Männersache

   Kinostart: 19.03.2009
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Filmhandlung und Hintergrund

Erster Kinoauftritt mit Comedystar Mario Barth.

Paul (Mario Barth) und Hotte (Dieter Tappert) sind seit der Kindheit dicke Kumpels. Tagsüber schuftet Paul in einer Berliner Zoohandlung, nach Feierabend feilt er erfolglos an seinem Durchbruch als Komiker. Doch seinem Traum, der nächste Jerry Lewis zu werden, nähert er sich erst erfolgreich an, als er auf Kosten von Hotte und dessen Freundin Susi (Anja Kling) böse Witze reißt. Die finden das gar nicht lustig und Paul steht vor der Wahl: Freundschaft oder Karriere…

Mario Barth begeistert mit seinem Comedy-Programm seit Jahren Millionen Besucher und stellt einen Rekord nach dem anderen auf. Gernot Roll stellt dem Star bei seinem ersten Kinoauftritt Dieter Tappert (bekannt als Paul Panzer) zu Seite. Eine hohe Gagdichte versteht sich von selbst.

Paul arbeitet tagsüber im Berliner Zoo. Doch seine wahre Leidenschaft gehört der Comedy. Und so widmet er die Abende seiner Karriere als Komiker, allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Dieser stellt sich erst ein, als Paul das befreundete Paar Susi und Hotte als Thema für seine Gags entdeckt. Fortan liegt im das Publikum zu Füßen, als er auf der Bühne allerlei Privates aus Susi und Hottes Beziehungsleben zum Besten gibt. Den beiden gefällt das aber gar nicht. Und so steht Paul vor der Wahl zwischen großer Karriere und Freundschaft.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Harmlose Mainstream-Komödie für Mario Barth Fans, die im fernsehtauglichen „geht so“-Niveau einige Lacher finden können – ganz im Gegensatz zum unterforderten Rest.
    2. Männersache: Erster Kinoauftritt mit Comedystar Mario Barth.

      Mit Comedy-Kumpel Dieter Tappert übernimmt Mario Barth mit einer beseelt prolligen Klamotte nach der Bühne nun auch im Kino das Kommando.

      Mario Barth ist ein Kassenmagnet, ein Mann fürs Massenpublikum, ein Komiker aus dem Volk für das Volk und durch das Volk. Letzten Sommer zog er mit seiner Show rekordverdächtige 70.000 Menschen im Berliner Olympiastadion in seinen Bann. Jetzt will er diesen Triumph im Kino um ein Vielfaches multiplizieren. Die Aussichten dafür stehen hervorragend. Denn in „Männersache“ tut er das, was er am besten kann: Er selbst sein, seinem Umfeld aufs Maul schauen und die trivialen Unterschiede zwischen Mann und Frau so darlegen, wie er das sieht. Dass das Kino andere Gesetzmäßigkeiten verlangt als die Comedy-Bühne, hat Barth ebenfalls verinnerlicht. So hat er sich mit einem fähigen Produzenten (Oliver Berben) und einem alten Regiehasen (Gernot Roll) umgeben sowie gestandenen Schauspielern wie Anja Kling oder Michael Gwisdek. Die zweite Hauptrolle spielt sein bester Freund und Comedy-Kollege Dieter Tappert alias Paul Panzer, hier jedoch ohne Sprechfehler und Stehfrisur. Auch im Film sind die beiden beste Kumpel: Während Hotte (Tappert) ein Gerüstbauunternehmen leitet, treibt der Zooladenangestellte Paul (Barth) abends seine Komikerkarriere voran. Erst als er damit beginnt, das zerrüttete Privatleben von Hotte und seiner Freundin Susi (Anja Kling) auszuschlachten, hat er Erfolg. Mit Sprüchen wie „Wieso Bauch, Beine, Po? Davon hast du doch genug. Mach‘ mal lieber Titten“ erregt er die Aufmerksamkeit eines geldgeilen Managers, der ihn ganz groß raus bringt. Am Ende muss sich Paul entscheiden: Große Laufbahn bei „Germany on Stage“ oder großes Bier mit Hotte und Versöhnung mit seinem Kette rauchenden Papa. Im wirklichen Leben hat sich Barth zumindest auch für Ersteres entschieden. „Männersache“ sollte dabei ein weiterer kommerzieller Meilenstein sein. Denn sein Kameramann und Koregisseur Gernot Roll, der schon Spaßmacher wie Tom Gerhardt („Ballermann 6“) oder Axel Stein („Kein Bund fürs Leben“) ins rechte Bild rückte, inszeniert solide, bisweilen sogar souverän und tut sonst alles, was Koregisseur, Autor und Associate Producer Barth, als Ideengeber natürlich der inoffizielle Chef im Ring, von ihm verlangt. So gibt es nicht nur den typischen Barth-Humor zu erleben, der ihm vom erschütterten Feuilleton den Ehrentitel einbrachte, ein „Kollateralschaden der Demokratie“ zu sein. Die schnoddrige Berliner Komikerschnauze erhält auch Raum für ein paar Nebenrollen im Stil von Eddie Murphys „Der verrückte Professor“, unter anderem als tumbe Oma, schlitzohriger polnischer Bauarbeiter Marek oder als stummer Russenmafiakiller. Der Rest ist viel Tequila im Zeitraffer, ein Tittencontest in der Schaumdisco, Titten im Bauwagen, Riesenbrüste an der Hauswand gegenüber sowie Cameos von Uwe Ochsenknecht, Jürgen Vogel und Sido, der auch den Schlusssong rappt. Dass auch überraschend ernste Töne angeschlagen werden, der Film neben Nonstop Nonsens über wahre Männerfreundschaften ein aufrechtes Herz für Familie nicht verhehlen kann, wird Fans ebenso gefallen, zumal sie am Schluss zum Abspann mit Pleiten, Pech und Pannen während des Drehs verwöhnt werden. lasso.
      1. Beim Zahnarzt im Wartezimmer liegen gerne Zeitschriften rum mit den ganz seichten Themen, die leichten Konsum garantieren: Bunte, oder Bild der Frau, oder Focus. Da kann man sich nochmal verlustieren und den Schmerz vergessen, der ein paar Türen weiter lauert.
        Und vierlagiges Klopapier, feucht, fühlt sich auch ganz sanft an und macht einen vergessen, dass es auf dem Örtchen ziemlich stinkt.

