Filmhandlung und Hintergrund

Ménage-à-trois und Roadmovie, in dem in einer Großstadtnacht hinter dem Steuer ungewöhnliche Rituale zelebriert werden.

Um einem langweiligen Abend mit seiner Frau Laura zu entfliehen, lässt sich der biedere Tadas von seinem alten Schulfreund Linas zum so genannten Night Driving überreden. Während die Männer ziellos durch die Straßen gleiten, weiht Linas seinen Kumpel in die Rituale der Nacht ein. Höhepunkt ist dabei der „Reset“. Bei diesem Neustart hält man bei voller Fahrt die Luft an und schaltet dabei gleichzeitig die Schweinwerfer aus. Da kreuzt eine geheimnisvolle Schöne ihren Weg, die Tadas nur zu bekannt vorkommt.

Tadas stößt beim ziellosen Night Driving mit einem alten Schulfreund auf eine geheimnisvolle Schönheit. Mischung aus Ménage à trois und Roadmovie des Litauers Ignas Miskinis, handwerklich einwandfrei, aber etwas gemächlich.

Bilderstrecke starten(8 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu LowLights - Eine Nacht, ein Ritual

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

0,0
0 Bewertung
5Sterne
 
(0)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

    1. „LowLights“ des litauischen Regisseurs und Drehbuchautors Ignas Miskinis ist ein nächtliches Roadmovie ohne große Handlung. Zwei ungleiche Kumpel drehen im Auto ihre ziellosen Runden auf den leeren Straßen einer Großstadt. Mal schauen, was diese Nacht zu bieten hat, ist das Motto von Linas, der die Fahrt nach einem skurrilen Ritual ablaufen lässt. Tadas findet erst Interesse an der Sache, als seine Frau unterwegs zusteigt, unter einem anderen Namen und hungrig nach dem Ungewöhnlichen.

      „Night Driving“ nennt Linas die Unternehmung, zu der gehört, immer nur zwei Liter auf einmal zu tanken, von Zeit zu Zeit das Auto zu waschen und während der Fahrt gelegentlich tief zu atmen und dabei die Scheinwerfer auszuschalten. Die Dialoge, die sich dazwischen ergeben, verweigern sich einer logischen Struktur. Die Straßen, die im Laufe der Nacht wohl mehrmals hintereinander durchfahren werden, bieten dem Auge keine nennenswerte Architektur: Tankstellen, niedrige Gewerbeschuppen, Straßenlampen und mehrspurige Trassen lassen Vilnius anonym und austauschbar aussehen.

      Nachdem Tadas die Wohnung verließ, um zur Tankstelle zu gehen und Laura umsonst auf seine Rückkehr wartete, zog sie ebenfalls los. Mit rot geschminkten Lippen und einem dekolletierten Kleid lässt sie sich an der Tankstelle von drei Jugendlichen auf eine Tour in deren Sportwagen mitnehmen. Die Fahrt geht zu einem Parkplatz, auf dem sich junge Männer zum Driften treffen, diesen Schlingerfahrten, die man in „The Fast and the Furious 3: Tokyo Drift“ gesehen hat. Doch Vita, wie sich Tadas’ Frau nennt, macht sich mit dem gelben Auto davon. Als ihr der Sprit ausgeht, steigt sie mit einer Portion Haschisch aus dem Handschuhfach aus.

      Kaffeetrinkend und kiffend wird dann die Nacht für Vita, Linas und Tadas doch noch ganz anregend. Das Ehepaar hat Gelegenheit, sich jenseits der gewohnten Rollen neu zu beschnuppern, und Linas lernt den schüchternen Freund als starken Rivalen kennen. Dainius Gavenonis beherrscht als Tadas das über weite Strecken stumme Schauspiel am besten, doch auch Julia Maria Köhler vermittelt ihrer Laura in der erotischen nächtlichen Verwandlung eine frische Präsenz.

