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Lucie Aubrac

Filmhandlung und Hintergrund

Nicht nur für Freunde französischer Filmkunst, sondern für alle, die Geschichte als spannende Action mit präzisester Uhrwerkmechanik lieben, dürfte Claude Berris auf authentischen Erlebnissen der Hauptfiguren basierenden Story um das Austricksen der Gestapo im besetzten Frankreich 1943 zu einer Attraktion werden, zumal mit Carole Bouquet und Daniel Auteuil in den Hauptrollen, wenn Chanels schönste Frau und der zur...

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Kritikerrezensionen

  • Nicht nur für Freunde französischer Filmkunst, sondern für alle, die Geschichte als spannende Action mit präzisester Uhrwerkmechanik lieben, dürfte Claude Berris auf authentischen Erlebnissen der Hauptfiguren basierenden Story um das Austricksen der Gestapo im besetzten Frankreich 1943 zu einer Attraktion werden, zumal mit Carole Bouquet und Daniel Auteuil in den Hauptrollen, wenn Chanels schönste Frau und der zur Zeit aufregendste Charakterdarsteller des Landes aufeinandertreffen.

    Berri, der schon mehrfach als Regisseur oder Produzent („Germinal“, „Die Bartholomäusnacht“) gallische Geschichte mit Erfolg und beeindruckendem Budget als Monumentalepen mit humanitärem Anspruch ins Kino gebracht hat, beschneidet sich diesmal und wandelt auf den Spuren von Jean-Pierre Melvilles unerreichtem Meisterwerk „Armee im Schatten“ (1969), das bis heute den Maßstab in der Aufarbeitung der Résistance und ihrer Aktionen gesetzt hat. Melvilles großem Fresko fügt Berri eine Episode hinzu, die sich deutlich dessen Widerstandskosmos angleicht.

    Das Ehepaar Raymond und Lucie Aubrac arbeitet in Lyon im Vichy-Frankreich für den Widerstand, erlebt erst die Trennung durch eine Polizeiverhaftung wegen Schwarzmarktgeschäften und dann durch die Deutschen in Gestalt der Gestapo, die Raymond während eines durch Verrat bekanntgewordenen Geheimtreffens verhaften. Lucie erreicht durch Täuschung die Heirat mit dem Gatten, den sie, schon schwanger, mit Freunden bei der anschließenden tollkühnen Aktion während des Gefangenentransports befreien kann, um mit ihm nach England zu fliehen.

    Berris Film basiert auf dem Bericht der heute noch lebenden und während der Berlinale mit ihrem Gatten gefeierten Lucie (stolze 93, über 50 Jahre Ehe). Das verleiht dem Film eine intime und durch Auteuil und Bouquet angenehm vermittelte persönliche Atmosphäre, die den Haß auf den Faschismus plausibel macht. Höhepunkt indes ist der Auftritt von Patrice Chéreau („Die Bartholomäusnacht“) als Max alias Jean Roulin, Führer der Résistance, der durch Verrat endet. Die Umstände seiner Verhaftung durch Klaus Barbie, den „Schlächter von Lyon“ (Heino Ferch gibt das Untier unspektakulär und genau), entsprechen jenen, wie wir sie aus Marcel Ophüls‘ Dokumentarfilm „Hotel Terminus“ kennen. Bei entsprechendem Einsatz sollte Berris beeindruckendem, unprätentiösen und spannendem „Love and War“-Mosaik mindestens ein Achtungserfolg sicher sein. ger.

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