Filmhandlung und Hintergrund

TV-Thriller um eine junge Frau im Zeugenschutzprogramm.

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Kritikerrezensionen

  • Mein Mörder kommt zurück: TV-Thriller um eine junge Frau im Zeugenschutzprogramm.

    Eine Frau muss ein neues Leben ausfüllen, in dem ein altes noch durchschimmert. Sie hat eine Familie und führt dennoch ein Dasein im Konjunktiv - eine große Herausforderung und eine tolle Rolle für Katharina Wackernagel.

    Schon der widersprüchliche Titel ist ein Kleinod. Jemand ist ermordet worden, aber offenbar trotzdem nicht tot. Ein Geist? Ein Racheengel? Vera Grote ist von allem ein bisschen. Vor allem aber ist sie nicht Vera Grote. Ihre gesamte Existenz steht auf tönernen Füßen. Ein falsches Wort, und das fragile Konstrukt ist akut einsturzgefährdet. Das falsche Wort ist in diesem Fall ein Bild, genauer gesagt: eine Vermisstenzeige. Freunde suchen eine verschwundene junge Frau; für Hinweise gibt es 50.000 Euro - und für Vera Grote bricht buchstäblich eine Welt zusammen.

    Acht Jahre zuvor hatte sie dieses Erlebnis schon einmal. Der Film beginnt wie eine Mystery-Geschichte: Eine junge Frau wird verschleppt und irgendwo unter einer Bahnbrücke ermordet. Sie war die Freundin eines berüchtigten Berliner Bandenchefs, wollte aber aussteigen. Doch Tanja Siebert hat wie durch ein Wunder überlebt. Vor Gericht sagt sie gegen ihren Mörder aus, und der Gangster muss hinter Gitter. Im Zuge des Zeugenschutzprogramms bekommt Tanja eine neue Existenz und heißt nun Vera Grote. Acht Jahre später lebt sie auf dem Dorf, hat einen Mann und einen Sohn und scheint glücklich. Allein der Psychiater kennt ihr Geheimnis. Aber dann wird ihr Mörder auf Bewährung entlassen. Im Internet entdeckt Vera den Steckbrief und ist plötzlich überzeugt, das halbe Dorf weiß, wer sie wirklich ist. Als vor der Praxis des Analytikers eine Frau erschossen wird, die ihr ähnlich sieht, wird Vera wieder zu Tanja. Selbst ihrem Mann (Matthias Koeberlin) traut sie zu, mit den Gangstern gemeinsame Sache zu machen, als sie ein mysteriöses Telefonat belauscht.

    Dank Andreas Senns Inszenierung, die die Handlung ständig in der Schwebe hält, funktioniert „Mein Mörder kommt zurück“ als klassischer Thriller: Die Spannung resultiert vor allem aus der Möglichkeit, dass jederzeit etwas passieren könnte. Neben Musik (Johannes Kobilke) und Kamera (Holly Fink) verdankt der Film diesen Schwebezustand vor allem Katharina Wackernagel, der man das emotionale Wechselbad ihrer Figur jederzeit abnimmt. Sehr stimmig schildern Eberlein und Senn auch das Miteinander in der Siedlung, wo offenbar alle prima miteinander auskommen; bis sich wegen Veras wachsendem Misstrauen die Perspektive verschiebt und anscheinend jeder plötzlich etwas zu verbergen hat. Der Schluss wiederum ist beinahe eine Hommage an diese Lebensform und so verblüffend, dass er fast märchenhaft anmutet; beiden aber, Tanja Siebert und Vera Grote, gönnt man dieses Ende von Herzen. tpg.

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