Filmhandlung und Hintergrund

Jutta Speidel in Brenda Blethyns ("Lügen und Geheimnisse") Fußstapfen: Eine junge Schwarze, die als Baby adoptiert wurde, macht ihre leibliche Mutter ausfindig: eine ihr völlig gegensätzliche, ziemlich prollige und vor allem weiße Supermarktkassiererin.

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    Kritikerrezensionen

    • Meine Mutter tanzend: Jutta Speidel in Brenda Blethyns ("Lügen und Geheimnisse") Fußstapfen: Eine junge Schwarze, die als Baby adoptiert wurde, macht ihre leibliche Mutter ausfindig: eine ihr völlig gegensätzliche, ziemlich prollige und vor allem weiße Supermarktkassiererin.

      Die Frau vom Amt hat noch gewarnt, es könne ein Schock werden: Eine Frau mit dunkler Haut, die als Baby adoptiert wurde, stellt fest, dass ihre leibliche Mutter eine Weiße ist.

      Als die Wahrheit raus ist, sieht man die beiden Frauen aus extremer Ferne. Zwar zu zweit, aber doch jede für sich stehen sie einsam in einer kalten, nüchternen Tiefgarage. Das passt, denn für Stella Ahrens (Dennenesch Zoudé) ist es schon der zweite Tiefschlag. Ein dritter wird folgen; dabei hat sie den ersten noch gar nicht verkraftet. Dass Beate Gruber (Jutta Speidel) außerdem Züge einer Schlampe trägt, viel zu stark geschminkt ist und sich die Abgründe ihres Daseins gern mit einem Piccolo schön trinkt, wird da fast zur Nebensache.

      Eine äußerst reizvolle Grundidee, mit der Annette Simons Geschichte beginnt. Natürlich raufen sich die beiden Frauen irgendwie zusammen, aber Stella ist es verständlicherweise peinlich, Beate der feinen Familie ihres Verlobten (Ole Puppe) vorzustellen. Der wiederum vermutet angesichts ihrer Heimlichkeiten prompt, sie habe eine Affäre, und bandelt ein bisschen mit ihrer besten Freundin an, die ohnehin seine Ex ist.

      Es gelingt Regisseur Jan Ruzicka (zuletzt „Der letzte Tanz“), aus der Geschichte ein Drama in luftigem Gewand zu machen. Die Verkettung unglücklicher Umstände rückt den Film ohnehin in die Nähe der Komödie, selbst wenn Beate Gruber deren einzige Protagonistin ist; alle anderen Figuren sind viel zu steif und verkrampft, um aus ihrer Haut zu können. Sie aber träumt davon, eines Tages auf einer Musical-Bühne zu stehen, und als in ihrem Leben alles drunter und drüber geht – Job weg, Krach mit dem Sohn, der Trubel um Stella -, da packt sie diesen Traum an.

      Gerade die ausgezeichnete Bildgestaltung durch Kameramann Gunnar Fuß („Nicht alle waren Mörder“) und die sorgfältige Komposition verschiedener Schlüsselszenen verhindert, dass „Meine Mutter tanzend“ zur plumpen Komödie wird; und natürlich die Führung der beiden Hauptdarstellerinnen. Während Zoudé ihre Rolle eher still und introvertiert anlegt, ist Speidels Spiel von einer fröhlichen Ungeniertheit. Schon allein die Gesangsdarbietung ist ziemlich schräg, aber viel mutiger ist die Zurschaustellung ihrer Speckrollen. Die Krönung jedoch ist der Gang, den sich Speidel für die Rolle angewöhnt hat, eine kaum beschreibbare Mischung aus Schlurfen und Stöckeln. Trotzdem, und das macht diese Interpretation so einzigartig, verkommt Beate Gruber nicht zur Karikatur. Ohne diese Gratwanderung wäre „Meine Mutter tanzend“ bloß ein weiteres Adoptionsdrama. So aber kann Ruzicka die eher heitere Stimmung nutzen, um immer wieder dramatische Kontrapunkte zu setzen. tpg.

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