohne auftrumpfende Melodramatik kommt das fernöstliche Genrekino offenbar nicht aus. In Taiwan gehörte „Monga“ zu den Kassenhits, aber hierzulande, wo man sich im Kinobetrieb kaum für asiatische Perlen interessiert, wird das kraftvolle Gangsterdrama lediglich mit wenigen untertitelten Kopien gestartet.

      Fazit: Packend inszeniertes Actiondrama über Initiation und Verlust der Unschuld eines Jugendlichen mit reichlich Pathos im Finale.
    2. Monga - Gangs of Taipeh: Gangsterfilm und Coming-of-Age-Drama aus Taiwan.

      Gefühlvoll-nostalgisches Gangdrama aus Taiwan, in dem Jugendliche zu Blutsbrüdern werden, bevor Verrat sie mit dem Ende ihrer romantischen Träume konfrontiert.

      Monga ist der auf ein Wort der Ureinwohner zurückgehende Name eines Stadtteils von Taipeh. In Taiwans nördlicher Millionenmetropole on location entstanden, nimmt der zweite Spielfilm von Landsmann Doze Niu eine Zeitreise in die schillernden, glänzend fotografierten 1980er Jahre vor, um mit Anleihen beim Hongkong-Kino eines Johnny To die Geschichte Mosquitos zu erzählen. Dieser ist ein heranwachsender Schüler, der Zeit seines Lebens gehänseltes Opfer war und deshalb froh ist, an seiner neuen Schule unter die Fittiche der Streetgang von Dragon Lee genommen zu werden. Der vaterlos bei seiner alleinerziehenden Mutter Ling aufwachsende Mosquito fungiert nicht nur sporadisch als Ich-Erzähler, sondern ist auch das Coming-of-Age-Zentrum des Dramas, das zunächst noch die komischen Tendenzen derartiger Gang-Storys, später gebührlich die tragischen betont.

      Zunächst komplettiert der hübsche Jüngling das schlagkräftige Quintett, das als traditionsbewusste Temple Front den ehrenvollen Faustkampf, vulgo Prügelei, auf dem urbanen Kiez sucht. So könnte es weiter gehen, würde sich Mosquito nicht in die traurig-schöne Hure Ning verlieben und in inniger Romantik von einer gemeinsamen Zukunft träumen. Diese zarte Liebesgeschichte ergänzt die eher maskuline Thematik, die um Freundschaft, Ehre und schließlich Verrat kreist. Bald merken die Kids nämlich, dass sie bestenfalls Schachfiguren in dem großen Spiel ihrer Bosse sind, die gemeinsam den Turf aufgeteilt haben und so manches Bauernopfer dafür in Kauf nehmen. So geraten die Blutsbrüder zwischen gangpolitische Fronten, was der nostalgisch angehauchten Ballade als Steilvorlage für eine geradezu griechische Dramatik dient. Es ist letztlich ein poetisches Familiendrama mit den Mitteln des Gang-Movies, das mit schickem Glanz und verschlepptem, stimmungsvollen Rhythmus vom Gesetz der Straße kündet, das weltweit den gleichen Regeln zu folgen scheint. tk.

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