Filmhandlung und Hintergrund

Schwule Variante des Culture-Clash-Erfolgs "My Big Fat Greek Wedding": Ein Kanadier versucht, seine schwule Beziehung vor seiner italienischen Großfamilie zu verheimlichen.

Eher durch Zufall ist die italienische Wirtschaftsmigrantenfamilie Barberini in Kanada statt in den USA gelandet. Das allein wäre ja noch kein Grund zur Aufregung. Wenn sich jedoch Filius Angelo (Luke Kirby), dieser missratene Fernsehkasper, eben erst als Homosexueller und Lebenspartner seines Jugendfreundes Nino (Peter Miller) outet, spielt die Familie verrückt. Während Mama und Papa aus blankem Entsetzen über mögliche Therapien sinnieren, muss sich Angelo zu allem Überfluss der Intrigen seiner bissigen Schwiegermama in spe (Mary Walsh) erwehren.

My Big Fat Greek Wedding“ in der schwulen Italovariante, komplett mit dem dafür erforderlichen Mut zu Klischee und Grobheit. Turbulent in Szene gesetzt von Kanadier Emile Gaudreault.

Angelo lebt im italienischen Viertel von Montréal im Kreise seiner Großfamilie, obwohl er als Fernsehautor Karriere machen und sich zu seiner Homosexualität bekannt haben wollte. Dann verliebt er sich in seinen Jugendfreund Nino und zieht zu ihm, womit er nicht nur seine entsetzten Eltern, sondern auch Ninos intrigante Mutter am Hals hat.

Im italienischen Viertel von Montréal führt Familienoberhaupt Gino Barberini ein hartes Regiment. Darunter haben Mama Maria, Tochter Anna und Sohn Angelo jahrzehntelang gelitten. Doch eines Tages wird es Angelo zu bunt. Er zieht aus und mietet sich bei Nino, einem Freund der Familie, ein. Als die Barberinis wenig später erfahren, dass sich Angelo und Nino sogar das Bett teilen, kommt dies einem Weltuntergang gleich. Von nun an lässt Gino nichts unversucht, seinen Sprössling auf den Pfad der Tugend zurückzubringen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mambo Italiano: Schwule Variante des Culture-Clash-Erfolgs "My Big Fat Greek Wedding": Ein Kanadier versucht, seine schwule Beziehung vor seiner italienischen Großfamilie zu verheimlichen.

    An den Grundfesten der italienischen Familie rüttelt Emile Gaudreault und folgt damit dem Trend zum Culture-Clash im Kino. In Montreals „italian community“ wagt es der einzige Sohn des Hauses, mit Ende 20 auszuziehen und teilt bald mit einem alten Jugendfreund nicht nur die Wohnung, sondern auch das Bett. Erst einmal leidet „Tutta la famiglia“ unter dieser schrecklichen Schande. Aber am Ende gewinnt in dieser witzigen, berührenden und sehr menschlichen Komödie, die streckenweise an „My Big Fat Greek Wedding“ erinnert, die Leichtigkeit des Seins über die Beschwerlichkeit des Scheins.

    Raus aus dem Schatten der Tradition, hinein ins selbstbestimmte Leben, der Zusammenprall gegensätzlichen Kulturen als Chance -lockerer als Vorgänger wie Stephen Frears („Mein wunderbarer Waschsalon“), Damien O’Donnell („East is East“) oder Drehbuchautor Hanif Kureishi und mit viel Sinn für Sitatuationskomik lässt Emile Gaudreault seine Protagonisten gegen Eltern und Gesellschaft rebellieren. So bricht bei den Barberinis eine Welt zusammen: Da zieht Single-Sohn Angelo einfach aus dem familiären Nest und bald mit einem früheren Jugendfreund zusammen. Besser als mit einem nicht italienischen Flittchen denken die besorgten Eltern, die von einer gebärfreudigen Schwiegertochter und vielen Bambinis träumen. Um so größer das Entsetzen, als Angelo sich als schwul outet. Der Schock sitzt tief, ein schwuler Italiener, das gilt als Widerspruch in sich und darf nicht sein. Aber nach längerer Kontaktpause entdecken Mutter und Vater Toleranz und halten zu ihrem Jungen, der nach einer Liebesenttäuschung auch noch Mr. Right findet, während der Ex-Lover ganz konventionell heiratet. Emile Gaudreault nimmt mit deftigem Humor Lust und Last des „Italienischseins“ auf die Schippe, die Pasta kochende Mamma, den gestrengen Patriarchen mit ehernen Grundsätzen und die im Therapeuten-Hopping geübte Tochter, die nur im Valiumrausch die Sippe ertragen kann. Dabei räumt er im Chaos von Montreals Little Italy mit so mancher Heuchelei und folkloristischem Klischee auf, ohne die Charaktere der Lächerlichkeit preiszugeben. Jeder interpretiert die Welt auf seine Weise. Der Vater (Paul Sorvino) leidet darunter, es nur bis zum „billigen Plagiat“ Kanada geschafft zu haben, statt ins gelobte Land der USA, und findet eine einfache Erklärung für Angelos Homosexualität, „das passiert eben, wenn man von zu Hause auszieht“, während die Mutter diese seltsame sexuelle Neigung für eine Krankheit hält und hofft, ihren Sprössling durch die Präsenz dickbusiger Damen heilen zu können. Autor Steve Galluccio entwarf nach seinem gleichnamigen Theaterstück die einzelnen Personen und griff dabei auf eigene Erfahrungen in Freundeskreis und Verwandtschaft zurück. Die Jokes sind zwar nicht sophistacated, sondern eher simpel, aber der verrückte Clan überzeugt durch rauen Charme, die kleinen Brüche im Alltag und Fluchten in falsche Illusionen machen die Mischpoke liebenswert. Gaudreault überzeichnet Realität und Figuren, setzt gekonnt auf das komische Potenzial. Das sollte einen Überraschungserfolg möglich machen. mk.

News und Stories

  • Vorstellung

    Am 24. Juni wird 20th Century Fox die Komödie „Mambo Italiano“ in die deutschen Kinos bringen. Der Regisseur und Autor Emile Gaudreault wurde als Koautor des Films „Louis 19, le Roi des Ondes“ aus dem Jahr 1994 bekannt. Dieser Film war in dem Jahr der erfolgreichste Kinofilm in Kanada und Gaudreault bekam beim Vancouver Film Festival den Preis als bestes Drehbuch. Das Skript wurde fünf Jahre später von Starregisseur...

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