Filmhandlung und Hintergrund

Der schön fotografierte Kostümfilm erzählt die dramatische Lebensgeschichte einer selbstproklamierten „Mörderin, Diebin und Prostituierten“ im London des 18. Jahrhunderts. Dabei nutzte Regisseur Pen Densham (war einer der Autoren für „Robin Hood - König der Diebe“) Daniel Defoes Klassiker aus dem Jahr 1723 nur als lose Vorlage für sein vielschichtiges Drehbuch und versammelte in seiner unbeirrbar-unverwüstlichen...

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Kritikerrezensionen

  • Der schön fotografierte Kostümfilm erzählt die dramatische Lebensgeschichte einer selbstproklamierten „Mörderin, Diebin und Prostituierten“ im London des 18. Jahrhunderts. Dabei nutzte Regisseur Pen Densham (war einer der Autoren für „Robin Hood - König der Diebe“) Daniel Defoes Klassiker aus dem Jahr 1723 nur als lose Vorlage für sein vielschichtiges Drehbuch und versammelte in seiner unbeirrbar-unverwüstlichen Protagonistin die Qualitäten weiterer historischer Frauencharaktere.

    Die tragische Titelrolle der stolzen „Moll Flanders“, die im ständigen Clinch mit gesellschaftlichen Konventionen liegt, übernahm Robin Wright, am besten bekannt für ihren Part als Freundin von „Forrest Gump“ und ihre stürmische Beziehung mit Sean Penn. Sie wirkt Wunderdinge mit dieser ambivalenten Figur, die sich aus innerer Schönheit und deprimierendem Schwermut zusammensetzt, und projeziert abwechselnd verzweifelten Selbstzerstörungstrieb und stählernen Überlebenswillen. Dabei mag Moll nicht immer hundertprozentig sympathisch erscheinen, das macht sie als Charakter jedoch umso greifbarer.

    Die Ära des frühen 18. Jahrhunderts wurde vorzüglich mit maßvollen Kostümen und einem makellosen Produktionsdesign rekonstruiert. In Relation zum Auf und Ab im Leben der Titelheldin wechseln sich Bilder von romantischer Verträumtheit mit trostlos-tragischer Nüchternheit (insbesondere die Darstellung der Pockenepidemie) ab. Die episodenartige Erzählung wird in diverse Rückblenden aufgegliedert, die von der Rahmenhandlung mit dem unterbeschäftigten Morgan Freeman als treuem Diener Hibble zusammengehalten wird, der Molls neunjährige Tochter Flora (Aisling Corcoran als altkluges Prinzesschen) aus dem Waisenhaus rettet und ihr aus dem Tagebuch ihrer Mutter vorliest.

    Gleich nach ihrer Geburt wird Moll zur Waisen, da ihre Mutter als Diebin zum Tode verurteilt wurde. Als junge Frau eckt sie im Nonnenkonvent an, weilt kurzfristig im ehrhaften Haushalt von Mrs. Mazzawattis (Brenda Fricker) und landet schließlich im eleganten Bordell der skrupellosen Mrs. Allworthy (Stockard Channing verstrahlt schadenfrohe Boshaftigkeit). Als sie nach zahllosen freudlosen sexuellen téte-a-tétes am Ende ihrer Selbstachtung und dem Selbstmord nahe ist, lernt sie einen sensiblen Künstler (John Lynch) kennen, der ihrem Leben vorübergehend eine freudige Wende verleiht. Bevor ihre gemeinsame Tochter geboren werden kann, verstirbt ihr geliebter Mann an Pocken. Wieder in der Gosse läuft sie der extrem verärgerten Mrs. Allworthy über den Weg, die Moll weiteres Unglück zufügt…

    Erfreulicherweise schließt sich der Kreis mit einem märchenhaften Happy End, das an den thematisch entfernt verwandten „A Little Princess“ erinnert. Mit der Qualität dieses sträflich mißachteten Juwels kann sich diese moralische Frauensymphonie in Moll nicht messen. Ein angemessener Achtungserfolg in den Programmkinos ist dank der starken Leistung der Protagonistin allemal zu erwarten. ara.

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