Filmhandlung und Hintergrund

Schonungslos ehrliche Innensicht eines Dauersingles in einer Gesellschaft, in der das Lebensthema Liebe allgegenwärtig ist.

Dokumentarfilmer Wolfram Huke ist 29 Jahre alt und hatte noch nie eine Beziehung. Er hat noch nie im Kino gekuschelt, noch nie geküsst, Sex scheint in unerreichbarer Ferne. Mit einer kleinen Kamera dokumentiert er ein Jahr lang, bis zu seinem 30. Geburtstag, seinen Alltag. Er ist dominiert von der Sehnsucht nach Liebe und Nähe, von Partnerbörsen im Internet, Steckbriefen über die eigene Persönlichkeit, Beziehungsberatern und schließlich dem letzten Fünkchen Hoffnung, das nicht löschen will.

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Darsteller und Crew

  • Wolfram Huke
    Wolfram Huke
  • Marion Tuor
    Marion Tuor
  • Benjamin Hansen
    Benjamin Hansen

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Für seinen ersten langen Dokumentarfilm "Love Alien" hat Wolfram Huke ein sehr privates Thema gewählt: Er outet sich mit 30 Jahren als erfahrungslos in der Liebe. Auf den Internationalen Hofer Filmtagen 2012 stieß das filmische Selbstporträt des Studenten der Münchner Filmhochschule auf großes Medieninteresse. Hukes zum Teil humorvolle Experimente mit Partnerbörsen, Beratern und Dates wirken sympathisch. Sein spielerisch amateurhafter Umgang mit der Kamera passt ins Zeitalter von Social Media und Home Movies.

      Kann man der Liebe aktiv auf die Sprünge helfen? Hukes Berater im Film sagen ja, er selbst ist skeptisch. Der Leidensdruck des Studenten ist gut nachvollziehbar: Im Straßenbild und auf Parties sieht er glückliche Pärchen, Eltern und Großeltern machen sich längst Gedanken über seinen Singlestatus. Huke fühlt sich beschämt, aber auch neidisch und ratlos – was macht er denn falsch? Dass er die Selbstanpreisungen bei einer Partnerbörse bespöttelt, hat vergnüglichen Realitätsbezug. Aber Hukes Umgang mit seinem Problem kann auch polarisieren: Einerseits gibt er sich aufgeschlossen, andererseits ist er ziemlich beratungsresistent. Eine Psychologin weist ihn beispielsweise darauf hin, dass er bei Dates aktiver auf Frauen zugehen könnte. Huke aber findet sich offenbar gar nicht so passiv, wie er im Film wirkt. So bleibt ihm oft nur die etwas selbstmitleidige Feststellung, dass es wieder nicht geklappt hat.

      Stilistisch ist der tagebuchartige Dreh bewusst amateurhaft. Huke filmt sich im Zug, im Bett, auf dem Jakobsweg. Im Off steuert er dazu Eindrücke des Moments bei, spricht sich mit Du an, klagt sich selbst an als Alien, „das nicht weiß, wie man das mit der Liebe hinkriegt." Die Bereitschaft, private Dinge preiszugeben, erweist sich als Stärke und Schwäche des Films zugleich. Huke zensiert auch unbequeme Tipps seiner Gesprächspartner nicht heraus und stellt sich somit selbst zur Diskussion. Aber er unterscheidet nicht genug zwischen spontanen Befindlichkeiten und der Aussagekraft, die dramaturgisch geboten wäre.

      Fazit: Das dokumentarische Selbstporträt "Love Alien" über die Unerfahrenheit eines Studenten in der Liebe polarisiert wegen seines privaten und amateurhaften Charakters.
    2. Love Alien: Schonungslos ehrliche Innensicht eines Dauersingles in einer Gesellschaft, in der das Lebensthema Liebe allgegenwärtig ist.

      Mit einer intimen Innenperspektive will Wolfram Huke die Welt zeigen, wie sie wirklich ist. Er will Schluss machen mit den Klischees über die Dauersingles unserer Gesellschaft, die allzu gern als Verlierertypen stigmatisiert werden. Es ist die Suche nach dem Warum, die ständige Angst vor Zurückweisung und ein kaum zu durchbrechender Teufelskreis. Ungeschönt legt der Film offen, wie Menschen hilflos in ihrem Lebensunglück gefangen sind.

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