Lovely Rita

  1. Ø 0
   2001

Lovely Rita: Mit subversivem schwarzem Humor durchtränkte Tragikomödie um eine 15-Jährige. Festivalhit aus Österreich.

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Filmhandlung und Hintergrund

Lovely Rita: Mit subversivem schwarzem Humor durchtränkte Tragikomödie um eine 15-Jährige. Festivalhit aus Österreich.

Rita (Barbara Osika) ist fünfzehn. Sie fühlt sich isoliert und missverstanden, aber mit ihrer abweisenden Art kommt sie nicht aus ihrer pubertären Einsamkeit heraus. Auch mit der erwachenden Liebe zu dem Nachbarsjungen Fexi (Christoph Bauer) kann sie nicht richtig umgehen. Rita bricht schließlich radikal in eine zweifelhafte Freiheit aus.

Mit subversivem schwarzem Humor durchtränkte Tragikomödie der Spielfilmdebütantin Jessica Hausner.

Das introvertierte, pubertierende Mädchen Rita rebelliert verhalten gegen ihre Eltern. In der Schule wird sie gehänselt und von den Lehrern verachtet, und auch ihre ersten zaghaften Sexversuche klappen nicht so recht: Der Busfahrer ist zu alt, der asthmatische Nachbarjunge zu jung. Schließlich tötet sie ihre Eltern.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Eine der Entdeckungen in Cannes, „Lovely Rita“, das Regiedebüt der Österreicherin Jessica Hausner, die bislang mit Kurzfilmen aufgefallen war, wurde zum Hit des Filmmarktes, wo sich die mit fröhlich subversivem schwarzem Humor durchtränkte Tragikomödie um einen 15-jährigen Teenager als Verkaufsrenner entpuppte. Keine Frage: „Rita“ hat „Teen Spirit“ und lässt vergleichbare Filme wie Todd Solondz‘ überschätzten „Willkommen im Tollhaus“ weit hinter sich. Mit der aus 550 Mädchen gecasteten schnuckeligen und perfekt besetzten Barbara Osika hat Hausner zudem eine Hauptdarstellerin, deren Appeal das nuancierte Spiel um sexuelles Erwachen mühelos über kurzweilige 79 Minuten trägt.

    Ging es im Beatles-Song „Lovely Rita“ (aus dem epochalen „Sergeant Pepper“-Album) um die Ironie, die erwartete und enttäuschte Liebesbegegnungen mit sich bringen, so steht bei der mit einem ansatzweisen Männerbärtchen geplagten Rita (Osika) die schmerzhafte Pubertät im Mittelpunkt. Gegenüber ihren Eltern verfolgt Rita eine dumpfe Rebellion, die sich in einem hübschen Running Gag – das Schließen des Klodeckels – niederschlägt. In der Schule gehänselt, von den Lehrern verachtet und mit Pech in ersten zaghaften Sexversuchen (der Busfahrer ist zu alt und mechanisch, der asthmatische Nachbarjunge zu jung), befreit sich die introvertierte, kurz vor fraulicher Reife stehende Rita radikal von den Normen der Gesellschaft und tötet im nihilistischen Schock-Ende die Eltern.

    Dass es nicht total düster wird, verdankt das böse Wintermärchen seinem untergründig schwarzen Humor und Ritas Lebenssuche und -sucht: Das meist bewusst ausdruckslos agierende Mädchen will und kann durchaus Spaß haben und legt ein unwiderstehlich schalkhaftes Lächeln an den Tag. Einer der Höhepunkte von Ritas Rebellion: Um endlich bemerkt zu werden, schließt sie die Hauptdarstellerin der Schulaufführung von Priestleys „An Inspector Calls“ im Schrank ein und übernimmt den Part vor den erstaunten Zuschauern. Weit über die Zeichnung des provinziellen unteren Mittelstandmilieus hinausgehend, gelingt Hausner mit ihrer wunderbaren Coming-of-Age-Story ein Film, der formal mit Digitalkamera aufgenommen, makellos ist und eine gekonnte Farbdramaturgie an den Tag legt, und in Arthouse-Kinos ein Hit werden könnte. ger.

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