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Madame Satã

Kinostart: 28.10.2004
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Filmhandlung und Hintergrund

Spannendes Porträt des legendären Transvestiten und Kriminellen Joao Francisco dos Santos aus Rio de Janeiro.

Geboren als Kind armer Leute im Jahr 1900, wird Joao Francisco dos Santos (Lazaro Ramos) schon in jungen Jahren klar, dass er zwei große Talente besitzt. Das eine sind seine Fäuste, die ihn in Kombination mit seiner beachtlichen Körpergröße und einer bemerkenswert geringen Geduldspanne schnell zum Schrecken von Rio de Janeiro werden lassen. Das andere ist sein Sangestalent, das ihn in Verbindung mit seiner Leidenschaft, sich als Frau zu verkleiden, zur legendären Revue-Größe „Madame Sata“ macht.

Diese fesselnde Biografie und Hommage an einen lateinamerikanischen Mythos zeichnet eine der ungewöhnlichen Lebenslinien des 20. Jahrhunderts nach.

Madame Satã ist Joao Francisco dos Santos aus Rio de Janeiro - ein legendärer Krimineller und Straßenkämpfer, der seine Homosexualität mit Stolz auslebt und in Szene setzt, sowohl als Kabarettstar als auch als leidenschaftlicher Liebhaber. Gleichzeitig ist Madame Satã Vater von sieben Adoptivkindern, selbst als Sklave in den Elendsvierteln Brasiliens geboren, und in seiner neuen Heimat in den düsteren Ecken der Straßen von Lapa in den 30er Jahren zum Mythos geworden.

Kaltblütiger Gangster, umjubelter Volksheld, gefeierter Entertainer und hingebungsvoller Vater - Joao Francisco dos Santos ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten der brasilianischen Geschichte. Joao Francisco ist Madame Satã. Der imposante Schwarze kam aus dem Nichts und eroberte Anfang der 30er Jahre als Sänger und Tänzer die Bühnen von Rios Künstlervierteln. Abseits der Bühne fürchteten ihn die Menschen als unerbittlichen Kriminellen, der in seiner Wut über die Ungerechtigkeiten des Lebens niemanden verschonte.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Madame Satã: Spannendes Porträt des legendären Transvestiten und Kriminellen Joao Francisco dos Santos aus Rio de Janeiro.

    Kraftvolles brasilianisches Kino, an dem der einflussreiche Regisseur Walter Salles („Die Reisen des jungen Che“) wie in so vielen Fällen als Produzent („City of God“) und treibende Kraft des Filmschaffen seiner Heimat beteiligt war. Das Erstlingswerk von Karim Ainouz basiert auf wahren Geschichten, führt in die 30er Jahre und stellt eine entscheidende Periode aus dem Leben des legendären schwarzen Schwulen, Kriminellen, Straßenkämpfers und Killers Joao Francisco dos Santos vor, der von sich sagte: „Ich wollte Transvestit sein, aber deshalb bin ich nicht weniger ein Kerl“. Was für ein Kerl Joao war, wird in zahlreichen lebhaften und aufregend von Walter Carvalho (Walter Salles‘ „Central Station“ und „Hinter der Sonne“) aufgenommenen Szenen deutlich.

    Joao (Lazaro Ramos) arbeitet im Armenviertel Lapa von Rio de Janeiro in einem Bordell und lebt mit der Prostituierten Laurita, ihrer kleinen Tochter und Kumpel Tabu zusammen. Sie besuchen den Nachclub „Blaue Donau“ und hängen Träumen von besseren Leben nach. Joao trennt sich von Lover Renatinho, der ihn nach dem Sex ausrauben wollte, und landet, weil er seinen ausstehenden Lohn mit Gewalt eingefordert hat, kurzfristig im Gefängnis. Entlassen, entwickelt Joao eine Vorliebe für Frauenkleider, nachdem er im Kino die weltberühmte Tänzerin Josephine Baker gesehen hat. Er tritt zu Ehren Lauritas als Glamourtransvestit auf und wiederholt die Performance mit großem Erfolg. Als er direkt danach von einem Betrunkenen beschimpft wird, erschießt er den Rassisten der Ehre wegen und landet für zehn Jahre im Knast.

    Rolltitel im Nachspann informieren, dass Joao (1900 - 1976) 1942 im Karneval von Rio den Preis für das Beste Kostüm gewann und die Auszeichnung wiederholt einfuhr. Im Zentrum des Film stehen die Jahre, in denen aus dem widersprüchlich gewalttätigen, jähzornigen, narzisstischen und von Wut auf die elenden Lebensumstände zerfressenen Joao der Künstler wurde. Dabei ist es dem Film weniger um Heldenbildung des athletischen und kämpferischen Joao zu tun, als um seine offen gezeigte Sexualität, die er mit Stolz trägt und jeden angeht, der ihn verspottet oder verflucht. Im Zuge des durch „City of God“ und „Die Reisen des jungen Che“ neu erwachten Interesses an Brasilien sollten Programmkinos die Chance mit Ainouz‘ vitaler, mit viel Samba-Rhythmen unterlegten Biografie nutzen. ger.
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