Machtlos

   Kinostart: 22.11.2007
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Filmhandlung und Hintergrund

Politisch aufgeladener Thriller über eine amerikanische Frau, die nach ihrem von der CIA verschleppten ägyptischen Ehemann sucht.

Als Homeland Security den aus Ägypten stammenden Anwar El-Ibrahimi (Omar Metwally) des Terrorismus verdächtigt, verschwindet er auf einem Flug von Südafrika nach Washington D.C. spurlos: Die CIA verschleppt ihn und bringt ihn in ein geheimes Gefangenenlager außerhalb der USA. Während seine amerikanische Frau Isabella (Reese Witherspoon) ihn verzweifelt sucht, wird El-Ibrahimi beim Verhör gefoltert. Dem wohnt der junge CIA-Analyst Douglas Freeman (Jake Gyllenhaal) bei, der seiner Aufgabe kaum gewachsen ist.

Ein politisch heißes Eisen fasst der für „Tsotsi“ mit dem Oscar ausgezeichnete Gavin Hood an, verzichtet aber auf die gängigen Manierismen des Thrillers und bemüht sich um ein subtiles, nicht minder packendes Melodram mit attraktiver Starbesetzung.

Der in Ägypten geborene Anwar El-Ibrahimi wird von der Homeland Security des Terrorismus verdächtigt. Bei einem Flug von Südafrika nach Washington D.C. verschwindet er spurlos - El-Ibrahimi wird von der CIA verschleppt und in ein geheimes Gefangenenlager außerhalb der USA gebracht. Seine amerikanische Frau Izabella nimmt die verzweifelte Suche nach ihm auf, während ein junger CIA-Analyst im Gefangenenlager mit ansehen muss, wie El-Ibrahimi beim Verhör gefoltert wird. Er muss entscheiden, ob er dieses Vorgehen dulden kann, auch wenn damit womöglich Tausende von Menschen gerettet werden.

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Kritiken und Bewertungen

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2 Bewertungen
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Kritikerrezensionen

  • „Wertvoll”

      Auf welche Machtlosigkeit will der Titel hinweisen: die gegenüber des Terrors oder ist es die Hilflosigkeit, die dazu verleitet, den Pfad der Gerechtigkeit und der Demokratie zu verlassen, um gegen den Terror zu kämpfen? Nachdenklich stimmt diese tiefgründige und emotional dichte Geschichte, sie hält ihr Publikum in Atem und verwebt drei Dimensionen der Sicherheitshysterie mit einander, spannt den Bogen von der großen Politik bis in die Intimität der Familie. Ein perfekt gemachter Film mit einer authentischen Sprache, der einen hektischen Inhalt mit ruhigen Bildern erzählt.

      Jurybegründung:

      Nach Tsotsi ist Oscar-Preisträger Gavin Hood mit seinem neuesten Werk in Hollywood angekommen und setzt auch hier gleich Maßstäbe für die vielschichtige Inszenierung eines Polit-Thrillers, der sich der US-Paranoia im „War of Terror“ widmet.

      Wie weit sind die USA bereit, ihre Bürgerrechte zu dehnen und auszusetzen in ihrem international ausgetragenen Krieg gegen den weltweiten, vor allem aber gegen die USA gerichteten Terror? Diese zentrale Frage und der Appell an die Zivilcourage eines jeden einzelnen sind die zentralen Punkte des Films.

      Äußerst geschickt eingewoben und spannend bis zum Schluss sind darin außenpolitische Aspekte der Suche nach den vielfältigen Gründen des internationalen Terrors - und schon diese kritischen Ansätze sind ungewöhnlich für eine US-Produktion angesichts des sonst in den USA weit verbreiteten Desinteresses an außenpolitischen Fragen.

      Machtlos ist in Teilen von geradezu shakespearehaft tragischer Größe bei der kunstvollen, stets glaubhaften Verwobenheit individueller Schicksale und politischer Realitäten. Nach Von Löwen und Lämmern ist dies ein weiterer Film, der sich mit politischen Fragen auseinander setzt, die über die USA hinaus auch hierzulande wert wären, einmal eingehender diskutiert oder gar filmisch aufgearbeitet zu werden.

