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Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

    1. Das recht sperrige Werk "Maladies", die zweite Regiearbeit des Malers Carter, wäre ohne seinen Hauptdarsteller James Franco und weitere bekannte Namen wie Catherine Keener kaum zustande gekommen. Wie der Regisseur auf der Berlinale 2013 beim Publikumsgespräch im Anschluss an eine Vorstellung sagte, verfasste er das Skript speziell für den vielseitigen Akteur, mit dem er zuvor schon die experimentelle Star-Reflektion "Erased James Franco" drehte.

      Obwohl "Maladies" eingängiger angelegt ist als der Vorgänger, macht es Carter seinem Publikum nicht leicht. Im Stil von "Das weiße Rauschen" versetzt sich diese Studie in die Gedankengänge psychisch Kranker, die Anfang der Sechziger in einer seltsamen Familiengemeinschaft miteinander leben. Dazu verwendet Carter einen Voice Over-Erzähler, Jump Cuts, Überblendungen, Kapiteleinteilungen und disparate Bild-/Tonelemente. Wasser-/Meeresmotive ziehen sich als Zeichen eines unruhigen, sprunghaften Geistes durch den ganzen Film, was sich in Aufnahmen von Schiffen bis zu Verweisen auf den ungebändigten weißen Wal "Moby Dick" fortsetzt. Die im Film verwendeten Skulpturen und Gemälde stammen übrigens alle aus Caters Werkstatt.

      Am Vernünftigsten innerhalb des Trios wirkt noch die von Catherine Keener verkörperte Freundin des Protagonisten, die allerdings durch ihr Cross Dressing und einen gelegentlich aufgemalten Schnurrbart aneckt. Besonders bei einem Diner-Besuch sorgt sie für Unmut – Gelegenheit für einen Gastauftritt von Alan Cumming als verärgerter Familienvater. Ihr unter einer Schreibblockade leidender Partner wird durch vermeintliches Telefonklingeln in den Wahnsinn getrieben. Dessen verblassender Ruhm als Ex-Soap Star stellt eine Anspielung auf James Francos Anfänge beim Serienhit "General Hospital" dar. Co-Produzentin Fallon Goodson als seine lethargische Filmschwester hat hinter schwarzer Perücke und dem verschüchterten Blick dagegen kaum Dialog.

      Die stimmige Ausstattung liefert ein passendes Ambiente für eine Zeitreise in die Sechziger Jahre, deren unbeholfener Umgang mit psychisch Kranken Carter in seinem philosophischen Drama aufzeigen will. Mit "Maladies" seziert er die Wechselwirkung aus Kreativität, innerer und äußerer Wahrnehmung sowie wechselnder Identitäten. Catherines Bilder erweisen sich als Rohrschacht-inspirierte Werke, die ihren Seelenzustand offen legen. Carter stellt die Frage, wo Normalität aufhört und Wahn beginnt, wenn die "normalen" Bürger nicht verstehen, mit dem ungewöhnlichen Trio umzugehen.

      Jenseits seines experimentellen Ansatzes bleibt die Fotografie seines an der New Yorker Küste angesiedelten Zeitporträts allerdings recht konventionell. Ebenso fällt auch sein Blick auf die verschrobenen Charakter zu distanziert und der Plot zu minimalistisch aus, um den Betrachter wirklich in das Schicksal der dysfunktionalen Gemeinschaft hinein zu ziehen. Als weiterer Beweis für James Francos künstlerische Vielfalt kann "Maladies" zumindest punkten.

      Fazit: Das surreal angehauchte Indie-Drama "Maladies" liefert eine Reflexion zu Kunst, Wahrnehmung und inneren Krisen, erweist sich aber letztlich als zu spröde konzipiert.

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