Millionen (2013)

Millionen: Tragikomödie um einen Lotteriegewinner, dessen Leben aus der Bahn gerät.
Kinostart: 03.07.2014
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Filmhandlung und Hintergrund

Millionen: Tragikomödie um einen Lotteriegewinner, dessen Leben aus der Bahn gerät.

Torsten ist zufrieden mit seinem Leben, liebt seine Frau Susanne, versteht sich mit dem Sohnemann und seinen Arbeitskollegen prächtig. Sein Lottogewinn von etlichen Millionen macht ihn nicht glücklicher. Im Gegenteil. Es gelingt ihm nicht, den Gewinn geheimzuhalten und bald haben alle schon Pläne, was sie mit dem vielen Geld machen könnten. Susanne will einen eigenen schicken Laden aufmachen, sein Chef und die Kollegen nötigen ihn, seinen Job aufzugeben, er brauche ihn ja nicht mehr, die besten Freunde wollen sich ihren Traum erfüllen und ins Ausland ziehen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Was würde man mit einem immensen Geldgewinn anfangen? Welche Auswirkungen hätte plötzlicher Reichtum auf den eigenen Alltag, den Freundeskreis und die Lebensumstände? Diesen Fragen geht Fabian Möhrke in seinem Debüt "Millionen" nach, das er mit weitgehend unbekannten Darstellern als Produktion des "Kleinen Fernsehspiels" entwickelte. Seine so reduzierte wie präzise Inszenierung lebt von einem lakonischen Tonfall, dem teils bösem Humor und exakt komponierten Scopebildern. Bis auf wenige Momente verzichtet Möhrke auf Gefühlsausbrüche. Vielmehr entwickelt er seine psychologisch glaubwürdige Studie über die negativen Folgen unerwarteten Reichtums durch die Darstellerkunst sowie Marco Armbrosts präzise Fotografie im Wechsel aus Handkamera und statischen Einstellungen.

    Streckenweise baut sich der anfangs sarkastische Witz und die später dramatischen Zuspitzungen durch das Prinzip von "Aktion" und "Konsequenz" auf, was nur durch einen Schnitt getrennt wird. Zu Beginn charakterisiert Möhrke den Kleinbürger Torsten noch als unbeschwerten Zeitgenossen, der mit Frotzeleien, kleinen Zaubertricks sowie saloppen Sprüchen seinen Freunden, Kollegen und Familie begegnet. Hierbei wird Darsteller Andeas Döhler häufig in das Zentrum der oft symmetrisch angelegten Einstellungen gerückt. Doch schon bald deutet der leere Raum bei einer Wohnungsbesichtigung die Distanz zwischen Torsten und seiner Frau an, die allmählich ihre Vertrautheit zerstört.

    Langsam verliert Torsten seine sorglose Art. Zunehmend agiert er stiller, verschlossener und fühlt sich von seinem Umfeld enttäuscht. Die Kamera drängt ihn an den Rand, wenn er sich von Diskussionen und Entscheidungen ausgeschlossen fühlt. Häufig konzentriert sich die Inszenierung auf Andreas Döhlers Reaktionen und spart das restliche Geschehen ganz aus. Kleine Details wie das Ablegen der teuren Armbanduhr beim Aufeinandertreffen mit früheren Kollegen unterstreichen die Absicht, eine Normalität wiederherzustellen, die nicht mehr erreichbar ist. Durchaus subtil zeigt Fabian Möhrke eine Familie als Gefangene ihres Reichtums. Wenn es schließlich scheint, als greife er zu einem platten Ende, sieht man sich ein weiteres Mal getäuscht, denn der Schluss fällt genauso lakonisch aus wie der restliche Film.

    Fazit: "Millionen" schildert präzise, stilsicher und glaubwürdig den Niedergang eines Angestellten nach einem Lottogewinn, was besonders dank der überdurchschnittlichen Kameraarbeit gelingt.
  • Dass ein Lottogewinn kein Happy End bedeutet, sondern vielmehr Ausgangspunkt für eine Tragikomödie mit unsicheren Ausgang sein kann schildert dieses gelungene Langfilmdebüt des für seine Kurzfilme gelobten Fabian Möhrke. Starke Leistungen der wenig bekannten Darsteller, pointierte Dialoge, präzise Beobachtungsgabe für Beziehungen und Alltagskleinigkeiten, trockener Humor und ausgewählte Bilder von Land- und Stadtansichten gefallen an der Arbeit, die zunehmend ins Tragische gleitet und sich zwischen authentisch und stilisiert bewegt.

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