Macht euch keine Sorgen!

  1. Ø 0
   2017
Macht euch keine Sorgen! Poster

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ausgezeichnet gespieltes Drama mit Jörg Schüttauf als Vater, der seinen zum Islam konvertierten Sohn aus Syrien zurückholt.

    Eines Morgens steht die Polizei vor der Tür: Während die Eltern ihren erwachsenen Sohn Jakob im Spanienurlaub wähnen, ist der kürzlich zum Islam konvertierte junge Mann nach Syrien gereist, um sich dort dem „Islamischen Staat“ anzuschließen. Die Eltern fallen aus allen Wolken, versuchen vergeblich, Jakob per Telefon, SMS und E-Mail zu erreichen, und bekommen schließlich eine Antwort: „Macht euch keine Sorgen“.

    Die verschiedenen ARD-Sender haben sich in den letzten Jahren schon mehrfach mit dem Thema befasst, mal als Krimi, mal als Drama. Keinem dieser Filme ist es jedoch gelungen, die Motive der Konvertiten nachvollziehbar darzustellen. Das gilt zwar auch für das Drehbuch von Kathi Liers und Jana Simon, ist hier aber nicht weiter schlimm, weil die Handlung aus Sicht des Vaters geschildert wird. Die Eltern Stefan und Simone (Ulrike C. Tscharre) sind gläubige Christen, ihrer Ansicht nach lebt Jakob seinen Glauben bloß in einem anderen Rahmen aus; von seiner Radikalisierung haben sie nichts mitbekommen. Der Film konzentriert sich ohnehin auf Stefan: Weil er nicht tatenlos abwarten will, wie sich die Dinge weiterentwickeln, reist er in Begleitung seines älteren Sohnes David (Leonard Scheicher) mit den Ersparnissen ins jordanische Grenzgebiet, um Jakob notfalls freizukaufen. Der verzweifelte Plan geht tatsächlich auf, der junge Mann (Leonard Carow) kommt auch bereitwillig mit nach Deutschland zurück; aber die Hoffnungen der Eltern, nun werde alles wieder gut, können sich nicht erfüllen.

    Regisseurin Emily Atef ist gewissermaßen Spezialistin für das Innenleben von Figuren, in deren Leben etwas zerbricht. In ihren Filmen geht es stets um emotional existenzielle Ereignisse; dennoch inszeniert sie die Geschichten ohne Sentimentalitäten oder gar Kitsch. Hier zeigt sich das am besten an der Art, mit der Jörg Schüttauf den Vater verkörpert: Stefans Gefühle sind stets spürbar, aber Schüttauf betreibt nur wenig sichtbaren Aufwand, um sie zu vermitteln. Dank dieser Zurückhaltung gelingt es Atef, die Emotionen aus den Bildern herauszulösen und in die Zuschauer zu verlagern, was durchaus mutig ist; diese Vorgehensweise hat zur Folge, dass der Film auf gewisse Weise sparsam wirkt. Das gilt in der zweiten Hälfte auch für die Handlung, denn nach der Rückkehr besteht die Geschichte erneut aus Warten: Für die Eltern ist Jakob ein Geretteter, für alle anderen ein Verdächtiger, der womöglich als Schläfer heimgekehrt ist; kurze Szenen genügen, um dieses Misstrauen zu illustrieren. Da Leonard Carow den jungen Mann zudem sehr distanziert verkörpert und dessen Motive daher im Unklaren bleiben, kann sich der Film nicht mit ihnen auseinandersetzen; eine Haltung, der der Film konsequent bis zum Schluss treu bleibt. tpg.

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