Mit Herz und Hand

   Kinostart: 26.10.2006
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Filmhandlung und Hintergrund

Eine Art "Rocky" auf Rädern: Bewegende (wahre) Geschichte eines Mannes, der sich im Alter von 65 Jahren entschließt, der schnellste Mann auf zwei Rädern zu werden.

Wenn Burt Munro (Anthony Hopkins) in den späten 60ern nicht gerade mit seiner aus dem Jahr 1920 stammenden Indian Spirit über die grünen Hügel von Neuseeland brettert und seinen Nachbarn den wilden Exzentriker vorspielt, träumt er davon, auf den flachen Salzseen im fernen Utah einen neuen Geschwindigkeitsrekord im Motorradfahren aufzustellen. Als der alte Mann und seine Antiquität dann tatsächlich im amerikanischen Profi-Rennzirkus auftauchen, ist das Gelächter groß. Aber nicht für lange.

Drei Jahrzehnte, nachdem er dem wahren Munro ein Dokumentarfilmdenkmal setzte („Offerings to the God of Speed“), interpretiert Regisseur Roger Donaldson die erstaunliche Geschichte in einem Spielfilm.

In der neuseeländischen Kleinstadt Invercargill des Jahres 1967 gilt der 65-jährige Burt Munro als der Stadtirre, weil er sich fest vorgenommen hat, mit seinem Motorrad, Baujahr 1920, schnellster Mann der Welt zu werden. Aber Burt ist trotz eines Herzfehlers nicht von seinem Traum abzubringen. Mit seinem Ersparten und ein paar Spenden setzt er nach Los Angeles über. Sein Glück ist seine grenzenlose Offenheit, mit der er immer und überall sofort Freundschaften schließt. Schließlich kommt er tatsächlich in den Salt Flats von Bonneville an.

Neuseeland in den 60er Jahren. Der rüstige Rentner Burt Munro gedenkt trotz Herzfehlers den Geschwindigkeitsrekord auf zwei Rädern aufzustellen. Zu diesem Zweck hat er seinen Schuppen in der verschlafenen Provinzstadt Invercargill in eine Werkstatt umgebaut. Dort frönt er der „Kiwi-Genialität“, reißt zu nachtschlafender Zeit durch dröhnenden Motorlärm die Nachbarn aus dem Bett und schraubt fleißig an seinem Motorrad Marke Indian, Baujahr 1920, herum. Sein Ziel: die „Speed Week“ auf den US-Salztonebenen in Bonneville, Utah.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. The World’s Fastest Indian läutet den internationalen neuseeländischen Winter ein. Während die Kiwis noch darüber jubeln, dass ihr ‚Sohn’ Roger Donaldson endlich wieder aus Hollywood zurückgekehrt ist um einen neuseeländischen Film zu machen, stehen schon zwei weitere Produktionen aus Kiwiland in den Startlöchern. The Chronicles of Narnia: The Lion, the Witch and the Wardrobe (Regie Andrew Adamson, Shrek 1 und 2) startet im November und im Dezember kommt denn endlich Peter Jacksons neues Projekt King Kong in die Kinos.

      Donaldson, der in den vergangenen Jahren für Filme wie Species, Dante’s Peak, 13 Days und Der Einsatz verantwortlich war, startete seine Karriere 1977 mit dem neuseeländischen Film Sleeping Dogs, der Sam Neill zum Durchbruch verhalf. Donaldson verblieb nur kurze Zeit in seinem Heimatland und setzte dann genauso wie sein Schauspieler aus, Hollywood zu erobern.

      Mit The World’s Fastest Indian widmet er sich nun wieder seinen Wurzeln. Burt Munro, ein Mann, der es in den 60ern vermochte Neuseeland endlich auf die Weltkarte zu setzen, indem er den (immer noch aktuellen) Landgeschwindigkeitsweltrekord aufstellte, gehört in Neuseeland genauso wie Bergsteiger Sir Edmund Hillary zu den Helden der Nation. Dementsprechend sorgte die Ankündigung, dass das Leben von ihm verfilmt werden würde, für Wirbel. In Kooperation mit den Kindern von Burt Munro, schrieb Roger Donaldson selbst das Drehbuch und erfüllte sich damit den Traum die Legende endlich auf die Leinwand zu bannen.

      Der Film enthält viele Anekdoten und Beobachtungen, insbesondere wenn Burt in die USA kommt, die teilweise auch den Erfahrungen des Regisseurs entsprungen sein mögen. Neuseeländer sind, mag es daran liegen, dass das Land so fernab liegt oder dass nur wenige Menschen dort leben, ein ganz besonderer Schlag und Donaldson vermag es dies mit Augenzwinkern auf die Leinwand zu bringen. Es ist unbedingt ratsam sich den Film auf Englisch anzuschauen, auch wenn der neuseeländische Akzent manchmal vielleicht nicht einfach zu verstehen ist, ist die Art und Weise wie es Anthony Hopkins vermag sich die typischen Charakteristiken der Neuseeländer anzueignen, einfach großartig.

      Wobei dies auch zu Insidern führt, die für das deutsche Publikum schwer zu erfassen sind. Der Mann, den Burt beispielsweise trifft, wenn er in die Post hinein gehen will, führt in Neuseeland immer wieder zu Erheiterungsausbrüchen. Er wird von dem legendären Bürgermeister Invergarcills Tim Shadbolt gespielt, der unter anderem für die im Guinness Buch der Rekorde verzeichnete längste Rede bei einem öffentlichen Auftritt bekannt ist.