        Sowas ähnliches ist Mario Barth, der seine kleinen Anektdötchen aus dem ganz ganz wahren Leben erzählt und damit zum erfolgreichsten Lustigmann der Nation geworden ist. Und der damit so schön rausführt aus dem wirklichen tatsächlichen echten Leben, das außerhalb seiner Show existiert.

        In diesem seinem ersten Kinofilm findet einer der ersten Gags in Barth-Spezial-Richtung auf dem Klo statt: ein Damen-Rasierer tut dem Mann höllisch weh, wenn er auf empfindliche Stellen trifft. Der Mann und die Frau: das ist der Untergrund dieses Filmes, was denn sonst. Und wie sonst könnte man dieses prekäre Verhältnis besser auf den Punkt bringen, als wenn man eine echte Männerfreundschaft der Liebe zu einer Frau gegenüberstellt?

        So ist der Film in gewisser Weise eine Selbstoffenbarung Mario Barths, verpackt in eine Allerweltsgeschichte von Freundschaft versus Liebe, Karriere versus Freundschaft, Sohn versus Papa. Auf der Ebene von Handlung und Dramaturgie also Vorhersehbares, Ausgewaschenes, und es ist ziemlich offensichtlich, dass vieles einfach nur reingekloppt ist, um irgendwie vorwärtszukommen. Die Russenmafia zum Beispiel oder ein One-Night-Stand, der vielleicht keiner war.

        Nein: es geht weniger um die Figuren von Paul und Hotte als um Mario Barth, Darsteller, Co-Autor, Co-Regisseur, Mitproduzent. Um wen denn sonst.

        Barth zeigt hier, transferiert in eine übliche Komödienhandlung, wie er funktioniert. Freundschaft ist für Paul ein Geben und Nehmen: Hotte gibt, Paul nimmt. Comedy ist für Paul zunächst das platte Erzählen von Witzen: Kommt ein Cowboy aus dem Friseursalon, ist sein Pony weg. Und später dann kommt der Erfolg: mit der Authentizität, mit der wirklichen Welt, mit dem Beziehungsstress von Kumpel Hotte, den er ins Komische transferiert mit seinem simplen Berliner-Schnauze-Habitus, der sowohl Echtheit suggeriert als auch das Herunterbrechen von tiefen Wahrheiten auf das einfache Plaudern aus dem Nähkästchen.