      Aber der Erlebniswert der kilometerfressenden Dreierparty ist gering. Die Figuren stehen gegen Ende stumm im Wald und schauen. Schweigend zu gucken, als hätten sie geistig einiges zu verarbeiten, ist ihre Spezialität. Auch unter dem Aspekt eines Experimentalfilms entwickelt das Ganze nur mageren Charme, denn der minimalistische Stil bleibt im Widerspruch zum träumerischen Ehrgeiz der Geschichte. Aber warum soll nicht auch in Vilnius mal richtig Sprit vergeudet werden dürfen, wenn man in den westlichen Kulturen so viel Spaß daran hat?

      Fazit: Drei Litauer sitzen im Auto und fahren nachts durch die Stadt: nicht die umweltfreundlichste Art der Selbsterfahrung.
    2. LowLights - Eine Nacht, ein Ritual: Ménage-à-trois und Roadmovie, in dem in einer Großstadtnacht hinter dem Steuer ungewöhnliche Rituale zelebriert werden.

      Mix aus ménage à trois und Road Movie des Litauers Ignas Miskinis, in dem in einer einzigen Großstadtnacht hinter dem Steuer ungewöhnliche Rituale zelebriert werden.

      Normalerweise finden baltische Produktionen nicht unbedingt den Weg in die deutschen Kinos. In diesem Herbst aber ist dies gleich zwei Filmen gelungen. Nach Alexander Hahns „Midsummer Madness“ folgt nun „LowLights“, ein etwas unkonventionelles Road Movie des Litauers Ignas Miskinis, das in einer Nacht in Vilnius spielt. Die Dreiecksgeschichte handelt von einem gut situierten, kinderlosen Ehepaar, das sich schon länger nichts mehr zu sagen hat. Um einem weiteren langweiligen Abend mit seiner Frau Laura (Julia-Maria Köhler) zu entfliehen, entschließt sich der biedere Tadas (Dainius Gavenonis), mit seinem alten Schulfreund Linas (Jonas Antanèlis), den er nach Jahren zufällig wiedergetroffen hat, etwas zu unternehmen. Der schlägt Ungewöhnliches vor: so genanntes Night Driving. Das einzige, was man dazu braucht, ist Tadas‘ schnittigen BMW. Und während die beiden Männer ziellos durch die Straßen gleiten, weiht Linas seinen Kumpel in die Rituale der Nacht ein. Das beginnt mit harmlosen Dingen wie mit einer gründlichen Autowäsche oder Tankstellenbesuchen, bei denen nie mehr als zwei Liter getankt werden, setzt sich fort mit dem Klau eines knallgelben Flitzers und endet schließlich mit einem „Reset“. Bei diesem Neustart hält man bei voller Fahrt so lange wie möglich die Luft an und schaltet dabei gleichzeitig die Schweinwerfer aus.

      Die litauisch-deutsche Koproduktion, die sowohl Elemente von Paul W.S. Andersons „Shopping“ als auch Sebastian Schippers „Ein Freund von mir“ enthält, lebt von der besonderen nächtlichen Großstadtatmosphäre und von der erotisch aufgeladenen Situation, die Regisseur Miskinis (mit seinem zweiten abendfüllenden Film nach „Diringas“, 2006) dadurch erreicht, dass er Laura auf die beiden Männer treffen lässt. Zusätzlicher Reiz entsteht, weil Tadas nicht zu erkennen gibt, dass sich hinter Laura, die sich jetzt Vita - also das Leben (!) - nennt, seine eigene Frau verbirgt. Erst als Linas der geheimnisvollen Schönen eindeutige Avancen macht, regt sich beim Ehemann die Eifersucht.

      „LowLights“ kommt mit nur sehr wenigen Dialogen aus, passt sich auch in punkto Schnitt (Gesa Marten) dem gemächlichen Erzähltempo an und überzeugt durch sein stilvolles Produktionsdesign (Monika Bauert). Allerdings gelingt es den drei Protagonisten um die deutsche TV-Darstellerin Julia-Maria Köhler nur selten, ihren Figuren Konturen zu verleihen, sie interessant zu machen. So folgt man den immergleichen Szenarien (Fahren, Kaffeepause, fahren, Kiffen, fahren, Autowaschen) relativ unbeteiligt, bis ein Unfall beim Reset-Spiel den Betrachter aus seinen Träumen reißt. Dennoch hätten dem Film mehr Action, mehr Spannung, mehr Sex durchaus gut getan. lasso.

    News und Stories

    Kommentare