Märzmelodie

  1. Ø 4.5
   2007
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Filmhandlung und Hintergrund

Märzmelodie: Melodische Liebeskomödie, in der die Protagonisten dreier Paarbeziehungen ihre Gefühle mit Gesang ausdrücken.

Als von Dreikäsehochs gnadenlos gepiesackte Grundschullehrerin geht Anna (Alexandra Neldel) nervlich auf dem Zahnfleisch. Eines Tages wollen ihre Freunde Valerie (Inga Busch) und Moritz (Gode Benedix) ihrem Schicksal etwas auf die Sprünge helfen und verkuppeln sie mit dem erfolglosen Schauspieler Thilo (Jan Henrik Stahlberg), der sich mit einem McJob über Wasser hält. Ergebnis: Anna erhält einen Nervenzusammenbruch, Thilo ist über beide Ohren in sie verliebt. Womit die Probleme anfangen.

In Martin Walz‘ „melodischer Liebeskomödie“ gibt das Ensemble um „Verliebt in Berlin„-Star Alexandra Neldel nicht nur Gefühle zum besten, sondern intoniert sie auch mit Gesang und zwar von deutschen Rockgrößen wie Udo Lindenberg, Rio Reiser oder Element of Crime.

Thilo, ein Schauspieler, der im Callcenter arbeitet, und die von ihren Schülern gemobbten Grundschullehrerin Anna verlieben sich, aber erst nach Umwegen. Das Ehepaar Valerie und Moritz entfremdet sich im Zuge des Organisationsstress mit Arbeit, Alltag und Kind. Die Beziehung von Katja und Florian steht auf der Kippe, weil er eine zu enge Bindung ablehnt.

Thilo und Anna brauchen mehrere Anläufe brauchen, um sich ihre Emotionen zu gestehen und leiden außerdem noch unter Blackouts, immer das Falsche sagen, statt das Richtige zu tun. Das Ehepaar Valerie und Moritz steht vor der Frage, wohin mit dem Kind, wenn beide arbeiten wollen und sich vor lauter Alltags-Organisation kaum noch sehen und immer mehr entfremden. Florian lehnt eine zu enge Bindung mit Katja ab. Als er sich doch für die Liebe entscheidet, ist es fast zu spät. Doch ein Happy End liegt in der Luft.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Märzmelodie“ ist ein eher unscheinbarer kleiner Film über drei Paare in Berlin, in dem es eine schillernde Besonderheit gibt: Die Personen fangen dann und wann ohne Vorankündigung zu singen an, meistens nur einen Satz oder zwei, und dann geht die Handlung weiter. Die Original-Liedzeilen stammen querbeet aus der Welt des deutschen Schlagers, von Zarah Leander, Rio Reiser, Udo Lindenberg, Nena, Marius M. Westernhagen und vielen anderen.

    Regisseur Martin Walz, der auch Co-Autor des Drehbuchs ist, legt seinen Schauspielern die Lieder immer dann in den Mund, wenn sie starke Gefühle ausdrücken sollen, für die Worte in den eher nüchternen Handlung nicht ausreichen. Zum Beispiel rezitiert Anna im Gespräch mit einer Kollegin an der Schule plötzlich: „Als ich jünger war ...“ Oder sie singt verlassen in der Kneipe, und ein spontaner Männerchor am Tresen fällt ein: „Trink, trink, trink!“ Das Ganze wirkt lustig und macht neugierig auf den Fortgang der Geschichte.

    Diese Experimentierfreude wird im Laufe des Films noch variiert, mal singen Passanten, mal hüpft der verliebte Thilo nach Art von „Singing in the Rain“. Das Vergnügen wird entscheidend davon gespeist, dass die Liedzeilen nicht immer kommen, wenn man mit ihnen rechnet, und dass sie, so unvermittelt, wie sie einsetzen, auch wieder zu Ende sind.

