Mann unter Feuer

  1. Ø 3.5
   2004
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Filmhandlung und Hintergrund

Mann unter Feuer: Actioner um einen Ex-Soldaten, der als Bodyguard eines Mädchens versagt und ihren Tod rächen will.

Aus der Bahn geraten und vom Alkohol gezeichnet, wittert der ehemalige CIA-Agent John Creasy (Denzel Washington) seine letzte Chance zur Rehabilitation, als ihm sein väterlicher Freund Rayburn (Christopher Walken) anbietet, den Leibwächterdienst für die zehnjährige Tochter eines mexikanischen Industriellen (Marc Anthony) zu übernehmen. Als die Kleine praktisch vor seiner Nase gekidnappt wird und die korrupte Polizei offenbar teilweise mit den Tätern unter einer Decke steckt, sieht Creasy rot.

Brian Helgeland

Ein ehemaliger Navy-Soldat, der mittlerweile in Mexiko lebt und sich als Bodyguard verdingt, versagt, als ihn eine befreundete Familie bittet, ihre zehnjährige Tochter zu beschützen. Als dieses entführt und dabei getötet wird, schwört der Ex-Soldat den Tod des Mädchens zu rächen.

Der ziemlich abgewrackte, versoffene ehemalige Navy-Soldat Creasy übernimmt auf Empfehlung seines Ex-Kollegen Rayburn einen Bodyguard-Job bei einem Ehepaar in Mexiko City, das von einer Serie dreister Kindesentführungen erschüttert wird. Nur widerwillig freundet er sich mit seinem Schützling, der zehnjährigen Pita, an. Als diese jedoch am helllichten Tag in die Hände skrupelloser Kidnapper fällt, begibt sich der verbitterte Einzelgänger mit Hilfe der cleveren Journalistin Mariana auf erbarmungslosen Rachefeldzug.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Rachethriller steht derzeit ganz oben auf Hollywoods Menüplan. So ist das brutale Kidnappingactiondrama von „Top Gun“-Regisseur Tony Scott nach „Kill Bill: Vol. 2“, „The Punisher“ und „Walking Tall“ innerhalb eines Monats bereits der vierte Eintrag in das Subgenre, das in dieser Form zuletzt in den siebziger Jahren derart präsent war. Dazu passend sinniert Denzel Washington („Training Day“) als Protagonist: „Rache ist ein Gericht, das am besten eiskalt serviert wird“ – ein „klingonisches Sprichwort“, das bereits von Quentin Tarantino in „Kill Bill: Vol. 1“ bemüht worden war. Brandheiss hingegen wirkte sich das rohe Rächerepos auf die Karriere des Oscar-Preisträgers aus: In den USA landete er mit dem Vigilantenfeldzug sein bislang bestes Startwochenendeinspiel überhaupt.

    Ebenfalls mit einem Oscar ausgezeichnet ist Drehbuchautor Brian Helgeland („L.A. Confidential“, zuletzt „Mystic River“), der für das Skript den Roman von A.J. Quinell adaptierte. Glaubwürdig wird zunächst die tiefgehende Beziehung zwischen dem suizid veranlagten Bodyguard John Creasy (klingt teils wie „crazy“) und der kleinen altklugen Pita (Dakota Fanning aus „Ich bin Sam“ erweist sich erneut als erstaunliches Naturtalent) aufgebaut. Creasy hat den Job durch die Beziehungen seines alten Freundes Rayburn (Christopher Walken zur Abwechslung als ‚Good Guy‘, der selbst schmalzige Dialogzeilen mit gewohnt souveränem Flair intoniert) in Mexico City erhalten. Ihre gemeinsame Vergangenheit als Auftragskiller der US-Regierung wird angedeutet und als Grund für die psychisch angeknackste Verfassung des alkoholkranken und zumindest an der Hand narbenentstellten Creasy suggeriert. Sein Schützling Pita, deren Eltern (Radha Mitchell und Sänger Marc Anthony) oft geschäftlich unterwegs sind, erkennt ihn als „traurigen Teddybär“ und schwärmt ihn trotz seiner anfänglich ablehnend-sachlichen Haltung ihr gegenüber treuherzig an. Nach gescheitertem Selbstmordversuch schmilzt Creasy schnell dahhin, und Pita zeigt ihm, dass es „okay ist wieder zu leben“. Nach etwa 50 Minuten Laufzeit geschieht das Unfassbare: Pita wird am helllichten Tag entführt, Creasy dabei schwer verletzt. Der verantwortliche professionelle Kidnappingring umfasst korrupte Cops, und als die Geldübergabe scheitert, scheint dies das sichere Todesurteil für das kleine Mädchen. Als Creasy wenige Tage später davon erfährt, schleppt er sich schwer verletzt aus dem Krankenhaus und beginnt als Einmann-Todeskommando seinen gnadenlosen Rachefeldzug gegen alle Beteiligten.

    Ebenfalls keine Gnade kennt Regisseur Scott in seinem ersten Film seit „Der Staatsfeind Nr. 1“, der den Zuschauer geradezu mit visuellem Overkill erschlägt. Verwackelte Bilder, desorientierender Stakkato-Schnitt, Zooming, Kamera-Umkreisungen, und all das mit Farbfiltern in ästhetisch tiefsatten-dunklen Tönen gefilmt, verleihen den Eindruck von fast konstanter hektischer Bewegung. Selbst die teilweise eingesetzten Untertitlel bleiben nicht statisch, sondern springen regelrecht von der Leinwand und reflektieren beispielsweise mit ihrem Format die Lautstärke des Gesprochenen. All diese fast pausenlos einhämmernden visuellen Effekte unterstützen den hartgesotten-gewalttätigen Ton des Films. Finger werden abgeschnitten und mit Zigarettenanzünder zugebrannt, explizit gefilmte Kopf- und Gesichtsschüsse à la Michael Bay gehören zum festen Handwerkszeug des Regisseurs, der schon in früheren Filmen wie „Revenge“ oder „Last Boy Scout“ nicht gerade zimperlich zu Werke ging, sodass er auch nicht davor zurückscheut, selbst eine Minibombe im Rektum einer der Verbrecher zum Einsatz zu bringen. Dazu stimmig düster-deprimierend ist der hypnotisch klingende Score, der ein wenig die Ambientklänge von „Traffic – Die Macht des Kartells“ ins Ohr ruft. Diesen grob-ungeschminkten Realismus sowie den fiebrigen Stil der South-of-the-Border-Thriller „Amores Perros“ und „City of God“ scheint Scott einfangen zu wollen. Ganz gelingt ihm dies nicht, da sich vereinzelt ein unterschwellig gekünstelter Eindruck einschleicht, doch die Szenen zwischen Washington und Fanning berühren, und keine der 145 Minuten der mit religiöser Symbolik und Bibelzitaten angereicherten Racheorgie ist auch nur annähernd langweilig. ara.

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