Luna Papa

  1. Ø 0
   1999
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Filmhandlung und Hintergrund

Luna Papa: Fantastische und tragikomische Reise durch die Landschaften Zentralasiens, wo Tradition und Aberglaube mit dem Chaos der postmodernen Welt zusammentreffen.

In einem kleinen Dorf träumt die 17 Jahre alte Mamlakat davon, Schauspielerin zu werden. In einer Mondnacht wird sie von einem geheimnisvollen Fremden verführt. Der Mann verschwindet und Mamlakat wird schwanger. Um die Familienehre wiederherzustellen, machen sich ihr Vater und ihr geistig behinderter Bruder mit Mamlakat auf den Weg, den Schuldigen zu finden.

Die 17-jährige Mamlakat kümmert sich in ihrem abgelegenen usbekischen Dorf um den verwitweten Vater Safar und ihren, durch eine Kriegsverletzung geistig behinderten, Bruder Nasreddin, einen ehemaligen Soldaten. Sie träumt von einer Karriere als Schauspielerin und fiebert den Auftritten umherziehender Theatergruppen entgegen. Bei einem solchen Gastspiel wird sie von einem Fremden verführt und geschwängert. Um die Familienehre zu retten, macht sich Safar mit seinen Kindern auf die Suche nach dem Unbekannten…

Die 17-jährige Usbekin Mamlakat träumt davon, Schauspielerin zu werden und fiebert den Auftritten umherziehender Theatergruppen entgegen. Bei einem solchen Gastspiel wird sie von einem Fremden verführt. Um die Familienehre zu retten, machen sich ihr Vater und ihr geistig behinderter Bruder auf den Weg, den Schuldigen zu finden. Surreale, mit ebensoviel Humor wie Herz erzählte Komödie.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Ein Film wie eine fantastische Begegnung der schönsten Art ist diese vital poetische Liebesweise aus dem fernen Usbekistan. In der Pandora-Produktion von Karl Baumgartner geht es unter der Regie von Bakhtiar Khudojnazarov mit ebenso viel Humor wie Romantik um ein junges Mädchen, das Schauspielerin werden will, die große Liebe sucht und schließlich mit Vater und Bruder dem Phantom ihres Kindsvaters nachjagt.

    In Venedig 1993 machte der Tadschike Khudojnazarov, Jahrgang 1965, mit der melancholisch hintersinnigen Liebes- und Überlebensgeschichte „Neues Spiel, neues Glück“ auf sich aufmerksam und wurde gleich mit einem Silbernen Löwen gekürt. Der Film war eine Hommage an seinen Geburtsort Duschanbe, wo sie während der Dreharbeiten vom Bürgerkrieg überrascht wurden. Jetzt also „Luna Papa“ nach einem Drehbuch von Irakli Kwirikadze: Samarkand, ein Ort, mit dem sich bei uns sofort orientalische Märchen-Vorstellungen verbinden, liegt ganz in der Nähe des kleinen Dorfes, in dem dieser bizarre, emotional komödiantische und liebenswert skurril-witzige Film spielt. Um die Liebe und ums Überleben geht es wieder, wenn auch etwas stilisierter, oft slapstickartig grotesker, fantastischer. Die 17-jährige Mamlakat (Chulpan Khamatova: wunderbar clownesk und träumerisch zärtlich) sorgt nach dem Tod der Mutter für ihren Vater und den seit seinem Einsatz im Krieg gegen Afghanistan geistig behinderten Bruder (Moritz Bleibtreu: hinreißend physisch eckig und fast stumm). Sie möchte unbedingt Schauspielerin werden, doch die Ausbildung ist mit der Kaninchenzucht des Vaters kaum zu bezahlen. Einstweilen begnügt Mamlakat sich damit, als Kürbisgemüse verkleidet, beim Erntefest mit anderen Grünzeug-Hupfdohlen über die Bühne zu hopsen. Das unmittelbar bevorstehende Gastspiel einer Wander-Theatertruppe kann sie kaum erwarten. Und als nachts der Mond vom Himmel strahlt, fühlt Mamlakat sich so richtig romantisch wohl. Doch im Schatten des gleißenden Mondlichts, in der dunklen Tiefe von Gebüsch und Kiesabhängen greift ein Unbekannter, Unerkennbarer nach ihr, leidenschaftlich, lässt sie erst am Ende seines Drangs los. Als Mamlakat ihrem Vater die Schwangerschaft gesteht, fesselt sie den Kaninchenzüchter zuvor an Armen und Beinen, weil sie den grenzenlosen Zorn seines Ausbruchs fürchtet.

    Bakhtiar Khudojnazarov inszeniert diese Szenen stilsicher an reißerischem Naturalismus und falschem Pathos vorbei, findet Bilder anarchischer und absurder Poesie (Kamera: Martin Gschlacht, Dusan Joksimovic, Rostislav Pirumov, Rali Rachlev) und findet für den gesamten Film einen Ton surrealistischer Magie, der dennoch nicht ablenkt von einem starken Wirklichkeitsgehalt. Von Liebe, Verantwortungsgefühl, Fairness und Toleranz im Umgang miteinander erzählt er auf höchst unterhaltsame Weise. Dem vitalen Chaos gewinnt er immer wieder animierend kreative Poesie ab. Khudojnazarov ist in seiner faszinierenden Fabulierfreude ein zentralasiatischer Bruder von Kustorica. Und wenn dann auch noch aus heiterem Himmel plötzlich ein wilder Stier zur Erde fällt, sind Chagall, Picasso, Cocteau und die schönsten Phantasien des Kinos beisammen – für ein lustvolles, großes Arthouse-Publikum. fh.

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