    Der zweite Pluspunkt von „Märzmelodie“ ist die Ernsthaftigkeit und Authentizität der Figurendarstellung. Es gibt einige echte Typen, wie den Aufreißer Florian, gespielt von Gedeon Burkhard, oder den übermüdeten Schichtarbeiter Moritz, gespielt von einem zerzausten Gode Benedix. Die meisten Figuren sind meilenweit entfernt vom Schicki-Micki-Milieu, und die Gesprächsszenen von Thilo mit seinen beiden ungleichen Kumpels in der Kneipe, oder die Beziehungskrisen von Valerie und Moritz, von Florian und Katja, die Trennungsszene von Thilo und Katja, sind alle angenehm realitätsnah, mit Zwischentönen versetzt und unprätentiös.

    Thilo, gespielt von Jan Henrik Stahlberg, ist ein Dauerträumer, dessen in die Ferne schweifendes Lächeln jedoch bald irritiert. Auch leidet die Handlung unter einigen Spannungsflauten, bevor sich Thilo aufrafft, ein besserer Weinverkäufer im Callcenter zu werden und die Schauspielerei zu vergessen. Auch diese Idee ist originell: gleich mehrere der Hauptfiguren sich von der beruflichen Karriere verabschieden zu lassen, anstatt sie zwecks Happy-End darin vorwärts zu treiben.

    Fazit: Realistische Figuren in einem unspektakulären Liebesfilmchen singen unvermittelt Schlagerzeilen: Originell!
  • Eine „melodische Liebeskomödie“, in der die Protagonisten dreier Paarbeziehungen ihre Gefühle mit Gesang ausdrücken.

    Dass im französischen Film die Akteure plötzlich Chansons schmettern, daran haben wir uns langsam gewöhnt. Dass Martin Walz gallische Sitten auf teutonischen Film überträgt, ist noch gewöhnungsbedürftig. Am Anfang irritiert es, wenn Thilo, Schauspieler ohne Fortune und Weinverkäufer im Callcenter ohne Erfolg, seinen Frust mit melodischen Textzeilen kund tut und aus der Kehle der von ihren Schülern gemobbten Grundschullehrerin Anna traurige Lieder klingen. Aber nach einer Weile wirkt das witzig, wenn auch nicht immer. Im weitesten Sinne deutsche Schlager wie „Halt Dich an Deiner Liebe fest“ von Ton Steine Scherben, Marius M. Westernhagens „Lieben werd ich dich nie“ oder Nenas „Todmüde“ sind Ohrwürmer, die man einfach gerne hört und deshalb Udo Lindenberg auch „Bis ans Ende der Welt“ folgt. Manchmal halten die musikalischen Ergüsse im Playback, zu denen die Schauspieler gekonnt ihre Lippen bewegen, die Geschichte auch nur auf und lassen es holpern. Liedzeilen als Lückenfüller, Siege, Krisen, Niederlagen mit passender musikalischer Begleitung.

    Es sind eigentlich drei Geschichten, die erzählt werden: Die von Thilo und Anna (zum Verlieben Jan Henrik Stahlberg und Shooting-Star Alexandra Neldel aus der TV-Serie „Verliebt in Berlin“), die mehrere Anläufe brauchen, um sich ihre Emotionen zu gestehen und außerdem noch unter Blackouts leiden, immer das Falsche sagen, statt das Richtige zu tun. Die von Valerie und Moritz, einem Ehepaar, das vor der Frage steht, wohin mit dem Kind, wenn beide arbeiten wollen und sich vor lauter Alltags-Organisation kaum noch sehen und immer mehr entfremden. Die von Katja und Florian, in der letzterer eine zu enge Bindung ablehnt und sich fast zu spät für die Liebe entscheidet.

    Trotz aller Wirrungen und Irrungen kommt es in den lauen Frühlingstagen zwischen Mann und Frau zu Happy Endings, finden sich die Herzen, auch wenn da der Zufall manchmal nachhelfen muss. Wer für Romantik bereit ist, sollte an den Entwürfen von Liebes- und Paarsituationen trotz Singsang oder gerade deswegen Spaß haben. Es gehört aber auch die Bereitschaft dazu, sich auf eine etwas ungewohnte narrative Struktur in dieser deutschen Komödie einzulassen. Warum nicht? mk.

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