Mein Mann, der Trinker

  

Filmhandlung und Hintergrund

TV-Drama um ein Professorenpaar, das sich mit der Alkoholsucht des Mannes auseinandersetzen muss.

Die selbst nach dreißig Jahren noch so harmonisch scheinende Ehe zwischen dem Universitätslehrer Wohlstedt und seiner Gattin Annemarie, gleichfalls Dozentin, hat in Wirklichkeit längst tiefe Risse. Schon geraume Zeit holt sich der Professor bei einer Studentin, was er in der Beziehung schon immer vermisst hat. Annemarie kommt ihm dank einer Kinderzeichnung auf die Schliche. Den endgültigen Ausschlag fürs Trinken aber gab der vorzeitige Ruhestand, vom dem Ludwig ebenfalls nichts erzählt hat.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mein Mann, der Trinker: TV-Drama um ein Professorenpaar, das sich mit der Alkoholsucht des Mannes auseinandersetzen muss.

    Der Absturz kommt aus heiterem Himmel: Ein anerkannter Kunstpädagoge entpuppt sich als Alkoholiker. Intensives, aber auch etwas künstlich anmutendes Ehedrama mit Robert Atzorn und Franziska Walser.

    Normalerweise ist der Prozess schleichend. Die Hauptfigur dieser Geschichte des renommierten Regisseurs Bernd Böhlich, der die Inszenierung seines Drehbuchs Bodo Fürneisen überlassen hat, scheint jedoch von einem Tag auf den anderen abhängig zu werden. Erst nach und nach kommt die Wahrheit ans Licht: Die selbst nach dreißig Jahren noch so harmonisch scheinende Ehe zwischen dem Universitätslehrer (Robert Atzorn) und seiner Gattin Annemarie (Franziska Walser), gleichfalls Dozentin, hat in Wirklichkeit längst tiefe Risse. Schon geraume Zeit holt sich der Professor bei einer Studentin, was er in der Beziehung schon immer vermisst hat. Annemarie kommt ihm dank einer Kinderzeichnung auf die Schliche: Der kleine Morten, Sohn der hübschen Svenja (Sonja Baum), zeigt ihr ein Bild von seinem Papa. Sofort fällt ihr der rote Schal auf; er ist Ludwigs Markenzeichen. Den endgültigen Ausschlag fürs Trinken aber gab der vorzeitige Ruhestand, vom dem Ludwig ebenfalls nichts erzählt hat.

    Atzorn macht keinen Hehl daraus, vor Jahrzehnten selbst ein Alkoholproblem gehabt zu haben. Entsprechend intensiv spielt er gerade jene Szenen, in denen Ludwig trocken ist: den Tremor am Morgen, wenn er die Kaffeetasse vor lauter Zittern mit zwei Händen halten muss; die Aggressivität, weil Annemarie sämtlichen Alkohol entfernt hat und Ludwig ein Glas, ein einziges Glas nur, zum Einschlafen braucht; oder die unvorstellbaren Schmerzen beim Entzug.

    Während Atzorn in seiner Rolle bis hin zur Handgreiflichkeit höchst physisch agieren kann, lebt Walser die Gefühle mimisch eher sparsam und insgesamt sehr kontrolliert aus. Man ist regelrecht erleichtert, als Annemarie ihren Mann endlich mal anschreit, anstatt ihre ganze Frustration immer nach innen zu lenken; meist leidet die Dozentin angesichts von Ludwigs Niedergang mit feuchten Augen mehr oder weniger still vor sich hin. Auf der anderen Seite wirkt die übertriebene Turtelei des Ehepaars zu Beginn etwas aufgesetzt.

    Bodo Fürneisens Inszenierung mutet auf befremdende Art altmodisch an, als wolle er den antiquierten Begriff „Fernsehspiel“ mit neuem Leben erfüllen. Die Kamera (Ralf Nowak) zeigt die beiden Hauptdarsteller immer wieder in extrem nahen Großaufnahmen, was die Künstlichkeit mancher Dialogzeilen („Lieben wir uns nicht mehr?“) noch verstärkt. Und so bleibt „Mein Mann, der Trinker“ bei allem Engagement der Beteiligten trotz aller Intensität zu sehr Kunstprodukt und Fallstudie, um wirklich zu berühren. tpg.

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