      Diese Anekdote erzählt einiges über Neuseeländer im generellen, und diese Eigenarten spiegeln sich auch in Munros Charakterzeichnung wieder. Nicht nur, dass Burt sich jedem noch so unbedeutenden Menschen sofort mit Namen und Herkunft vorstellt – in Neuseeland macht man das halt so – er beharrt auch darauf mit dem Vornamen angesprochen zu werden. Etwas was dem mexikanischen Autohändler Fernando beispielsweise gar nicht einfach fällt. Wenn schon nicht Mr. Munro, dann zumindest Mr. Burt.

      So wird die Fahrt und die Erfahrungen, die Burt dabei macht, im Endeffekt die wahre Herausforderung im Film – Die Reise ist das Ziel – trifft es hier auf den Punkt.
      Der Film wandert allerdings einen gefährlichen Grad. Da Burt ein so liebenswerter Charakter ist, gibt es keinen Menschen, der es ihm wirklich böse meint. So es für den Zuschauer nach einer Weile gar keine Frage, dass Burt immer irgendwie auf den Füßen landen wird, auch wenn er dabei an seine Grenzen gehen muss. Seine einzigen Feinde sind seine eigenen Gesundheit und die ständige Gefahr, dass seine alte Maschine doch aufgeben wird. Für manche Zuschauer wird dies vielleicht nicht genug sein.

      Es tut meiner Meinung nach allerdings der Spannung keinen Abbruch, der Moment in dem Burt auf seine Maschine sitzt und mit sich und den Widrigkeiten um den Weltrekord kämpft, gehört zu den mitreißenden Szenen dieses Jahres.
      So ist The World’s Fastest Indian ein echter ‚fühl gut’ Film, an den man im Nachhinein immer mit einem Schmunzeln denken muss.

      Fazit: Ein Film über Kulturaustausch, klassischer David gegen Goliath Plot, bei dem unsere Sympathien beim Außenseiter liegen.
    2. Mit Herz und Hand: Eine Art "Rocky" auf Rädern: Bewegende (wahre) Geschichte eines Mannes, der sich im Alter von 65 Jahren entschließt, der schnellste Mann auf zwei Rädern zu werden.

      Nach der abenteuerlichen Biografie des realen Motorradbastlers Burt Munro liefert Anthony Hopkins in diesem originellen Feelgood-Movie eine furiose One-Man-Show, die ihn zum Oscar führen könnte.

      Einmal mehr stellt Hopkins seine enorme schauspielerische Bandbreite unter Beweis und beeindruckt als Anti-Lecter. Er schlüpft in die Rolle des Neuseeländers Burt Munro, einem kauzigen Speed-Junkie im Rentenalter, der mit einem „antiken“ Motorrad, der Titel gebenden „1920er Indian“, aller Widerstände und Wahrscheinlichkeiten zum Trotz den Geschwindigkeitsweltrekord auf zwei Rädern jagt. Als philantroper Simpel mit dem Herz am rechten Fleck wirft er dabei zahlreiche Konventionen der konservativen frühen 60er Jahre, so manche Regel der Rekord-Kommission, einige Gesetze der Physik und schließlich für einen kurzen Augenblick die Grenzen des Alters über den Haufen.

      Regisseur Roger Donaldson verzichtet dabei auf moralinsauere Botschaften und Methusalem-Theoreme, sondern stützt seinen Film auf ein virtuos geschriebenes Drehbuch. Dieses zeigt Hopkins durch öffentliche Eigenurin-Düngung der Zitronenbäume, unangekündigtes Abfackeln des Unkrauts samt Nachbarschaft, sowie illegale Wettrennen mit Bikergangs eher als verfrühte Inkarnation der Generation Punkrock denn als würdevollen Senior. Folgerichtig muss Burt noch einmal auf große Fahrt, Neuseeland verlassen und dorthin reisen, wo man Maschinen bis an die Grenzen ihrer Leistung ausfahren kann: zu den Salzseen von Utah, zur Speed-Week. Ohne Geld, Kontakte und Unterstützung bricht Munro auf zu einem abenteuerlichern Trip, der ihn mit bärbeißigen Taxifahrern und afroamerikanischen Drag-Queens konfrontiert. Sein warmherziges Wesen und seine Bauernschläue helfen ihm jedoch schließlich nach Utah.

      Hier gelingen Donaldson die schönsten Szenen seines Filmes. Beeindruckend kombiniert er die Weite der Landschaft mit der Kraft der Boliden auf Rekordjagd. Mittendrin Munro, der endlich am Ziel seines Lebens angekommen ist. Und obwohl die eigene Pumpe nicht mehr so rund läuft wie der Zweitakter der Indian und die Technik seines Motorrads weit entfernt scheint, überhaupt auf die Strecke gelassen zu werden, ist Munro nicht klein zu kriegen. Gerade deshalb dürfte Hopkins mit seiner Leistung auch bei einem jungen Publikum auf Anklang stoßen. Die Verehrung der Kritiker ist ihm ohnehin sicher - und vielleicht auch die der Academy. tw.

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      Kino.de Redaktion  

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