      Geschickt werden hier die Mittel des Polit-Thrillers eingesetzt, um - getragen von einer kraftvollen Bildsprache - das Publikum an aktuelle Fragestellungen im Hinblick auf Menschenrechte heranzuführen. Mit diesem Film beweist Hollywood, dass es jenseits der Fähigkeit zur industriellen Produktion von Block Bustern durchaus in der Lage ist, kritische, politisch relevante Filme zu produzieren, die sich den Stilmitteln des großen Kinos bedienen, um eine möglichst breite Zuschauerzahl anzusprechen, ohne die Inhalte darüber preiszugeben.

      Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
    1. Machtlos: Politisch aufgeladener Thriller über eine amerikanische Frau, die nach ihrem von der CIA verschleppten ägyptischen Ehemann sucht.

      In seinem US-Debüt erweist sich der Südafrikaner Gavin Hood als virtuoser Thriller-Regisseur und exzellenter Analytiker des „War on Terror“.

      Der Titel dieses brisanten, allzu aktuellen Polit-Thrillers nimmt Bezug auf den Euphemismus „extraordinary rendition“, der es der US-Regierung erlaubt, vermeintliche Terroristen in ausländischen Gefängnissen festzuhalten und zu foltern, ohne Angehörige oder gesetzliche Vertreter über deren Verbleib zu informieren. Um so eine solch „außergewöhnliche Urteilsfällung“ geht es nun in „Rendition“ von Gavin Hood, der schon mit seinem 2005 mit dem Auslands-Oscar ausgezeichneten „Tsotsi“ ein politisch heißes Eisen auf die Leinwand brachte. Wohl dank dieses Erfolgs liest sich hier nun die Besetzungsliste wie ein Who’s Who des aktuellen Hollywood und selbst in kleineren Parts tauchen prominente Gesichter auf. So zum Beispiel Reese Witherspoon als Isabella, die mehrere Monate schwanger, die Rückkehr ihres arabisch-stämmigen Ehemannes erwartet. Der Chemiker Anwar El-Ibrahimi (Omar Metwally aus „München“) hat eine Geschäftsreise nach Südafrika unternommen, das Flugzeug nach Hause in Johannesburg bestiegen, es aber angeblich nie wieder verlassen.

      Derweil sprengt sich in einem nordafrikanischen Land ein Selbstmordattentäter in die Luft, ein CIA-Beamter kommt ums Leben und von den Tätern fehlt jede Spur. Bis der Name El-Ibrahimi fällt und der Wissenschaftler sich in einer arabischen Zelle wiederfindet, peinlich befragt vom örtlichen Polizeichef. Dieser arbeitet dem lokalen CIA-Analytiker Freeman (Jake Gyllenhaal) zu, einem Idealisten, der am 12. September 2001 dem Geheimdienst beigetreten ist. „Dies ist meine erste Folter“ stellt er erschrocken fest - und sein Unbehagen wächst. Was nicht nur damit zu tun hat, dass er mit einer arabischen Kollegin intim befreundet ist. Kalte Nachrichten paart Hood gekonnt mit Familiengeschichten, während das kluge Skript von Kelley Sane Haken schlägt, zwischen den Kontinenten pendelt und sich chronologischen Zeitabläufen elegant widersetzt. Die viel bemühte Spirale der Gewalt wird vor Augen geführt, einfache Schuldzuweisengen wie auch ein klares Täter-Opfer-Bild sind nicht mehr möglich. Peter Sarsgaard, der als Studienfreund Isabellas auf politischer Ebene deren Interessen vertritt, gefällt als moralisches Gewissen, Meryl Streep gibt gewohnt souverän mit eisigem Lächeln den Südstaaten-Falken und Alan Arkin vollführt als Senator Eiertänze. Im „War on Terror“ sind Menschen Kollateralschäden, für die „gerechte Sache“ nimmt man Ungerechtigkeiten billigend in Kauf. Bis man den eindringlich spielenden Omar Metwally unter Folter schreien hört. geh.

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      Kino.de Redaktion  
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