        Was natürlich alles inszeniert ist, künstlich in Form gegossen, eine Masche für den Erfolg. Doch immer wieder treffen sich Paul und Barth fast deckungsgleich, wenn die Figur im Film in Halbsätzen aus seinem Leben erzählt. „Da ist schon sehr viel Autobiografisches drin. Wenn uns die Fans von der Bühne kennen, können sie uns jetzt von einer ganz neuen Seite erleben. Da sehen sie zwar Mario Barth und Dieter Tappert, aber wir liefern jetzt noch einen Tick mehr Informationen. Alles, was die Leute über uns wissen wollen, beantworten wir in diesem Film!“ Sagt Mario Barth. Und spielt auch mit dieser Aussage fröhlich auf dem schmalen Grat zwischen Wahrhaftigkeit und Künstlichkeit. Und dieser Tanz ist ja das Rückgrat seiner Komik.

        Neckisch kokettiert Barth in der Darstellung seiner Paul-Figur mit seinem eigenen Leben; wie viel „echter“ Mario steckt im fiktionalen Paul? Und zugleich ist die ganze Zeit klar, dass alles im Film total künstlich ist. So künstlich wie die Masken, die Barth in seinen anderen kleinen Rollen trägt, als Oma oder als Pole zum Beispiel.

        Barths Weltsicht, ganz aus männlicher Perspektive, beschwört einerseits die Freundschaft; andererseits versucht der Film ständig Witze daraus zu ziehen, wie Paul alle anderen abzieht und ausnutzt, und wenn’s nicht klappt, eine kleine Baby-Trotz-Szene hinlegt. Nicht nur Hotte wird immer wieder übern Tisch gezogen. Auch ein Radfahrer wird – als Running Gag – immer wieder übern Haufen gefahren und dann auch noch böse beschimpft dafür. Det is Balin, wa! Die schnoddrige Berliner Selbstbezogenheit jedenfalls hat Barth aufs Beste für sich kultiviert. Will heißen: er benimmt sich wie ein Arschloch, genießt es, und hat auch noch die Lacher auf seiner Seite. Seinen eigenen Lacher und die Lacher der Außenstehenden, aber natürlich nicht der Betroffenen. Und dabei schmeißt sein Paul halt auch für einen Witz die 20 Jahre währende, mit einem glühenden 5-Mark-Stück besiegelte Freundschaft auf den Müll. Da will dann irgendwie der Funke nicht so ganz rüberspringen.#

        Interessant andererseits, wie Barth in seinem Film immer wieder auf die Klassiker zurückkommt; Jerry Lewis wird explizit als Pauls Vorbild genannt, und den flotten, leichten Jazz-Soundtrack besorgte Paulchen Kuhn.

        Es ist aber auch nicht so, dass Barth in „Männersache“ einfach nur und ausschließlich mit seinem Image spielt. Sowas kann gut gehen (bei Woody Allen oder Helge Schneider immer wieder) oder auch nicht (Til Schweiger kann die Selbstironie einfach überhaupt nicht, weil immer wieder seine Egozentrik durchschimmert). Aber immerhin wäre es der straighte Versuch einer durchinszenierten Selbstverortung. Naja: „Männersache“ konzentriert sich allerdings nicht darauf, sondern will auch noch so was wie Tiefgründigkeit erreichen, wenn er zum Freundschaftskonflikt und zur abfälligen Behandlung von Frauenspleens noch einen Papakonflikt einbaut, der so tragisch ist. Und versucht, eine Fallhöhe aufzubauen zwischen der greifbar nahen Komikerkarriere und der bodenständigen Männerfreundschaft mit Bier, Schweigen und Furzen.

        Genau hier wirkt dann der Film doch unauthentisch; weil versucht wird, auf der Filmkomödienschiene inkl. Botschaft zu fahren; das Karussell, das sich immer um Mario dreht, gerät dann ins Schlingern. Und es ist halt unehrlich, Mario aus dem Bild zu rücken, wenn Mario sichtlich immer im Bild sein will. Hat er ja auch Recht damit: ist ja sein Film. Und was sonst sollten seine Fans sehen wollen?

        Fazit: Der Film bietet Witze mit Barth; kann man lustig finden, oder auch selbstironisch, oder gar autobiographisch. Muss man aber nicht.

      News und Stories

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