Lügen macht erfinderisch (2009)

Originaltitel: The Invention of Lying
Lügen macht erfinderisch Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Lügen macht erfinderisch: Smarte Satire, in der Ricky Gervais als erster Mensch der Welt das Lügen entdeckt.

Mark Bellison lebt in einer Welt in der es keine Lügen gibt und jeder völlig unzensiert und ungehemmt seine innersten Gedanken und Gefühle preisgibt. Das führt bisweilen zu den absurdesten Situationen, wenn z.B. eine Frau Mark gegenüber bei ihrem ersten gemeinsamen Blinddate ungeniert ihre Abneigung äußert. Doch dann gleitet Mark eines Tages die erste Lüge der Welt über die Lippen, als er von einer Bankangestellten missverstanden wird und er sie nicht korrigiert. Fortan eröffnen sich ihm völlig neue Möglichkeiten.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Einmal mehr erweist sich der Umstand als folgerichtig, dass beliebte und talentierte TV-Komiker häufig ihr Talent nicht ohne Reibungs- und Qualitätsverluste auf die Leinwand zu bannen vermögen. Im Kino glänzte der britische Komödiant Ricky Gervais („Extras“, „The Office“) schon häufiger mit Gastauftritten, etwa im wunderbaren Fantasyspaß „Der Sternwanderer“. Neben der Hauptrolle zeigt er sich jetzt bei „Lügen macht erfinderisch“ gleich noch für Co-Regie, -Produktion und -Drehbuch verantwortlich, wobei ihm Matthew Robinson als Mitstreiter zur Seite stand. Doch die Ausgangssituation einer Welt ohne Lügen, wo sich Menschen schonungslos ihre wahren Gedanken und Gefühle an den Kopf werfen, reicht nicht aus, um eine komplette Spielfilmlänge mit Gags und Emotionen zu füllen.

    Der Beginn liefert manche bissige Pointe, als die Charaktere, meistens unaufgefordert, unangenehme Dinge und rücksichtslose Gemeinheiten von sich geben. Schnell wird deutlich, dass es gelegentlich sinnvoller ist, mit kleinen Schwindel- und Schönfärbereien eine Situation zu retten sowie seinem Gegenüber zu schmeicheln, selbst wenn dies nicht völlig den Tatsachen entspricht. Mit Marks Erfindung der Lüge können die beiden Regiedebütanten bald das anfängliche Tempo nicht aufrecht erhalten, obwohl ihnen zahlreiche komische Sequenzen glücken. Hierzu gehört etwa Marks teils erzwungene Erfindung der Religion mitsamt richtungsweisender zehn Gebote, wobei der bedrängte Heilsbringer mit dem speziellen Draht zu Gott vor lauter Zwischenfragen seiner Anhänger fast nicht zur Verkündung kommt.

    Auf lange Sicht mangelt es „Lügen macht erfinderisch“ vor allem am Timing, und in der zweiten Hälfte wollte man zudem nicht auf manche sentimentale Einlage verzichten. Dies können zahlreiche prominent besetzte Nebenrollen mit Komikern wie Tina Fey, Jonah Hill oder dem bei uns kaum bekannten Louis C.K. als Marks phlegmatischer Freund sowie Gastauftritte von Stars wie Philip Seymour Hoffman, Edward Norton oder Jason Bateman („Juno“) kaum ausgleichen. Zunächst erscheint es denkbar, dass Marks eingebildeter Kollege und Nebenbuhler Brad Kessler (Rob Lowe) angesichts eigener dauerhafter Lobeshymnen selbst die Kunst des Flunkerns beherrscht, doch diese (Konflikt-)Möglichkeit ziehen die Autoren nie wirklich in Bedacht. Trotz vergleichbarer Gewichtung der romantischen Elemente bewies der erfahrene Autor und Regisseur David Koepp mit Gervais erster Hauptrolle „Ghost Town“, ebenfalls eine witzige Fantasystory, wie man dank liebenswerter Charaktere und schräger Verwicklungen das Interesse bis zum Ende aufrecht erhält.

    Fazit: Mild humorige Selbstfindungskomödie, nicht frei von Sentimentalitäten und Längen.
  • Der britische Starkomiker Ricky Gervais (“The Office”) fungiert in dieser smarten Satire mit originellem Aufhänger nicht nur als Hauptdarsteller, sondern auch als Koregisseur.

    Gervais schrieb zudem gemeinsam mit seinem Regie-Partner Matthew Robinson das Drehbuch. Ihre geniale Prämisse ist eine Welt, in der es keine Lügen gibt und jeder völlig unzensiert und ungehemmt seine innersten Gedanken und Gefühle preisgibt. Dies skizziert sogleich die erste Szene mit erfrischendem Humor, als Gervais in der Rolle des dicklichen Skripters Mark Bellison bei seinem Blinddate Anna (Jennifer Garner, die zuletzt durch “Der Womanizer – Die Nacht der Ex-Freundinnen” geisterte) abholt. Statt freundlicher Floskeln teilt sie ihm unverblümt und ohne zu erröten mit, gerade masturbiert zu haben und ihn schlichtweg unattraktiv zu finden. Trotzdem geht sie mit ihm zum Essen, wo das Restaurantpersonal spontan seine ersten Eindrücke von den beiden verkündet.

    Für Mark verläuft der Abend in resignierter Enttäuschung. Am nächsten Tag wird er nach einer Reihe von Boshaftigkeiten seiner Bürokollegen (Tina Fey als scharfzüngige Sekretärin, Rob Lowe als arrogant-überhebllicher Kollege) von seinem Chef gefeuert. In seiner finanziellen Not gleitet Mark in der Bankfiliale die erste Lüge der Welt über die Lippen, als er von der Angestellten missverstanden wird und er sie nicht korrigiert. Und schon gestaltet sich das Leben von Loser Mark erheblich angenehmer, da er nach dieser Erfahrung in der Arbeit und bei Anna jetzt mit ein bisschen Wahrheitsverdrehung mächtig Eindruck schinden kann. Bizarre Auswüchse nimmt die Geschichte an, als Mark seine kranke Mutter mit einer frei erfundenen New-Age-Version vom Jenseits tröstet und er im Anschluss von seiner Umwelt zum gefeierten Guru hochstilisiert wird.

    Die erste Hälfte amüsiert mit ergiebiger Situationskomik. In cleveren Vignetten werden grundehrliche Politiker, eine Werbebranche, die sich nur auf Fakten beruft (der Slogan für Coca Cola lautet schlicht und einfach, dass es berühmt ist) und in der Realität verankertes Entertainment (Filme sind vorgelesene historische Dokumentationen) vorgeführt. Insgesamt zeigt sich der selbst erklärte Atheist Gervais hier von einer vergleichsweise zahmen Seite, auch wenn seine Spitzen auf Religion und Spiritualität ihr Ziel nicht verfehlen. Später richtet sich das Augenmerk der Komödie des Films mehr auf den romantischen Aspekt. Darüber hinaus tauchen etliche Stars wie Philip Seymour Hoffman, Edward Norton und Jason Bateman in witzigen Cameos auf. Fazit ist, dass hier ungelogen gute Unterhaltung geboten wird. ara.

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