Ludwig 1881

  1. Ø 0
   1993
Ludwig 1881 Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Im Sommer des Jahres 1881 reisen Märchenkönig Ludwig II. von Bayern und der Hofschauspieler Josef Kainz getarnt als Marquis de Saverny und Didier an den Vierwaldstädtersee in die Schweiz, um Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“ an den Originalschauplätzen zu inszenieren.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Zwanzig Jahre, nachdem er als Ludwig II von Bayern in Luchino Viscontis schönheitstrunkenem Epos die Rolle seines Lebens gefunden und grandios gedeutet hat, wandelt Helmut Berger noch einmal auf den Spuren des Monarchen mit der Fixierung, Natur in Kunst zu verwandeln. Es ist eine triumphale Neubegegnung, denn der sichtlich gealterte Berger spielt diszipliniert, zurückhaltend und mit einem Minimum an Gesten ausdrucksstark den damals 36jährigen Märchenkönig. Bergers Spuren eines gelebten Lebens im Gesicht unterstreichen die Tragik des Mannes, der schon mit 18 Jahren gekrönt wurde und sich nie in Staatsgeschäften heimisch fühlte. Sein Reich war die Kunst.

    Die durch Dokumentationen und fiktive Biographien bekannt gewordenen Schweizer Donatello und Fosco Dubini konzentrieren sich auf eine Schlüssel-Episode in Ludwigs Leben: Vom 27. Juni bis zum 14. Juli reisten der Monarch und der Hofschauspieler Josef Kainz (Max Tidof) incognito als Marquis de Saverny und Monsieur Didier (Namen aus einem Stück von Victor Hugo) in die Schweiz. Dort soll Kainz an den Orginalschauplätzen aus Schillers „Wilhelm Tell“ rezitieren, doch Kainz kann die hochgesteckten Erwartungen des Königs nicht erfüllen. Er ist zu müde, läßt sich von einer Touristin (Nina Hoger) ablenken, verschläft befohlene Termine und gibt die theatralische Fiktion schließlich auf. In Luzern entsteht ein berümtes (heute retuschiertes) Erinnerungsfoto mit Ludwig, der Kainz nie wieder in seine Nähe läßt.

    Eine poetische Reise in die falsche Imagination des legendär verrückten Königs, mit atemberaubenden Landschaftsaufnahmen vom Vierwaldstätter See, humorvollen Einlagen durch die beiden Kammerdiener, zwei bayerischen Laurel & Hardy, und einer schönen Bewußtmachung, wie Rituale in ihrer Strenge die Nachstellung von Kunst verhindern. Und natürlich Helmut Berger überragend zwischen Einsamkeit, Sehnsucht und Spinnertheit. Für ausgewählte Programmkinos eine Perle. ger.

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